Feuer, Explosionen und Produktmängel bescheren deutschen Unternehmen die größten Schäden

Cyberrisiken und die Auswirkungen neuer Technologien werden die Schadensituation für Unternehmen in den kommenden Jahren immer stärker beeinflussen. Noch dominieren jedoch traditionelle Ursachen: Die größten Schäden für Versicherer und ihre Unternehmenskunden entstehen weltweit nach wie vor durch Feuer und Explosionen. Dies geht aus einer aktuellen Analyse der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) hervor. Zwar haben auch Wirbelstürme und andere Naturkatastrophen in den letzten zwei Jahren verheerende Schäden verursacht, doch mit Abstand die größte Zahl an Versicherungsfällen melden Unternehmen aufgrund von technischen und menschlichen Versagen.

In ihrer aktuellen Studie „Global Claims Review“ legt die AGCS die wichtigsten Ursachen für Schadenfälle in der Industrieversicherung offen. Datengrundlage waren 470.000 Fälle aus den letzten fünf Jahren (Juli 2013 bis Juli 2018) aus mehr als 200 Ländern und mit einem Gesamtwert von ca. 58 Mrd. EUR.

Die größten finanziellen Verluste – mehr als 50 Prozent des Gesamtwerts der analysierten Fälle – gehen demnach weltweit auf Feuer/Explosionen, Schadenereignisse in der Luftfahrt, fehlerhafte Verarbeitung/mangelhafte Wartung und Stürme zurück. Über 75 Prozent der Verluste weltweit lassen sich auf zehn wichtige Schadenursachen zurückführen. 

Die größten Schadentreiber in Deutschland

Auch in Deutschland entstehen weiterhin die größten Schäden durch Feuer und Explosionen. Sie machten im Untersuchungszeitraum 25% des Gesamtwerts aller Schäden aus. Es folgen Produktmängel (12%), und Schäden an technischen und maschinellen Einrichtungen (Maschinenbruch) mit 6%. Zahlenmäßig am häufigsten treten Schadenfälle durch beschädigte Waren (13%) auf. Auch eine fehlerhafte Verarbeitung und Wartung (8%) spielt eine bedeutende Rolle bei der Schadenfrequenz.

„Die Analyse zeigt, dass für Unternehmen und ihre Versicherer immer höhere Werte auf dem Spiel stehen“, sagt Philipp Cremer, Global Head of Claims bei der AGCS. „In dem vernetzten und globalisierten wirtschaftlichen Umfeld, in dem wir uns heute befinden, steigen die Schadensummen an.“ Einerseits liege das an Wertekonzentration auf engem Raum – nicht selten in besonders gefährdeten Regionen –, andererseits aber an Dominoeffekten entlang von Lieferketten und in Netzwerken, die die ganze Welt umspannen. Philipp Cremer: „Was die Zukunft betrifft, werden neue Technologien zwar geschäftliche Vorteile, aber auch neue Risiken und Versicherungsschäden mit sich bringen. Sie bieten uns als Versicherer jedoch auch die Chance, Schäden zu verhindern oder zumindest zu verringern und die Schadenregulierung für unsere Kunden zu optimieren.“ 

Die in den letzten fünf Jahren durch Feuer und Explosionen vernichteten Werte belaufen sich auf mehr als 14 Mrd. EUR. Klammert man Naturkatastrophen aus, dann gingen über die Hälfte (11) der 20 größten analysierten Versicherungsereignisse auf diese Ursachen zurück. Im Durchschnitt ging es pro Feuer-Schadenfall um fast 1,5 Mio. EUR.

„Allgemein treiben in der Sachversicherung sowohl die Inflation als auch die höhere Wertekonzentration die Schadensummen nach oben – dies hat mit der Globalisierung und dem steigenden Integrationsgrad der Lieferketten zu tun“, erläutert Raymond Hogendoorn, Property and Engineering Claims Specialist bei der AGCS. „Die Effizienz in der Industrie steigt und dadurch hat der Wert pro Quadratmeter exponentiell zugenommen. Dementsprechend sind auch Brand- und Überschwemmungsschäden pro Quadratmeter heute deutlich teurer als noch vor zehn Jahren.“ 

Betriebsunterbrechungen als Ursache für Kostenexplosion

Die Kosten von Betriebsunterbrechungen (BU) tragen deutlich zur Höhe des Gesamtschadens bei, der durch Feuer/Explosion oder andere Auslöser entsteht. Bei fast allen bedeutenden Sachversicherungsfällen spielen BU mittlerweile eine maßgebliche Rolle: Im Durchschnitt beläuft sich der BU-Schaden im Rahmen einer Sachversicherung auf über 3 Mio. EUR (3,1 Mio. EUR). Das sind rund 39 Prozent mehr als durchschnittliche direkte Sachschaden (2,2 Mio. EUR).

Obwohl in letzter Zeit Naturkatastrophen in den USA und in vielen anderen Ländern der Welt beispiellose Vermögenswerte vernichtet haben, sind sie nicht der größte Schadentreiber. Die Analyse hat gezeigt, dass Schäden im Bereich der Industrieversicherung üblicherweise auf technisches oder menschliches Versagen – oder auf andere Faktoren, die nichts mit Naturkatastrophen zu tun haben – zurückgehen. Ihr Anteil am Gesamtwert aller Ansprüche liegt bei 87%.

Brandfälle und Reparaturen in der Luftfahrt werden teurer

Die globale Luftfahrtindustrie konnte kürzlich zwar ihr sicherstes Jahr feiern, doch es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Branche deshalb weniger Schadenfälle meldet. Flugzeugabstürze und Kollisionen in der Luftfahrt bilden die zweitwichtigste Schadenursache. Verbundwerkstoffe treiben die Reparaturkosten in die Höhe und auch der Einsatz von technisch komplexeren Triebwerken wirkt sich aus.

Analysen haben auch gezeigt, dass die Versicherer in den vergangenen fünf Jahren Schäden in Höhe von durchschnittlich 32 Mio. EUR pro Tag reguliert haben – allein die AGCS hat ihren Versicherten im Gesamtjahr 2017 4,8 Mrd. EUR gezahlt. Die Branche greift zunehmend auf innovative Technologien zurück, um die Prozesse der Schadenbearbeitung zu optimieren. Kleinere und häufiger auftretende Schadenfälle lassen sich dank maschinellem Lernen und Robotik schneller erledigen. Um nach Naturkatastrophen die durch Stürme oder Überschwemmungen verursachten Schäden rascher einschätzen und bemessen zu können, setzt die AGCS auch Satellitenaufnahmen und Drohnen ein.. Dadurch lässt sich der Einsatz knapper Ressourcen besser steuern (z.B. Schadengutachter oder Handwerker) und die Zahlung von Versicherungsleistungen beschleunigen.

Der Bericht bietet nach Schäden aufgeschlüsselte Statistiken für 13 Länder und analysiert Schadenmuster einer Reihe von Branchen, zum Beispiel der Luft- und Schifffahrt oder der Energiebranche, sowie verschiedener Versicherungssparten wie Sach-, Haftpflicht- oder Technische Versicherung und Financial Lines. 

Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) ist die eigene Marke der Allianz Gruppe für Industrie- und Spezialrisiken. Die AGCS bietet Versicherungsschutz und Risikomanagement-Services über das gesamte Spektrum von Spezialversicherung, ART und Firmengeschäft: Marine, Aviation (inkl. Space), Energy, Engineering, Entertainment, Financial Lines (inkl. D&O), Liability, Mid-Corporate und Property (sowie Internationale Versicherungsprogramme).

Weltweit operiert die AGCS in 32 Ländern mit eigenen Einheiten und in mehr als 210 Ländern und Territorien über das Netzwerk der Allianz Gruppe und andere Partner. 2016 beschäftigte sie über 5.000 Mitarbeiter und lieferte Versicherungslösungen für mehr als die Hälfte der Fortune Global 500-Unternehmen. 2016 zeichnete die AGCS weltweit insgesamt 7,6 Milliarden Euro Bruttoprämien pro Jahr.

Die AGCS SE verfügt über die Bonitätsratings AA von Standard & Poor’s und A+ von A.M.Best (2017).

Weitere Informationen finden Sie unter www.agcs.allianz.com, oder folgen Sie uns auf Twitter @AGCS_Insurance und LinkedIn.

Die Allianz Gruppe zählt zu den weltweit führenden Versicherern und Asset Managern und betreut mehr als 92 Millionen Privat- und Unternehmenskunden. Versicherungskunden der Allianz nutzen ein breites Angebot von der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung über Assistance-Dienstleistungen und Kreditversicherung bis hin zur Industrieversicherung. Die Allianz ist einer der weltweit größten Investoren und betreut im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von rund 673 Milliarden Euro. Zudem verwalten unsere Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors mehr als 1,4 Billionen Euro für Dritte. Mit unserer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in unsere Geschäftsprozesse und Investitionsentscheidungen sind wir der führende Versicherer im Dow Jones Sustainability Index. 2018 erwirtschafteten über 142.000 Mitarbeiter in mehr als 70 Ländern für die Gruppe einen Umsatz von 131 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 11,5 Milliarden Euro.
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Heidi Polke-Markmann
Allianz Global Corporate & Specialty

 

Daniel Aschoff
Allianz Global Corporate & Specialty

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Die Allianz gab heute bekannt, dass sie von der China Banking and Insurance Regulatory Commission (CBIRC) die Genehmigung erhalten hat, eine Versicherungs-Holdinggesellschaft in China zu gründen. Die Gesellschaft - Allianz (China) Insurance Holding Company Limited - wird Chinas erste hundertprozentige Versicherungs-Holding eines ausländischen Versicherers sein und ihren Sitz in Shanghai haben.