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Wird es der Jugend gut gehen?

Die meisten von uns sind mit Vorstellungen und Werten groß geworden, die unser Gefühl von Sicherheit, Wohlstand und Zufriedenheit geprägt haben. Beim Betrachten des berühmten Gemäldes Freedom From Want von Norman Rockwell, spiegeln sich in unserer Vorstellung Gedanken wider, wie diese Sicherheit aussehen könnte. Geschichtsinteressierte werden sich unmittelbar an Franklin D. Roosevelts Four Freedoms Rede zur Lage der Nation aus dem Jahr 1941 erinnern, in der Roosevelt die dritte Freiheit, die Freiheit vom Mangel, erklärt — „die so viel wie wirtschaftliches Verständnis bedeutet, welches jeder Nation ein gesundes, friedliches Leben für ihre Bürger sichern soll — überall auf der Welt.“ 

In der Vergangenheit hatten unterschiedliche Generationen auch unterschiedliche Herausforderungen zu überwinden, um ihre Zukunft zu sichern und damit auch die der kommenden Generationen. Lange Zeit glaubte man, alle Menschen seien gleich. Dieser Gedanke trug maßgeblich zur Gestaltung unserer Zukunft bei. Aus diesem Gedanken entwickelte sich eine Zukunftsvision, in der die Jugend auf dem soliden Fundament früherer Generationen aufbauen und Veränderungen vorantreiben kann. Schließlich ist "die Zukunft gehört der Jugend" ein Gedanke, der von zahlreichen Gelehrten, Politikern und Philosophen propagiert wurde. 

Aber wie schaut die Zukunft für die Jugend in der heutigen Zeit aus? 

In jüngster Zeit erlebten die beiden jungen, aufeinander folgenden Generationen, die Gen Y oder auch Millennials (1980-1994) genannt und die Gen Z (1995-2010), einmalige Krisen, die innerhalb eines relativ kurzen Zeitrahmens aufeinander folgten. Die globale Finanzkrise (GFC) und die Covid-19-Pandemie sind Krisen, die Karriereperspektiven zerschlagen, den anfänglichen Vermögensaufbau verzögern und viele in die Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung zwingen.

Die Lehren aus der globalen Finanzkrise

Ein kürzlich von Allianz Research veröffentlichter Bericht analysiert die in den Arbeitsmärkten der jungen Menschen vorherrschenden Probleme. Da das Einkommen junger Menschen kaum von der Dauer ihrer beruflichen Laufbahn und einem bereits etablierten Einkommensprofil bestimmt ist, beginnt eine Krise, wenn sie kommt, ohnehin meist bei den Jungen.  

Nach der GFC war die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen in Bezug auf das Netto-Medianeinkommen am stärksten betroffen. Das Medianeinkommen wurde als Kriterium gewählt, da es ein präziseres Bild der Mittelschicht aufzeigt als das Durchschnittseinkommen, da es nicht von Gering- und Großverdienern verzerrt wird. Mit Blick auf die sechs europäischen Länder - Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien und die Schweiz - zeigen die Daten, dass die Jungverdiener zwei oder mehr aufeinanderfolgende Jahre mit Verlusten oder Stagnation zu kämpfen hatte. In einigen Ländern, wie z.B. Spanien, hat das Netto-Medianeinkommen noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht. 

Die Erfahrung der GFC zeigt, dass der Eintritt in den Arbeitsmarkt während einer Rezession mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist: Freie Stellen entstehen sehr langsam, was den Arbeitsmarkt enger macht, die Löhne werden wiederum niedriger und das Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren, höher.

Post-Covid-19-Verluste

Der Bericht konzentriert sich auf die oben genannten sechs europäischen Länder und prognostiziert anhand aktuell verfügbarer Daten die Einkommensverluste der Gen Z nach der Pandemie. In Spanien und Italien ergibt das Prognoseszenario einen Rückgang des Medianeinkommens von -11,7 Prozent bzw. -4,5 Prozent im Jahr 2021. Deutschland und Österreich könnten einen Rückgang von -3,5 Prozent bzw. -4,2 Prozent erleben, während Frankreich und die Schweiz zwei Perioden mit negativem Einkommenswachstum verzeichnen könnten.

Die meisten Länder werden erst im Jahr 2025 wieder das Niveau vor der Pandemie erreichen haben, während die südeuropäischen Länder außerdem vor einem größeren Problem stehen -  der Abwanderung von jungen Fachkräften, da sie ihre Wettbewerbsfähigkeit im heimischen Arbeitsmarkt für junge Menschen verlieren. Nach der Pandemie werden Arbeitsmärkte mit großer Wahrscheinlichkeit von einem quantitativen und qualitativen Missverhältnis zwischen Arbeitsnachfrage und -angebot geprägt sein, welches wiederum zu einem Rückgang der Löhne führt.

Gen Z Einkommen

Was die Zukunft bringt

Der Anfang der beruflichen Karriere kann den Lohn auch Jahre nach dem ersten Job beeinflussen. Die arbeitende Bevölkerung steigert typischerweise ihre Verdienste und ihr Einkommen mit zunehmendem Alter und erreicht ihren Höhepunkt in den Fünfzigern. Da Gehaltserhöhungen stets ein Prozentsatz des aktuellen Gehalts sind, wird die heutige Jugend zwangsläufig Einkommensverluste erleiden. Es könnte Jahre dauern, bis diese Verluste wieder aufgeholt werden. Auch der Vermögensaufbau wird sich zwischen den Generationen voraussichtlich stark unterscheiden. Diese langfristigen Auswirkungen auf das Einkommen könnten den Generationenkonflikt weiter verschärfen. 

Um zu vermeiden, dass die Zukunft von dauerhaft niedrigeren Einkommen und Ersparnissen sowie Langzeitarbeitslosigkeit geprägt wird, ist es essentiell, die Jugend bei der Anpassung an die Marktveränderungen mit (Um-)Bildung und (Um-)Qualifizierung zu unterstützen. 

Junge Menschen sollten sich mit lokalen politischen Vertretern in Verbindung setzen, die wiederum die Politik als Hebel nutzen können, um auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Menschen in Bezug auf den Arbeitsmarkt und die Berufsausbildung einzugehen. Aufgrund der alternden Bevölkerung in Europa steht nun mal die Stimme der älteren Kohorte im Vordergrund der politischen Entscheidungsfindung. Nichtsdestotrotz wird die EU aufgrund der Pandemie ein großzügiges und EU-weites Konjunkturpaket verabschieden. Noch nie gab es einen besseren Zeitpunkt, die Fehler der Vergangenheit für unsere Jugend zu korrigieren und den Weg in eine bessere Zukunft einzuschlagen.

Klicken Sie hier  für den vollständigen Bericht "Growing pains: The future of incomes for lockdown Gen-Z"

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