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Ask-anything-Runden und Seifenkisten: Wo der 127 Jahre alte Versicherer zu einem Garagenbetrieb wird. Zu Besuch in der Digital Factory...

Allianz SE
München, 10.10.2017

Eines Tages sollen hier 3000 Menschen wohnen und 12 600 arbeiten. Noch ist das riesige Gelände hinter dem Münchner Ostbahnhof eine einzige Baustelle. Aber im neuen Werksviertel, einst Standort von Pfannis Knödelfabrik, geht es munter voran. Schiffscontainer sind mit wilden Graffiti besprüht, und aufeinandergestapelt beherbergen sie eine Cafeteria und eine Kölsch-Kneipe. In einer aufgemöbelten Werkshalle nebenan haben sich junge Unternehmen eingemietet; im zweiten Stockwerk zum Beispiel die Titaneon Media AG, in der sich Torwartlegende Oliver Kahn als Internetunternehmer betätigt. Ganz oben residiert die Allianz.

Allianz-global digital factory

Das 1890 gegründete Versicherungsunternehmen hat hier das Quartier für seine Global Digital Factory aufgeschlagen, die neben der Allianz X die Digitalsierung erprobt. Das campusartige Umfeld der Digitalfabrik, gepaart mit dem an das Alphabet-Forschungslabor Google X angelehnten Namen sollen offenkundig den Gründerspirit des Silicon Valleys in den Münchner Konzern tragen.

Allianz-Solmaz Altın, Chief Digital Officer of Allianz SE

Solmaz Altin, Allianz Chief Digital Officer

In der Digitalfabrik mit ihren derzeit 35 Mitarbeitern erinnert nichts mehr an die nüchterne Büroatmosphäre eines Versicherers: Offene Küche mit Espressobar, Büros und Ruhezonen, Schaukelstühle und Loungemöbel, ein Auditorium mit Stufen, das für sogenannte Townhall-Meetings samt Ask-Anything-Runden" genutzt wird - das alles geplant von zwei renommierten Designstudios. Solmaz Altin, der neue Chief Digital Officer der Allianz, führt Besucher gern durch das turnhallengroße Loft, vorbei an den Seifenkisten vom letzten Team-Event. Für den 43 Jahre alten Manager ist die lockere Arbeitsatmosphäre nichts Neues. In der Allianz Türkei in Istanbul, deren Vorstandsvorsitzender Altin zuvor war, habe es so auf 20 Etagen ausgesehen, erzählt er.

Und überhaupt die Türkei: Wenn es um die digitale Transformation" geht, dann hat die Allianz am Bosporus schon jede Menge Erfahrung gesammelt. Einige digitale Innovationen zur Neuerfindung der Versicherung haben wir schon vor Jahren zuerst in der Türkei erprobt", erzählt der in Krefeld geborene Türke. Wenn die Allianz heute ihre Produkte vom Kundenbedürfnis her entwickele, dann liege der Ursprung dieser Idee in der Türkei: Wir haben die CX-Methode entwickelt, mit der wir Kunden-Feedback viel granularer aufnehmen können als bisher. CX steht dabei für Customer Excellence. Bevor wir eine neue Versicherung entwickeln, nutzen wir die Ergebnisse der Kundenbefragung. 2015 haben wir begonnen, das CX-Modell in der gesamten Allianz-Gruppe auszurollen", erzählt der Digitalisierungs-Chef.

Altins Posten gibt es erst, seit Oliver Bäte vor zwei Jahren den Vorstandsvorsitz mit dem Versprechen übernommen hat, die Allianz zu modernisieren, solange die Milliardengewinne den nötigen Spielraum dafür schaffen. Damals legte Bäte seine Renewal Agenda", die der Allianz mehr Wachstum, geringere Kosten und eine vollständige Digitalisierung bringen soll. Bis Ende 2018 sollen für Schäden und Kosten nicht mehr als 94 Prozent der Prämieneinnahmen ausgegeben werden, die Eigenkapitalrendite soll bei 13 Prozent liegen, der Gewinn je Aktie um 5 Prozent jedes Jahr zulegen.


Das sind die Ziele. Und Altin muss die digitale Transformation bewerkstelligen. Neben der Digital Factory gehört dazu auch die Allianz X, die sich als Company Builder" und Investor versteht: Sie soll neue Geschäftsmodelle der Isurtech-Szene identifizieren, entwickeln, global skalieren und den Aufbau von Start-up-Unternehmen unterstützen. Dafür hat der Konzern die Einheit mit einer stattlichen Summe an Kapital ausgestattet: 430 Millionen Euro fließen in den Allianz-X-Fonds. Wir haben für uns die fünf Ökosysteme Mobilität, Gesundheit, Smart Home, Vermögensverwaltung und Künstliche Intelligenz definiert", sagt Altin. Wir sprechen von Game Plans, und haben für jedes Feld Scouting-Einheiten, die sich jedes Jahr ungefähr 1000 Start-ups in der ganzen Welt anschauen."

 

Allianz-Allianz Global Digital Factory

Von Startups lernen

Einiges ist bereits auf den Weg gebracht. Die Allianz X hat sich beispielsweise an dem Automakler Abracar beteiligt. Das Start-up kümmert sich wie eine Online-Agentur um die komplette Vermarktung eines Gebrauchtwagens, von den Fotos über die Inserate bis zum Verkauf. So wie in Abracar haben wir in sieben Unternehmen investiert und noch viel in der Pipeline. Und unsere Mittel reichen auch aus, um das Wachstum unserer Start-ups weiter zu finanzieren."


Natürlich kann die Allianz sich Fehlschläge bei ihren Investments leisten. Wie Altin erläutert, geht es dem Konzern auch darum, von den Start-ups zu lernen. Das klingt zunächst merkwürdig. Die Allianz hat 85 Millionen Kunden, beschäftigt fast 150 000 Menschen in 70 Ländern und verwaltet für Versicherte und Investoren 1,5 Billionen Euro und damit das Vierfache des deutschen Staatshaushaltes. Ein Weltkonzern, der sich mit Garagenunternehmen vergleicht?


In der Allianz X ist das gar nicht merkwürdig. Hier wissen Manager wie Altin ganz genau, dass Neues aus ganz kleinen Strukturen entstehen und dann eine revolutionäre Wirkung entfalten kann. Tatsächlich ist die Revolution in der Assekuranz in vollem Gang. Seit Jahren kaufen immer mehr Menschen Versicherungen im Internet. Junge Unternehmen wie Clark, Getsafe oder Knip versprechen maßgeschneiderte Lösungen. Sie bieten dem Verbraucher in digitalen Versicherungsordnern einen Überblick über all seine Verträge, sie vermitteln Policen über eine App auf dem Smartphone. Das ist einfach und bequem für den Kunden - und hochgefährlich für den Versicherer, denn er verliert den Kontakt zum Kunden. Wer bei Knip oder Getsafe versichert ist, der weiß oftmals gar nicht, welcher Versicherer hinter der jeweiligen Police steht.
Auch darum geht es der Allianz: Sie will neue Wettbewerber auf Abstand halten. Die fortschreitende Digitalisierung vergrößert die Sorgen vieler Allianz-Vertreter, dass die Kunden bald ihre Autoversicherung ebenso bei Amazon kaufen wie den Bestsellerroman.


Altin und seine Digitalisierungstruppe bereiten den gesamten Konzern auf die neue Zeit vor. Deshalb entwickeln sie selbst neue Produkte, die es dem Kunden so einfach wie möglich machen. Dann wird schon einmal mit Sprachcomputern wie Amazons Alexa herumexperimentiert.

Prototypes und Roll-Outs

Wir arbeiten gerade daran, die Hausratversicherung mit anderen modularen Produkten zu verbinden: Der Kunde kann dann Alexa fragen, ob der Fahrraddiebstahl mitversichert ist, Alexa checkt das mit der Allianz-Datei, und für den negativen Fall nennt Alexa den Preis und vermittelt den Abschluss", sagt Altin. Der Prototyp funktioniert schon, und jetzt wollen wir ihn auf eine Plattform auch für andere Geräte stellen und ihn dann zunächst in einem Land auf den Markt bringen."

Welche Rolle der Allianz-Vertreter in der digitalen Welt spielt? „Die Unterscheidung zwischen den Millennials und älteren Menschen ist nicht immer sinnvoll. Viele Kunden nutzen die Allianz-App und informieren sich online. Aber sie wollen weiter die Betreuung durch den Vertreter. Wir müssen sicherstellen, dass die Beratungsqualität weiterhin stimmt." Was Altin sagt, klingt beruhigend für die mehr als 8000 Vertreter in den heimischen Allianzagenturen. Aber auch ein Digitalfachmann wie Altin kann sich irren.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv

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Gregor Wills
Allianz SE
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