Teilen Sie schon oder besitzen Sie noch?

Welche Faktoren befördern diesen Trend und wie hält die Versicherungsindustrie mit der Entwicklung Schritt? Eine Arbeitsgruppe in der Allianz, das „Allianz International Ecosystem on Sharing Economy“, versucht darauf Antworten zu finden. 

Als Kinder haben wir selbstverständlich unser Essen, Spielzeug oder Schulabschriften mit unseren Freunden und Geschwistern geteilt. Als Erwachsene könnten wir heute viel mehr aus unserem Besitz teilen als damals, zum Beispiel unser Auto oder unsere Wohnung – und das nicht nur mit Freunden und Verwandten. 

Willkommen im Zeitalter der Sharing Economy, in der es wichtiger ist, was man mit einem Gegenstand bezweckt, als diesen zu besitzen, in das Erlebnis vor Eigentum geht. Das Phänomen des Teilens verändert unsere sozioökonomische Infrastruktur; die konsumkritischere jüngere Generation entscheidet sich immer häufiger dafür zu leihen, was sie braucht, und das auch erst genau in dem Moment, wo sie es braucht. 

Aber wie versichert man etwas, das nicht einer einzigen Person gehört? Das „Allianz International Ecosystem on Sharing Economy“ arbeitet daran, Chancen und Herausforderungen der um sich greifenden Sharing Economy auszumachen.

Die von der Allianz Frankreich geleitete Arbeitsgruppe besteht aus Teams in Großbritannien, Deutschland, Spanien, Italien, der Schweiz, den Beneluxländern sowie der Region Asien-Pazifik und rekrutiert sich aus unterschiedlichsten Allianz Gesellschaften wie Allianz Partners, Allianz Automotive, Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) und Allianz Technology. 

Delphine Asseraf, führender Kopf der Arbeitsgruppe, erläutert das Konzept:

Was zeichnet die Sharing Economy aus?

Im Wesentlichen geht es darum, dass Personen Waren von Eigentümern mieten, die ihren Besitz nicht Vollzeit nutzen, oder aber Dienstleistungen von jemand beziehen, der dafür gerade Zeit hat.

Digitale Plattformen waren ein wichtiger Treiber für die Sharing-Wirtschaft, die zudem entscheidend geprägt wurde durch wachsende Kritik an der Konsumkultur und deren ökologische, gesellschaftliche und finanzielle Folgen. Die Sharing Economy versteht sich als die Antwort auf Ressourcenknappheit, schont die Kaufkraft der Haushalte und vermeidet Abfall.

Inzwischen finden sich zahlreiche Beispiele für den neuen Trend zum Teilen: Wer eine Unterkunft für den Urlaub in Paris braucht, meldet sich bei Airbnb an. Alle Flüge und Zugverbindungen nach Frankfurt sind ausgebucht? Rasch eine Mitfahrgelegenheit mit Blablacar gebucht!

Was ist der Vorteil?

Minimalisten haben den Vorteil schon lange erkannt: Wozu kaufen, wenn man mieten kann?

Schon für ein paar Euro stellt Ihnen Cityscoot einen Elektroroller in Paris, Nizza oder Mailand zur Verfügung. Genauso wenig brauchen Sie einen Bohrer zu kaufen, nur um ein paar Bilder in Ihrem neuen Zuhause aufzuhängen: Die Plattform ManoMano bringt Sie mit anderen leidenschaftlichen Heimwerkern in Kontakt.

Sogar Designer-Kleidung wird in der Sharing Economy geteilt: Wer zu einer Schickeria-Party eingeladen ist, muss nicht unbedingt tief in die Tasche greifen für ein passendes Outfit. Statt das Konto zu plündern, kann man schon für ein paar Euro eine passende Robe mieten.

Dasselbe gilt für elektronische Geräte, Fahrzeuge, Schmuck, Haushaltsgegenstände, Freizeitausrüstung und vieles mehr. 

Wie kam es dazu?

Die Technologie spielte eine große Rolle bei der Entwicklung der Sharing-Wirtschaft, insbesondere "Peer-to-Peer"-Systeme – also digitale Plattformen, die Menschen miteinander vernetzen.

Auslöser war vielfach die Weltwirtschaftskrise. In der Rezession versuchten die Menschen zu sparen, wo immer sie konnten. Nur für die Nutzung zu bezahlen ist billiger, als Dinge zu kaufen und unterhalten zu müssen.

Zudem wächst das Bewusstsein für nachhaltigeres Wirtschaften, wo nicht Besitz zählt, sondern allein die Nutzung eines Gegenstandes.

Dennoch bleibt Sparen eine wichtige Motivation in der Sharing Economy: In einer Umfrage von YouGov für Sailsquare im Jahr 2016 gaben 61 Prozent der Befragten an, dass die niedrigeren Kosten der Hauptgrund für ihre Entscheidung waren, Produkte und Dienstleistungen der Sharing Economy zu verwenden. Flexibilität und Komfort solcher Plattformen, der Wunsch, neue Wege des Reisens zu gehen, und freundlichere menschliche Begegnungen.

Wie groß ist dieser Markt?

Allein in Europa belief sich das Transaktionsvolumen der Sharing Economy im Jahr 2016 auf 28 Milliarden Euro, ergab eine Umfrage von PwC. Bis 2025 könnte es auf mehr als 570 Milliarden Euro anwachsen.

Ein Rückblick auf die dritte Konferenz des Allianz International Ecosystem on Sharing Economy

Wo kommt die Versicherung ins Spiel?

Ohne den Versicherungsschutz wären nur wenige Menschen bereit, Fremden zu erlauben, ihr Eigentum zu nutzen.

Nehmen wir ein Beispiel: Der Besitzer eines Autos vermietet es an einen Nutzer. Wenn der Nutzer einen Unfall baut, wer bezahlt dann den Schaden - der Besitzer oder der Fahrer? Traditionelle Versicherungen werden solchen Fällen nicht gerecht.

Alternativen sind Policen wie der Autoversicherungsvertrag der Allianz für Drivy, eine Carsharing-Plattform. Wenn das Auto vermietet wird, deckt nicht die Versicherung des Eigentümers einen etwaigen durch den Fahrer verursachten Schaden, sondern die Versicherung von Drivy. Das erspart sowohl dem Eigentümer wie auch dem Fahrer unnötige Scherereien.

Solche spezifischen Versicherungen werden den besonderen Anforderungen der Sharing-Wirtschaft gerecht und schützen sowohl den Anbieter als auch den Nutzer eines Produkts oder einer Dienstleistung. 

Eine Trendwende ist nicht in Sicht, im Gegenteil, und daher wird passender Versicherungsschutz immer wichtiger. Denn je kostspieliger geteiltes Eigentum ist, desto mehr gilt: Vertrauen ist gut. Versicherung ist besser.

Die Allianz Gruppe zählt zu den weltweit führenden Versicherern und Asset Managern und betreut mehr als 92 Millionen Privat- und Unternehmenskunden. Versicherungskunden der Allianz nutzen ein breites Angebot von der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung über Assistance-Dienstleistungen und Kreditversicherung bis hin zur Industrieversicherung. Die Allianz ist einer der weltweit größten Investoren und betreut im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von rund 673 Milliarden Euro. Zudem verwalten unsere Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors mehr als 1,4 Billionen Euro für Dritte. Mit unserer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in unsere Geschäftsprozesse und Investitionsentscheidungen sind wir der führende Versicherer im Dow Jones Sustainability Index. 2018 erwirtschafteten über 142.000 Mitarbeiter in mehr als 70 Ländern für die Gruppe einen Umsatz von 131 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 11,5 Milliarden Euro.

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten.

Pressekontakt

Marie-Françoise Hulin
Allianz France
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:

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