Chris Townsend: Eine weltumspannende Versicherungskarriere
Er ist aufgewachsen auf dem Land in einem 1000-Seelen-Dorf in Südengland. Doch er durchschaut die globale Welt der Versicherung in einer Tiefe wie wenig andere.
Als Student unternahm er Camping-Reisen nach Kontinentaleuropa. Doch das sollte nur eine erste Einführung in die Weite der Welt sein: Über die letzten drei Jahrzehnte arbeitete Chris Townsend auf vier Kontinenten und bereiste 70 bis 80 Länder. Zum 1. Januar 2021 tritt er in den Vorstand der Allianz SE ein, zuständig für Global Insurance Lines, Anglo Markets, the Middle East and Africa.
Frühe Prägungen
Was macht eine gute Führungspersönlichkeit aus? Für Chris sind das Neugierde, Demut und die Fähigkeit, zuzuhören – flankiert durch Entschiedenheit und überbordende Energie.
Das lernt man nicht in Business Schools. Sondern vom Leben selbst – oder von einem Vorbild, wenn man das Glück dazu hat.
Seine Mutter, eine Lehrerin, verfügte über eine unglaubliche Haltung und Gelassenheit, einen soliden Wertekranz und eine starke Arbeitsethik. Das alles gab sie an ihn weiter. Geboren in Jerusalem, lebte sie in Kenia bevor sie Chris‘ Vater kennenlernte. Der Kontakt mit unterschiedlichen Kulturen und Sozialstrukturen hat aus ihr eine ungewöhnlich geerdete Person gemacht und flößte ihr eine Lebensfreude ein, die Chris geerbt hat.
Dennoch hat dieser realistische Ausblick keineswegs seine Fähigkeit geschmälert, sich eine bessere Zukunft vorzustellen. Seine Augen funkeln, wenn er darüber spricht, wie Versicherungen das Leben verbessern können. Townsend erinnert sich an eine Begegnung mit einem koreanischen Krebspatienten, der von seinem früheren Arbeitgeber eine „Critical-Illness-Police“ gekauft hatte. Er wurde aus erster Hand Zeuge, was für einen gewaltigen Unterschied es für Patient und seine Angehörigen macht, die darum kämpfen, ihre Hoffnungen lebendig zu halten, wenn man sich eine medizinische Behandlung leisten kann.
Eine weitere einschneidende Erfahrung: Zuspruch und Dankbarkeit in jenen thailändischen Gemeinden, die Opfer des verheerenden Tsunamis 2006 wurden, als seine Versicherung sich am Wiederaufbau beteiligte und damit den Opfern eine Perspektive verschaffte. Ein Projekt zur finanziellen Eingliederung in den Slums von Delhi in Indien dient Chris als Beispiel dafür, wie Versicherungen über ihre vertraglichen Verpflichtungen hinausgehen und für benachteiligte Gemeinden etwas bewirken können. Chris ist überzeugt: Versicherungen leisten einen wichtigen gesamtgesellschaftlichen Beitrag, was oft übersehen und unterbewertet wird.
Wie alles anfing
Das Leben im heimatlichen Hampshire bot nicht viele Möglichkeiten zur Entfaltung, so dass Chris von Anfang an plante im Ausland zu arbeiten. Ausgestattet mit einer großen Leidenschaft für den Skisport und Liebe zu den Alpen, wagte er sich über den Ärmelkanal nach Frankreich, um als „plongeur“ in einem Skigebiet zu arbeiten. Er verbrachte die Saison damit, seine Skifahrkünste zu verbessern, dabei eine Reihe einfacher Tätigkeiten zu versehen – und über seine Zukunft nachzudenken.
Nach seiner Ausbildung zum Chartered Insurer arbeitete er zunächst als Junior-Kriminalitätsversicherer. „Wir versicherten alles gegen Betrug: Von gepanzerten Fahrzeugen in Kolumbien bis hin zu italienischen Banken und alle Arten von Geschäften im Dienstleistungssektor und im verarbeitenden Gewerbe weltweit.“
Es geht voran
Neugierde und Fleiß von Chris blieben nicht unbemerkt. Nach nur 18 Monaten unterstützten seine Vorgesetzten seinen Entdeckungsdrang mit einer Abordnung nach New York. „Ich bin dankbar dafür, dass mir mit gerade 25 Jahren so viel Vertrauen entgegengebracht und Verantwortung übertragen wurde.“ Nach einem Jahrzehnt im technischen Underwriting wechselte er ins Management und begann Geschäfte zu steuern, die im Verlauf der Zeit zusehends komplexer und umfassender wurden.
Mit seiner umfangreichen Erfahrung sowohl in der Schaden- als auch in der Lebensversicherung, einschließlich leitender Führungspositionen bei AIG und Metlife, spannt sich seine Karriere rund um den Globus mit Arbeitsorten in den Finanzzentren London, New York, Sydney, Hongkong und Singapur.
In seiner letzten Funktion war er CEO-International bei AIG, verantwortlich für das gesamte nicht US-amerikanische Schadenversicherungsgeschäft mit einem Prämienvolumen von 19 Mrd. US-Dollar und einem Team von 15.000 Mitarbeitern.
Global erfahren
Townsend freut sich auf die Rückkehr zu einer europäischen Geschäftskultur und auf die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das ein so klares Ziel hat wie die Allianz.
Nachdem er neunmal international umgezogen ist, hat er mit seiner Familie ein tiefes persönliches und berufliches Verständnis dafür entwickelt, wie sich die Arbeitskulturen von Kontinent zu Kontinent unterscheiden. „Was mir in Asien aufgefallen ist: Wie stark sich die Versicherungswelt auf die Digitalisierung fokussiert; außerdem die ungeheure Breite und Kreativität der Geschäftsmodelle sowie das Tempo, mit dem der Wandel vorangetrieben wird.“
Gibt es im Verlauf einer solchen langen Karriere auch Rückschläge? Freimütig erzählt Townsend über die wertvollste Lehre, die er aus so einer Begebenheit gezogen hat. Nach der Übernahme eines Versicherers, der sich nur langsam entwickelte, wollte er zu schnell und zu forsch alles ändern. „Die Gegenreaktion kam schnell. Ich habe auf die harte Tour gelernt, dass Manager allein keine Veränderungen herbeiführen können. Das ganze Team muss mitgenommen werden.“
Managementgrundsätze
Wenn er erläutert, welche herausragenden Eigenschaften eine Führungspersönlichkeit haben sollte, sagt er: „Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, die besten Leute einzustellen, interne Talente auszubilden und zu fördern.“ Vor allem schätzt er die Kraft der Vielfalt, die er in seinen zahlreichen Einsatzorten aus erster Hand kennen gelernt hat. Und ein Drittes kommt hinzu: „Sobald man sich auf die Kernstrategie für das Unternehmen geeinigt hat, ist es unerlässlich, den lokalen Teams Freiräume einzuräumen, damit sie Entscheidungen so nah wie möglich am Kunden treffen.“
Townsends Eindruck von der Allianz von außen ist der eines Versicherers, der „mutig und fürsorglich ist und einen engen Kontakt zur Gesellschaft hält – eine in jeder Hinsicht starke Organisation, die ihre Versprechen einhält.“ Nach den Branchenaussichten befragt, ist er sicher, dass sich im Versicherungswesen in den nächsten 20 Jahren viel mehr ändern wird als in den beiden vorangegangenen Jahrzehnten. „Die Allianz ist darauf strategisch, finanziell und kulturell gut vorbereitet. Es ist eine große Chance, Teil dieses Wandels zu sein.“
Private Chris
Townsend ist ein begeisterter Radfahrer, Skifahrer und Segler, ein eifriger Leser und engagierter Familienvater. In seinem Bücherregal stehen vorwiegend historische Romane, Biographien von Abenteurern sowie Sport- und Geschäftsbücher.
Für Chris ist Teamarbeit eine Schlüsselkompetenz. „Es gibt wenige Sportarten, die so sehr für ineinandergreifende Teamarbeit stehen wie das Hochseesegeln. Um sich eine Chance auf Erfolg zu „ersegeln“ muss jedes Besatzungsmitglied gut ausgebildet sein, exzellent kommunizieren können und sein Bestes geben.“ Nötig sind Planung, Belastbarkeit und der Wille, tatsächlich zu verwirklichen, was man sich vorgenommen hat. „Wenn das alles zusammenkommt fühlt sich jedes Teammitglied belohnt und es macht unheimlich viel Spaß.“
Chris Townsend hat eine lange und aufregende Reise hinter sich gebracht, die ihn ausgehend von einem ländlichen Dorf zu einem Weltbürger gemacht hat. Ihr Ende ist noch nicht absehbar.
Über die Allianz
** Stand: 30. Juni 2024
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