Barbara Karuth-Zelle: Eine Managerin neuen Typs

Barbara Karuth-Zelle (51), derzeit CEO von Allianz Technology SE, wurde zum 1. Januar 2021 in den Vorstand der Allianz SE berufen und wird den Bereich Operations und IT verantworten.

Sie lacht herzlich und gerne, ist beredt und einnehmend. Barbara Karuth-Zelle ist neugierig auf andere und weiß sie zu nehmen und zu motivieren, wie sie sind. Eine Team-Flüsterin. Wenn sie von ihrer Kindheit erzählt, nimmt man ihr gerne ab: Ein Hauch 1968er Geist durchzog ihre ersten zwölf Lebensjahre.

Damals bildeten ihre Eltern mit ihren drei Kindern zur Freizeitgestaltung eine Wohngemeinschaft. Man verbrachte so gut wie jedes Wochenende und die Ferien in einem Tiroler Bauernhaus mit zwei weiteren Familien. Glückliche Tage im Einklang mit der Natur waren das, die die Münchnerin nicht missen will. Grundlage einer Unbeschwertheit, die sie nicht abgelegt hat.

Es gibt aber auch die andere Seite von Barbara: Die der disziplinierten Managerin, die immer begeistert gearbeitet hat, mit einer kleinen Unterbrechung auch in der Zeit, in der sie ihre beiden Kinder (heute 18 und 15 Jahre alt) zur Welt brachte. Die bei ihrem Tun auf Transparenz setzt, damit jeder weiß, woran er mit ihr ist. Die ihrerseits sehr klar ausdrücken kann, was sie möchte und was nicht. Und die bereit ist Konsequenzen zu ziehen, wenn Auffassungen und Personen nicht zusammenpassen. Tochter einer eher strengen Berufsschullehrerin, die ihrerseits stets im vollen Umfang berufstätig war. Auch das mag prägend gewesen sein.
 

Barbara Karuth-Zelle Allianz

Berufswahl-Windungen

Aufgewachsen zwischen diesen beiden Polen Blumenkind und Oberstudiendirektorin fielen die ersten Berufswünsche eher schwankend aus:

Zunächst wollte sie Bäuerin werden – Villa Kunterbunt ließ grüßen. Das war schnell vorbei, als sie von Tierschlachtungen hörte. Diese wollte sie doch lieber schützen! Geblieben ist eine starke Affinität zu Umweltthemen bis heute.

Der nächste Berufswunsch – Meeresbiologin – zerschlug sich auch. Geblieben ist: Das Interesse an der Meeresökologie und die Begeisterung fürs Tauchen. So führt sie mit Allianz Technology eine Gruppe von Allianz Tochterunternehmen an, die zusammen ein Schiff sponsern wollen, das Plastikabfälle aus dem Mittelmeer fischt.

Die Eltern drängten auf Betriebswirtschaft, und schließlich wurde es auch so. Karuth-Zelle interessierte sich für das Thema Anreizsysteme. Geblieben ist: Die Überzeugung, wie essenziell wichtig Versicherungen für das Wohlbefinden der Menschen sind. Und eine Karriere bei der Allianz, die im Begriff ist eine neue, auch für Barbara überraschende Wendung zu nehmen: Zum 1. Januar 2021 tritt sie in den Vorstand der Allianz SE ein. Und übernimmt von Christof Mascher das Ressort Operations, IT, Allianz Technology and Allianz Services.  
 

Gesundheitsökonomin

Umweltökonomie war ihre eigentliche Präferenz im Studium. Doch ihr Professor wusste sie in die Gesundheitsökonomie zu bugsieren. Dort fand sie schnell Freude an der Erarbeitung praktischer Lösungen. Der Lehrstuhl beriet damals das deutsche Gesundheitsministerium. Und ist es nicht ebenso befriedigend, etwas zur Verbesserung der Patientenversorgung zu tun, wie zur Förderung des Umweltschutzes?

Barbara ist eine engagierte Frau.

Nach der Zeit als Universitäts-Assistentin arbeitete Karuth-Zelle für eine non-profit Dialyse-Organisation als Assistentin des medizinischen Vorstands. Der Wunsch, zurück nach München zu kehren brachte sie im Jahr 2000 zur Allianz Krankenversicherung. Einige ihrer Projekte: Verbesserungen des Gesundheitsmanagements, Einführung von Programmen für chronisch kranke Kinder, Patientenbegleiter für Schwerkranke oder ein Sonderprogramm für Dialysepatienten.
 

Spagat zwischen Beruf und Familie

Schließlich übernahm Karuth-Zelle große Teile der Schadenabteilung, unter anderem zuständig für den Bereich Rehabilitation, Pflege und die Auslands-Krankenversicherung: „Eine spannende, eine super Zeit“. In der auch ihre Kinder geboren wurden – was hier und da die Frage provozierte: „Eine Frau in herausgehobener Leitungsfunktion – geht das eigentlich?“ So waren damals noch die Zeiten bei Allianz Kranken…

Barbara, technologieaffin, antwortete darauf fröhlich: „Das geht schon, wenn man mir ein etwas anderes Umfeld bereitstellt.“ Und das wurde auch gemacht. „Während meiner Zeit bei der Allianz war ich für jeden Fortschritt bei der Virtualisierung des Arbeitens dankbar.“ Denn so konnte sie neben einem anspruchsvollen Job auch den Kindern die Aufmerksamkeit schenken, die sie abends erwarteten. Und arbeiten, wenn die Kinder schliefen. „Die Wochenenden waren ohnehin allein für die Familie reserviert.“ Doch sie vergisst nicht einen salomonischen Satz ihres Sohnes: „Der schlimmste Pirat unter allen Piraten ist – der Blackberry-Pirat“ (damals das gängige mobile Kommunikationsinstrument von Managern).

Im Jahr 2007 wurde Herr Bäte COO der Allianz und brauchte jemand, der sein Büro aufbaut. Barbara war zur Stelle – sie suchte nach den vielen Jahren Gesundheitsökonomie eine neue Herausforderung. Vier Jahre später wurde sie Head of Transformation von Allianz Technology, damals AMOS genannt, – und ab 2016 CEO. Was sie unterwegs immer geschätzt hat: Wieviel Know-how in der Allianz steckt. Und wie bereit Kollegen und Vorgesetzte sind, dieses Know-how mit ihr zu teilen.
 

Aufmerksame Zuhörerin

Barbara Karuth-Zelle ist eine Führungspersönlichkeit, die zuhören kann. Die gerne mit Experten spricht, um sich ein Bild zu machen. „Heute sind die Herausforderungen und Probleme so komplex – das kann gar kein einzelner Manager überblicken. Schon gar nicht in der IT.“ Dankbar denkt sie an all das Wissen und die Anregungen zurück, die sie im Verlauf ihrer Karriere im Beruf und auch Privat aufgesogen hat. Darunter lange Gespräche mit ihren Vorgesetzten.

Doch auch von Ted-Talks, Zeitungsbeiträgen, Aufgeschnapptem auf Besprechungen und Coaches hat sie viel mitgenommen. Letztere ermutigten sie, ruhiger zu werden und sich in die Situation anderer Personen hineinzudenken. „Es gibt immer nachvollziehbare Gründe, warum Menschen sich auf eine gewisse Weise verhalten. Man tut sich leichter, wenn man das versteht und im Gespräch versucht, hochschießende Emotionen zu neutralisieren.“ Diese Einsichten haben sie in der Freizeit zur Meditation und Yoga geführt. Und bewogen, bei Allianz Technology das Achtsamkeitsprogramm von SAP zu übernehmen.

Teambuilder und Problemlöser

Eine weitere herausragende Eigenschaft von Barbara: Sie ist richtig gut darin, sehr diverse, sich gut ergänzende Teams zusammenzustellen, die Aufgaben schnell ins Ziel bringen. Sie versteht es jedem Einzelnen den Mehrwert seines Beitrags für das Team und für ihn selbst herauszuarbeiten. Das Ergebnis: Motivation und exzellente Gemeinschaftsergebnisse.  

Und Barbara war Zeit ihres Berufslebens eine Managerin, die es verstand Aufgaben tatsächlich zu erledigen. „Allerdings: Das Ziel der Reise muss klar sein.“ Wenn dann unterwegs Probleme aufkommen, fällt ihren Leuten und ihr immer etwas ein, diese aus der Welt zu schaffen.

Hobbys und Entspannung

Und wie entspannt sich Barbara in ihrer Freizeit? Die Passion für das Tauchen kommt augenblicklich leider zu kurz – doch sie liebt es, Tennis zu spielen und Ski zu fahren. Auch mit den heranwachsenden Kindern. Sie liest quer durch den Büchergarten, vor allem Literatur: Aus Österreich (dank Empfehlung von Herrn Mascher), Updike, Canetti. . . das letzte Buch war „Die andere Seite“ von Alfred Kubin – „echt abgefahren“. Und sie liebt Indie-Pop und Indie-Rock-Konzerte im kleinen Rahmen, beispielsweise in der Münchener Muffat-Halle. Und folgt da gerne auch den Empfehlungen ihrer Kinder.

Eines ihrer Lieblingsmottos ist: „Gute Arbeit gelingt dann besonders gut, wenn ich weiß was ich will und guter Laune bin.“

Barbara Karuth-Zelle ist eine Managerin, die gute Laune verbreitet. Sie ist – eine Team-Flüsterin.  

Andreas Schüler

Die Allianz Gruppe zählt zu den weltweit führenden Versicherern und Asset Managern und betreut mehr als 100 Millionen Privat- und Unternehmenskunden in mehr als 70 Ländern. Versicherungskunden der Allianz nutzen ein breites Angebot von der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung über Assistance-Dienstleistungen und Kreditversicherung bis hin zur Industrieversicherung. Die Allianz ist einer der weltweit größten Investoren und betreut im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von 766 Milliarden Euro. Zudem verwalten unsere Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors 1,7 Billionen Euro für Dritte. Mit unserer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in unsere Geschäftsprozesse und Investitionsentscheidungen sind wir der führende Versicherer im Dow Jones Sustainability Index. 2019 erwirtschafteten über 147.000 Mitarbeiter für die Gruppe einen Umsatz von 142 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 11,9 Milliarden Euro.

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten.

Pressekontakte

 

Christian Kroos
Allianz SE

 

Holger Klotz
Allianz SE

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