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„Die Altersversorgung hat sich zu einem Drahtseilakt entwickelt“

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  • Ein neuer Indikator prüft, ob heutige Arbeitnehmer zukünftig ein angemessenes Renteneinkommen erwarten können

  • Top 3 von 49 Ländern: die Niederlande, Dänemark, Norwegen; Deutschland auf Rang 13

  • Malaysia, Indien, Indonesien auf den hinteren Plätzen

 

Allianz SE
München, 22.07.2015

Allianz-finke_renate_291 Dr. Renate Finke, Senior Economist bei Allianz International Pensions und Verfasserin der Studie

Allianz International Pensions hat den Retirement Income Adequacy (RIA)-Indikator entwickelt; er bewertet 49 Länder auf ihr Potential, zukünftigen Rentnern ein angemessenes Alterseinkommen zur Verfügung zu stellen. Dabei analysiert er mehrere Einkommensquellen (staatliche, betriebliche, private Altersvorsorge, finanzielle Vermögenswerte, Immobilien) sowie die im Alter relevanten Ausgaben, etwa für die Gesundheitsversorgung.

 

Rentensysteme, deren staatliche, betriebliche und private Säulen weitgehend ausgewogen sind, liegen im Ranking weit oben. Diese Systeme können aller Wahrscheinlichkeit nach ein angemessenes Renteneinkommen bieten. Die Top 3 sind die Niederlande, dicht gefolgt von Dänemark und Norwegen. Deutschland liegt im oberen Mittelfeld auf Platz 13. Weiter unten auf der Liste finden sich Entwicklungsländer ohne umfassende Rentensysteme: Indonesien und Indien belegen dabei die hinteren Plätze, Malaysia schneidet etwas besser ab. Einige Länder im Mittelfeld zeichnen sich durch lediglich eine starke Säule aus (staatliche, betriebliche oder private Rente), Österreich zum Beispiel.

 

Quellen für Renteneinkommen überdenken

 

„Wir wissen, dass Rentner künftig auf unterschiedliche Einkommensquellen zurückgreifen müssen“, sagt Dr. Renate Finke, Senior Economist bei Allianz International Pensions und Verfasserin der Studie. „Daher betrachtet der RIA-Ansatz alle Einkommensquellen ganzheitlich und beschränkt sich nicht nur auf einen Faktor des Renteneinkommens, z.B. die staatliche Rente. Warum? Die Altersversorgung hat sich zu einem Drahtseilakt entwickelt, bei dem die finanzielle Nachhaltigkeit der staatlichen Rentensysteme gewahrt (siehe Pension Sustainability Index) sowie ein gewisses Level an Renteneinkommen für zukünftige Generationen sichergestellt werden müssen.“

 

Die Regierungen haben Reformen eingeleitet, die in einem geringeren staatlichen Renteneinkommen künftiger Rentner resultieren – im Vergleich zu ihrem Einkommen vor dem Renteneintritt und zu den Rentnern von heute. Daher werden in Zukunft andere Quellen hinzukommen müssen und die Zusammensetzung des Renteneinkommens wird sich ändern: Staatliche Renten werden durch kapitalgedeckte Elemente ersetzt; leistungsorientierte Pensionspläne entwickeln sich in Richtung beitragsorientierter, und familienunterstützte Strukturen wandeln sich hin zu mehr formalisierten, staatlichen Strukturen.

 

Bei allen Veränderungen bleibt eine Frage gleich: Wie viel Renteneinkommen ist angemessen? „Es gibt kein Patentrezept“, erklärt Finke. „Einige Länder definieren die Angemessenheit als einen sozialen Standard, wie etwa die Armutsgrenze oder einen Prozentsatz des Einkommens vor dem Renteneintritt, andere Länder zielen darauf ab, den Lebensstandard vor der Rente weitgehend aufrecht zu erhalten.“

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Retirement Income Adequacy (RIA) Ranking

Download(Download und Verwendung bei Nennung der Quelle: allianz.com)

Die Niederlande an derSpitze, Deutschland steht vor Herausforderungen

Die Top-3-Länder werden gefolgt von der Schweiz, Japan, den Vereinigten Staaten und Österreich. Gleich danach folgt Schweden. Die Niederlande, Dänemark, die Schweiz, die Vereinigten Staaten und Schweden erreichen eine hohe Bewertung für ihre kapitalgedeckten Säulen. Im Hinblick auf das jeweilige staatliche Rentensystem fällt die Einstufung etwas moderater aus. Das angesparte private Vermögen ist hoch, bei der Gesundheitsversorgung muss vergleichsweise wenig privat zugezahlt werden und es gibt gute Fortschritte bei der Verlängerung der Lebensarbeitszeit.

Deutschland liegt im internationalen Vergleich im oberen Drittel. Zwar hat man begonnen die Altersvorsorge breiter aufzustellen, allerdings ist die kapitalgedeckte Alterssicherung weiterhin ausbaufähig. Beispielsweise nehmen innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge nicht alle Arbeitnehmer ihren gesetzlichen Anspruch auf Entgeldumwandlung wahr. Insgesamt erwerben nur 56.4% aller Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Betriebsrente. 

Indonesien und Indien liegen am unteren Ende der Skala. Die Ursachen liegen vor allem darin, dass nur ein geringer Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung in einem formalen Vorsorgesystem erfasst ist, zudem ist die kapitalgedeckte Säule unterentwickelt und die privaten Auslagen für die Gesundheitsversorgung sind hoch. Dies belastet den finanziellen Spielraum der älteren Generation enorm. Malaysia schneidet etwas besser ab, da Arbeitnehmer verpflichtet sind, Kapitalvermögen für ihre Altersversorgung aufzubauen. Der Nachteil ist, dass sie schon früh Mittel aus ihren Rentenkonten entnehmen können und damit Gefahr laufen, dass sie nur ein geringes Einkommen beziehen können oder ihnen später sogar das Geld ausgeht.

Eines der Probleme, dem sich viele Länder gegenübersehen, kann am Beispiel Österreich veranschaulicht werden. Während das gesetzliche Rentensystem dem Land eine gute Bewertung hinsichtlich der Angemessenheit einbringt, ist die kapitalgedeckte Säule unterentwickelt. Da das Renteneintrittsalter aber nach wie vor niedrig ist und somit die Menschen eine lange Zeit im Ruhestand Renten beziehen, steht die langfristig nachhaltige Finanzierbarkeit in Frage. „Dies ist eine Situation, in der die Kehrseite der Angemessenheitsdebatte zum Tragen kommt – die Frage nach der Nachhaltigkeit des Pensionssystems“, sagt Finke. „In Ländern wie Österreich, mit nur einer starken Säule, stehen möglicherweise auf längere Sicht wieder Rentenreformen auf der politischen Agenda, die zu niedrigeren Rentenniveaus führen werden. Dann ist es wichtig, auch Maßnahmen zur Stärkung der sonstigen Einkommensquellen mit einzubeziehen. „Ein integriertes Altersvorsorgesystem wird zunehmend wichtig; die verschiedenen Einkommensquellen müssen gemäß ihrer Rolle im Gesamtsystem gestaltet werden.“

Finke: „Wir sind uns bewusst, dass der Vergleich zwischen sehr unterschiedlichen Pensionssystemen durchaus das eine oder andere Defizit aufweist, aber der RIA-Index erhebt keinen Anspruch auf eine absolute Bewertung der jeweiligen Systeme. Es können aber Facetten beleuchtet und verglichen werden, um die Diskussion um ein optimales Alterssicherungssystem zu unterstützen oder Entwicklungsmöglichkeiten in den verschiedenen Ländern aufzuzeigen.“

  Kontakt für Presse

Petra Brandes
Allianz SE
Tel.: +49 89 3800-18797
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