Steigende Waldbrandgefahr

Dieser Sommer brachte schon einige schlimme Brände mit sich.

Allein ein Blick nach Kalifornien bestätigt dies: Der US-Bundesstaat sieht sich noch immer mit den bisher schwersten Flächenbränden überhaupt konfrontiert; mehr als 14.000 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um den Flammen Einhalt zu gebieten. Die als „Mendocino-Komplex“ bezeichneten Feuer, die es zu zweifelhaftem Ruhm gebracht haben und bei denen mehr als 136.000 Hektar Land von den Flammen verschlungen wurden, werden sich wohl nicht vor September eindämmen lassen.

Fakt ist, dass Kalifornien durch die Feuer in mehrfacher Hinsicht geschädigt wurde. Die Zahl der Todesopfer ist bereits zweistellig, viele Menschen haben ihr Zuhause verloren und die Sperrung eines großen Abschnitts des weltbekannten Yosemite National Park beeinträchtigt den Tourismus. Die Auswirkungen auf die berühmten kalifornischen Weingüter sind noch nicht absehbar.

Während die Flur- und Waldbrände in dem US-Bundesstaat die Schlagzeilen dominieren, ist die Situation auch in anderen Gegenden der Welt alarmierend. Von Griechenland über Portugal und Schweden bis nach Kanada und selbst in Teilen Asiens – Großfeuer werden immer mehr zur Regel.

Der Klimawandel und andere Faktoren begünstigen trockene und heiße Bedingungen, die solchen Feuersbrünsten den entsprechenden Nährboden bieten. Einem Bericht der AGCS zufolge hat sich die Dauer der Waldbrandsaison in Kalifornien in den vergangenen dreißig Jahren von vier bis fünf auf mehr als sieben Monate verlängert.

Auch in Europa lassen sich seit einigen Jahren längere Zeiträume feststellen, in denen Brände ganze Landstriche verwüsten. Anfang August lag die Zahl der auf dem europäischen Kontinent wütenden Feuer laut European Forest Fire Information System (EFFIS) um 43 Prozent über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Mindestens 15 EU-Länder litten unter mehr Bränden als sonst um diese Zeit des Jahres üblich.

Die potenziellen Verluste durch solche Feuer sind hoch. Abgesehen von Personen- und Sachschäden sind auch die Agrarerträge bedroht, in einigen Fällen mit langfristigen Folgen. So wird die Weinindustrie in Kalifornien die Nachwirkungen noch lange spüren, auch wenn die Flammen bereits erloschen sind.

„Es gibt weltweit nur wenige Gegenden mit ähnlich guten Weinbaubedingungen, wie sie in Napa und Sonoma herrschen – dort findet sich eine einzigartige Kombination aus Boden, Temperatur, Wachstumsperiode und Tageslänge“, erläutert Karen Walter, Leiterin des Bereichs Agribusiness bei der AGCS NA und zuständig für den nordamerikanischen Westen. „Die in dieser Region angebauten Trauben werden für die Herstellung der meisten US-amerikanischen Weinsorten im mittleren bis höheren Preissegment verwendet. Die Hektar Land, die hier für die Produktion verlorengehen, können nicht einfach andernorts ersetzt werden. Jeglicher Produktionsverlust hat daher signifikante Auswirkungen.“

Aber nicht nur die Winzer erleiden Einbußen. Der Mendocino-Komplex wütet in einer Region, in der zudem Weihnachtsbäume gezüchtet, Walnuss- und Birnbäume angebaut sowie Geflügel- und Viehzucht betrieben werden. Im Shasta County befinden sich wichtige Wiesen- und Weideflächen; bedeutend ist die Region auch für die Heuproduktion, Holzwirtschaft und Viehzucht. Die Brände in Oregon zerstörten Weizenpflanzen und Weideflächen, die für Nutztiere gebraucht werden.

Heißt das also, dass wir Menschen nur hilflos zuschauen können, während die Brände alles verwüsten, was uns etwas bedeutet? Mehr als 80 Prozent der Waldbrände werden nachweislich durch den Menschen verursacht – durch heruntergerissene Stromleitungen, Lagerfeuer und sogar Brandstiftung. Angesichts dieser Tatsache gibt es durchaus einiges, was wir tun können.

„Vorbeugung ist der erste Schritt. Entzünden Sie kein Feuer, wenn entsprechende Verbote bestehen oder starke Winde und trockene Bedingungen herrschen. Lassen Sie in der Nähe von trockenem Gebüsch riskante Aktivitäten sein, z. B. Schießen, Off-Road-Fahren, Rauchen usw.“, rät Walter.

„Der zweite Schritt ist die richtige Vorbereitung. Stellen Sie sicher, dass elektrische Leitungen keine Bäume berühren. Schneiden Sie bodennahe Äste Ihrer Bäume und Sträucher zurück. Verwenden Sie für Dachdeckung und Außenfassade Materialien, die nicht leicht entflammbar sind. Gestalten Sie den Außenbereich so, dass Bäume und andere Pflanzen nicht das Gebäude berühren. Reduzieren bzw. ersetzen Sie brennbare Materialien wie Baumrinde oder Mulch. Ebenso sollten Sie andere Brennstoffe wie Paletten, Holz, Gartenabfälle und Müll von Gebäuden entfernt lagern.“

Weitere Tipps zur Brandverhütung finden Sie hier (auf Englisch).

Der Mensch kann Maßnahmen ergreifen, um Brände zu verhindern. Gleichzeitig können Unternehmen sicherstellen, dass sie geschützt sind, wenn doch einmal ein Feuer ausbricht. Zusätzlich zum Abschluss einer Sach- und Ernteausfallversicherung kann ihnen auch eine Risikoberatung helfen. Beispielweise bietet die Allianz entsprechende Dienste über das Allianz Risk Consulting.

„Wir stellen zudem in bestimmten Fällen auch private Brandbekämpfungsdienste bereit, was auf dem Firmenversicherungsmarkt einmalig ist. Mithilfe solcher Dienste werden die veränderlichen Bedingungen während eines Brandes überwacht und beobachtet sowie Materialien zur Brandunterdrückung eingesetzt, wenn es erforderlich ist. Außerdem werden im Rahmen dieser Leistungen auch Empfehlungen zur Reduzierung von brennbaren Stoffen am Kundenstandort gegeben“, erklärt Walter.

Berichten zufolge sind in ganz Kalifornien bereits über 330.000 Hektar Land verbrannt. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche, die zu diesem Zeitpunkt im vergangen Jahr betroffen war. Werden durch die zunehmende Erderwärmung umfassendere und länger andauernde Großbrände zur neuen Regel?

Daniel Aschoff
AGCS
Tel.: +49 89 3800 18900

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