PresseNewsGeschäftsfelderVersicherung: Sturm im Weinglas

Sturm im Weinglas

Service & Kontakte

Allianz Group Communications
Königinstraße 28
80802 München

Ansprechpartner im Überblick

Wir informieren Sie zeitnah über News der Allianz Gruppe.

Abonnieren

Folgen Sie uns in den sozialen Netzwerken: 

Facebook
Twitter
Google+
LinkedIn

  • Kontakt

  • Newsletter

  • Social Media

Weltweit nehmen extreme Wetterereignisse zu und wirken sich auf zahlreiche Sektoren und Branchen aus. Die Landwirtschaft und insbesondere der Weinanbau sind besonders stark betroffen, denn stabile Böden und ein gleichbleibendes Klima sind nötig, um gute Produkte erzeugen zu können. Wie werden sich Feuersbrünste, steigende Temperaturen und starke Regenfälle auf diesen Bereich auswirken? Und wie können Versicherungsgesellschaften Winzer und ihre Kunden unterstützen?
 

Allianz SE
München, 09.08.2017

Welche Bilder steigen vor Ihrem geistigen Auge auf, wenn Sie an die berühmtesten Weinanbaugebiete der Welt denken? Hohe Berge, sanfte Abhänge, fruchtbare Täler und weite, offene Felder?

Eben dieser geologische Reichtum, der Weinregionen so außergewöhnlich macht, ist möglicherweise die größte Achillesferse des Weinbaus. Die besten Winzer der Welt lassen ihre wertvollen Reben in vulkanischem Boden wurzeln, haben Weinstöcke aus der alten Welt in schwindelerregende Höhen gebracht und Weinanbaugebiete sogar mitten in der Wüste geschaffen. Sie wissen – ebenso wie die Millionen von Weintrinkern, die die Früchte dieser Arbeit sammeln und genießen –, dass Höhe, Bodenbeschaffenheit und Klima für einen guten Wein genauso wichtig sind wie Butter zum Backen.

Die geografischen Eigenschaften verleihen nicht nur jedem Wein seine spezifische Note (sein „Terroir“), sie bergen auch beträchtliche Risiken. Wenn das Klima immer unberechenbarer wird, müssen Winzer und Weinbergbesitzer ihre Versicherungspakete sorgfältiger denn je überprüfen.

Minderung von Klima- und Katastrophenrisiken in den größten
Weinregionen der Welt

Allianz-wine_regions_DE

Mutter Natur und der Wein

In den vergangenen Jahren ist in der Fachpresse häufig über Naturkatastrophen in Weinanbaugebieten berichtet worden. So wurde die Weinproduktion in den südafrikanischen Winzergebieten jüngst durch eine zweijährige Dürre in Mitleidenschaft gezogen. Gerade als sich südafrikanische Weine bei Weinkritikern und Sommeliers rund um die Welt Anerkennung verschafft hatten, trat das Wetterphänomen El Niño-Southern Oscillation (auch als „ENSO“ bezeichnet) auf und brachte eine Hitze- und Dürrewelle mit sich. Das ENSOPhänomen tritt regelmäßig auf und führt dazu, dass in Südafrika unterdurchschnittlich viel Regen fällt. 2016 waren Hitze und Trockenheit in Südafrika so stark wie seit 50 Jahren nicht mehr.

Gleichzeitig musste Kalifornien auf der anderen Seite der Welt nach einer Dürre flutartige Regenfälle verkraften. Die Weinberge wurden von nahegelegenen Flüssen überschwemmt, von denen einige zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder über die Ufer traten. Im malerischen Yountville, Kalifornien, mussten die Winzer ihre Hosen hochkrempeln, um überflutete Straßen überqueren und in die Weinberge gelangen zu können.

Die schlimmsten Waldbrände seit hundert Jahren beschädigten oder zerstörten im Januar in Chile mindestens hundert Weinberge mit jahrzehntealten Reben in den Tälern Maule und Colchagua. Die Winzer konnten der Zerstörung der Pflanzen, die ihre Familien seit Jahren mit viel Liebe und Mühe gepflegt hatten, nur schmerzerfüllt zusehen. Den chilenischen Behörden zufolge handelte es sich um die größte Waldbrandkatastrophe in der Geschichte des Landes.Brände schädigten auch die Ernte im französischen Languedoc im September 2016, nur einen Monat, nachdem golfballgroße Hagelkörner Hunderte Hektar nahe Montpellier verwüstet hatten.

Im November 2016 wurden in Neuseeland innerhalb von nicht einmal drei Minuten fünf Millionen Liter Wein vernichtet, als ein Erdbeben der Stärke 7,8 die Südinsel mit der Gewalt von geschätzt „40 Atombomben” erschütterte. Der Verlust entsprach etwa zwei Prozent der neuseeländischen Jahresproduktion. Im Marlborough District wurde Wein in großen Mengen weggebracht, um Schäden durch die 1.785 Nachbeben zu vermeiden.

Im Allgemeinen kann ein Weinjahrgang in einem heißen Jahr in einem warmen Klima hervorragend ausfallen; zu große Hitze kann wiederum sehr schädlich sein. Der Wein wird dann süßer und weist einen höheren Alkoholgehalt auf, was nicht immer wünschenswert ist. Der Klimawandel verursacht eine Reihe von Problemen, von der Bewässerung über eine Zunahme von Rebkrankheiten bis hin zur Bodenerosion infolge starker Regenfälle oder Überschwemmungen. Nach Auffassung mancher Klimaexperten sind Südeuropa und Kalifornien von der Klimaerwärmung besonders gefährdet. Einige Spezialisten prognostizieren, dass in Kalifornien zum Ende des Jahrhunderts aufgrund der Erwärmung nur noch in den vom Seewind gekühlten Küstengebieten erfolgreich Wein angebaut werden kann.

„Ich habe vor kurzem in Südafrika intensiv die Regionen Stellenbosch, Constantia und Swartland sowie das Gebiet Hemel-en-Aarde an der Südküste bereist“, erklärt Dan Pastore, Vertriebsmitarbeiter und Manager bei Kings Fine Wines & Spirits, Short Hills, New Jersey. „Allgemein wird die Auffassung vertreten, dass sich der Klimawandel in der Region Western Cape bereits im Jahr 2030 bemerkbar machen wird. Natürlich sind derartige Prognosen sehr schwierig. Doch in weiten Kreisen herrscht Einigkeit darüber, dass große Herausforderungen bevorstehen und die Winzer sich unverzüglich so gut wie möglich darauf vorbereiten müssen.“

Laut Pastore dauert die Dürrephase in den meisten Regionen Südafrikas bereits seit zwei Jahre an. „Der Klimawandel wirkt sich vor allem in Form von Wasserknappheit auf den hiesigen Weinanbau aus. Einige alte Reben – darunter sind in Südafrika 30- bis 50-jährige Pflanzen zu verstehen – wie z.B. Chenin Blanc und Semillon sind wahre Überlebenskünstler und haben sich sehr gut angepasst. Es handelt sich um nicht erzogene, widerstandsfähige, buschige Weinstöcke, die über die Jahrzehnte hinweg umfangreiche Wurzelsysteme entwickelt haben.“

- Brett McKenzie

  Auf einen Blick

  • Weingüter brauchen stabile Böden und ein gleichbleibendes Klima. Waldbrände, Dürre, Überschwemmungen, steigende Temperaturen und weitere Folgen des Klimawandels bedrohen dieses Gleichgewicht
  • Die Probleme infolge des Klimawandels reichen von Bewässerungsschwierigkeiten über erkrankte Rebstöcke bis hin zur Bodenerosion wegen übermäßiger Regenfälle, Überschwemmungen oder ausgedehnter Hitzephasen
  • In der Weinindustrie befürchtet man, dass Teile von Kalifornien, Frankreich, Spanien, Portugal, Australien und Südafrika zu heiß und trocken werden, um bis 2050 Qualitätsweine zu produzieren
  • Die Besitzer und Betreiber von Weingütern müssen im Hinblick auf ihr Risikomanagement auf volatiles Wetter und ungewöhnliche geologische Ereignisse infolge der Klimaänderungen achten

Dieser Artikel wurde zuerst im AGCS Global Risk Dialogue veröffentlicht, einem Magazin mit Expertenmeinungen und News rund um das Thema Unternehmensrisiken von Allianz Global Corporate & Specialty.

  Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:

 

  Pressekontakt

Heidi Polke
Allianz Global Corporate & Specialty
Tel.: +49 89 3800 14303
E-Mail senden

  Mehr auf allianz.com

Allianz X gibt Veränderungen von Strategie und Führung bekannt

Allianz-Allianz flags
24.11.2017 | Allianz SE

Allianz X orientiert sich um von einem Company Builder zu einer strategischen Investmentgesellschaft für digitale Themen. Nazim Cetin wird Allianz X als alleiniger CEO in dieser neuen Phase führen.

Mehr dazu...

Welthandel: Endlich gute Nachrichten

Allianz-Euler Hermes Report zum Welthandel
23.11.2017 | Allianz SE

Nach einer jahrelangen Flaute hat der Welthandel nun endlich wieder spürbar an Fahrt gewonnen. Im laufenden Jahr dürfte das globale Handelsvolumen um 4,3 Prozent steigen und für 2018 wird mit einem Plus von 3,9 Prozent gerechnet. Nach Hochrechnungen der Allianz würde dies einem Wertzuwachs von 6,3 bzw. 7,5 Prozent entsprechen.

Mehr dazu...

Allianz-Studie: Millennials optimistisch trotz düsterer Zukunftserwartungen

Allianz-Millennials
20.11.2017 | Allianz SE

Millennials rechnen mit düsteren Aussichten für ihre Altersgruppe und erwarten, dass sich ihre finanziellen und Karrieremöglichkeiten einschränken werden. Gleichwohl gehen vier von fünf jungen Menschen davon aus, dass sich ihr Leben in den nächsten fünf Jahren verbessert.

Mehr dazu...
Mehr dazu...