Ohne die zusätzliche Erwerbsarbeit unter Frauen könne der Wohlstand bereits ab dem kommenden Jahr sinken

Heute ist Weltfrauentag – ein guter Anlass, einen Blick auf das Potenzial zu werfen, das durch eine steigende Erwerbstätigkeit von Frauen realisiert werden könnte.

 

Noch immer sind Frauen in vielen Ländern seltener erwerbstätig als Männer. Laut OECD leisten sie zudem weltweit 4,5 Stunden am Tag unbezahlte Arbeit, etwa im Haushalt, in der Kindererziehung oder der Altenpflege. Männer weniger als die Hälfte. Würde es gelingen, Frauen stärker in die Erwerbsarbeit zu integrieren, könnte das nach Berechnungen des Allianz Think Tanks „International Pensions“ dazu führen, die Folgen einer alternden Bevölkerung auf die Volkswirtschaft abzumildern.
 
Denn bis zum Jahr 2035 dürfte wird die Zahl der Erwerbstätigen in einer beispielhaften Berechnung für Deutschland, Großbritannien, den USA und Japan um bis zu 20 Prozent zurückgehen, so die Experten. Damit einhergehend könnte der Wohlstand der Bevölkerung, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen, um bis zu 15 Prozent sinken.1
 
Für Deutschland ergäbe sich beispielhaft die folgende Kalkulation: Erhöhte sich bis 2022 die Erwerbstätigenquote der Frauen von heute 69,5 Prozent auf das Niveau der Männer, 77,6 Prozent, würde die Erwerbsbevölkerung bis dahin um zwei Millionen Personen steigen. Zwar würde das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf langfristig weiter sinken, allerdings erst nach 2024. Und selbst im Jahr 2060 würde die Erwerbsbevölkerung immer noch knapp 1,5 Millionen Menschen größer sein als heute. Ohne die zusätzliche Erwerbsarbeit unter Frauen hätte der demografische Wandel bereits ab diesem Jahr eine negative Wirkung auf das Pro-Kopf-Einkommen.
 
„Es ist grundsätzlich realistisch, dass die Erwerbstätigenquote unter Frauen künftig genauso hoch ist wie die unter den Männern heute“, sagt Brigitte Miksa, Leiterin von International Pensions. „Dafür muss den Frauen allerdings noch stärker bewusst werden, wie wichtig finanzielle Unabhängigkeit heute ist; auch wegen der hohen Scheidungsraten.“ Außerdem müssten auch Unternehmen mehr dafür tun, dass Frauen Familie und Beruf besser in Einklang bringen könnten.
 
Bereits heute liege die Erwerbsquote bei Frauen Mitte vierzig deutlich über 80 Prozent; der große Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Gesamtbetrachtung rühre vor allem daher, dass die Erwerbstätigkeit unter älteren Frauen sehr gering ist. Ich erwarte, dass die meisten der heutigen Mitvierzigerinnen - anders als ihre Mütter und Großmütter - ganz selbstverständlich bis zur Rente weiterarbeiten werden, weil sie schon mit einem anderen Rollenverständnis aufgewachsen sind, und aber auch durch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dazu gefordert sind, zum Beispiel um Altersarmut zu vermeiden,“ sagt Miksa.

 
 

1 Unter der Annahme, dass die Produktivität pro Kopf sowie die Beschäftigungsrate konstant bleiben.

Quelle: Allianz International Pensions, eigene Kalkulierung
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