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Chinas Arbeitskräfte werden bald weniger

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Rückgang chinesischer Arbeitskräfte nicht zu stoppen, selbst unter Aufgabe der Ein-Kind-Politik / Wendepunkt für das Jahr 2013 prognostiziert / China altert schneller als der Westen

Allianz Group
München, 01.07.2011
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Graph: Entwicklung der Geburtenrate in der VR China

Die jüngste Volkszählung weist eine chinesische Bevölkerung von rund 1,34 Milliarden Menschen aus, die deutlich altert und deren durchschnittliches Wachstum sich im letzten Jahrzehnt im Vergleich zur vorangegangenen Dekade nahezu halbiert hat. Die 1978 eingeführten Ein-Kind-Politik hatte zur Folge, dass schätzungsweise 400 Millionen Kinder weniger geboren wurden. Dies wird sich noch in diesem Jahrzehnt auf dem chinesischen Arbeitsmarkt auswirken.

"Selbst eine Lockerung oder Aufhebung der Ein-Kind-Politik könnte einen Rückgang des chinesischen Arbeitskräftepotentials nur abmildern, aber nicht mehr verhindern", sagt Prof. Michael Heise, Chefvolkswirt und Leiter Unternehmensentwicklung der Allianz. Die aktuelle Studie des Allianz Demographic Pulse sagt den Wendepunkt auf dem chinesischen Arbeitsmarkt für das Jahr 2013 voraus. Weil die Löhne steigen, beginnen chinesische Unternehmen bereits damit, arbeitsintensive Produktion ins Landesinnere oder nach Vietnam, Bangladesch und Kambodscha zu verlagern.

Ursache Ein-Kind-Politik?

Wie stark China zunehmend altert, zeigt der Allianz Demographic Pulse an folgenden Zahlen: Heute kommen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 19 Über-60-Jährige. Bis 2050 dürften es bereits 64 sein. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung wird eine weitere Lockerung oder die Abschaffung der Ein-Kind-Politik gefordert. Es ist aber nicht klar, ob nur sie für fallende Geburtenraten in China verantwortlich ist, oder ob diese nicht auch als Folge der wirtschaftlichen Entwicklung zu werten ist, die auch sonst in der Welt zu geringeren Geburtszahlen führt.

Auch andere Länder, wie Deutschland, altern stark

Ein Beispiel für diesen allgemeinen Trend sind die deutlich fallenden Geburtenraten in osteuropäischen Ländern ab den neunziger Jahren, nach Zusammenbruch der Sowjetunion und Wirtschaftsreformen. In Ländern wie Thailand, der Türkei oder Tunesien, dessen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf etwa dem Chinas entspricht, sind die Geburtenraten unter den Wert gefallen, der für die Aufrechterhaltung der Bevölkerungszahl notwendig wäre, nämlich 2,1 Kindern pro Frau. Auch in Deutschland gehen seit 1997 die Geburtenraten wieder zurück; sie schwanken seither rechnerisch zwischen 1,33 und 1,38 Kindern pro Frau. Damit hat sich die Geburtenrate in Deutschland im Vergleich zu den Geburtenraten der 1960er Jahre etwa halbiert. Das ist ein Niveau, das bei weitem nicht ausreicht, den Bevölkerungsrückgang langfristig zu stoppen.

Der Ausweg sind demografiefeste Sozialsysteme

Wenn die verantwortlichen Stellen in China erwägen, die Ein-Kind-Politik zu lockern, um damit die gesellschaftliche Alterung zu dämpfen, sind ihre Herausforderungen ganz ähnlich wie die von Familienpolitikern in Deutschland, Österreich oder Italien. Die Geburtenraten verharren langfristig auf einem niedrigen Niveau und der Trend ist durch finanzielle Anreize allein kaum umzukehren – seien es in China verringerte Bußgelder bei Missachtung der Ein-Kind-Politik oder in Deutschland Kindergelderhöhungen. "Deshalb ist es so wichtig, dass ein demografiefestes Sozialsystem rasch auf- und ausgebaut wird, in dem der kapitalgedeckten, privaten Vorsorge eine maßgebliche Rolle zukommt", sagt Heise. "Dazu dürfte auch gehören, dass China das Rentenalter auf 65 Jahre erhöht. Dies verlagert die demografische Wende am Arbeitsmarkt um weitere drei Jahre in die Zukunft und der Altersquotient kann langfristig deutlich gesenkt werden. In der Europäischen Union wird dieser Wendepunkt trotz Rentenalter 65 bereits im Jahr 2012 erreicht", so Heise.

 
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen hier zur Verfügung gestellt wird.
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