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Der Weg in Richtung vollautonomes Fahren ist mit guten Absichten, aber auch etlichen möglichen Schlaglöchern gepflastert. Muss die Versicherungsindustrie mit steigenden Kosten für Schadensansprüche rechnen?



Allianz SE
München, 27.04.2017

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Jack fährt mit 130 km/h über die A9. Er hält eine konstante Geschwindigkeit und respektvollen Abstand zu dem Fahrzeug vor ihm, er bewegt sich nahtlos im dichten Verkehr. Allerdings ist Jack stur und lässt kein anderes Auto in seine Spur wechseln - auch wenn der Fahrer nett lächelt. Jack kann Mimik nicht verstehen, er wurde nicht darauf programmiert diese zu erkennen.  Wie Sie wahrscheinlich schon vermuten, ist Jack ganz und gar nicht menschlich: Jack ist ein Prototyp, ein teilautomatisierter Audi und dies ist eine Testfahrt.


Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer des Allianz Center for Technology (AZT) hat sich freiwillig als Beifahrer für die automatische Testfahrt zur Verfügung gestellt. Er fährt gemeinsam mit einem ausgebildeten Erprobungsteilnehmer. “Und ich habe mich ziemlich sicher gefühlt.”, so Lauterwasser.

Fahrzeuge wie Jack werden wohl immer häufiger auf unseren Straßen auftauchen - was einst nur in der Sciencefiction-Welt existierte, wird nun immer mehr zur Realität.  Die ersten vollautomatisierten Fahrzeuge sollen planmäßig 2021- 2023 vorgestellt werden (abhängig von der Klärung rechtlicher Fragen und technologischen Entwicklungen). Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman, soll bis zum Jahr 2035 ein Drittel aller Fahrzeuge teil- oder vollautomatisiert fahren.
 

Vom ersten Auto bis zum ersten selbstfahrenden Auto

Seit der Vorstellung des ersten benzinbetriebenen Fahrzeugs durch Carl Benz im Jahr 1885 hat sich viel getan. Doch es liegt noch ein langer Weg vor uns: Autonomes Fahren wird Schritt für Schritt kommen und nicht auf einen Schlag. In den nächsten 20-25 Jahren wird auf den Straßen eine Mischung aus autonomen und personengeführten Fahrzeugen unterwegs sein, während der Übergang hin zu autonomen Fahren vollzogen wird.


Rolf Behling, Leiter Fahrzeugtechnik im Automotive Innovation Center der Allianz Worldwide Partners, benennt die sechs Stufen der Automatisierung. Die erste Stufe ist das manuelle Fahren, während die zweite Stufe Fahren mit Assistenzsystemen darstellt. Im Moment befinden wir uns auf der dritten Stufe, der Teilautomatisierung.


Moderne Fahrerassistenzsysteme, die von automatisierten Einparkhilfen bis hin zu Kollisionsausweichsystemen reichen, werden bereits in viele Automarken integriert.
Ab dem Jahr 2018 können wir mit noch weiteren Automatisierungen rechnen, was bedeutet, dass ein automatisches Fahrsystem die Kontrolle in bestimmten Situationen übernimmt, der Mensch aber eingreift sobald dies notwendig wird.  Auf diese Stufe folgt dann die hohe Automatisierung; die finale Stufe wird die Vollautomatisierung darstellen, in der ein automatisches Fahrsystem alle Fahraspekte unter allen Straßen- und Umweltbedingungen meistern kann.


Behling geht davon aus, dass autonome Fahrzeuge zunächst als Flottenfahrzeuge eingesetzt werden, wie z. B. bei Busunternehmen oder Mobilitätsdienstleistern wie Uber, die diese in einem Umfeld mit der notwendigen Infrastruktur betreiben können. Das Allianz Automotive Innovation Center arbeitet bereits mit einem Busunternehmen, das eine autonome Busflotte entwickelt und einsetzt. Allianz versichert diese Testflotte teilweise und gewinnt dabei einen Einblick in die Entwicklung der Sensoren und der Software.  Private Fahrzeuge werden zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Ein Gewissenskonflikt

So sehr die Technologie auch fortgeschritten ist, stellt sich doch die Frage , ob wir  einem Computer die Macht geben können in einer Situation über Leben oder Tod zu entscheiden?  Soll das Auto vor einem Kind, das über die Straße läuft ausweichen oder die Insassen des Fahrzeugs schützen? Hier gibt es gewiss einige heikle, ethische Fragen, die noch geklärt werden müssen, bevor Autos voll autonom fahren können.  In Deutschland wurde sogar eine Ethikkommission gegründet, die sich mit diesen Fragen befasst.


Und wie sieht es mit den Sicherheitsbedenken aus: selbst die ausgefeilteste Technologie ist doch nicht unfehlbar?  Mögliche Sicherheitslücken bei autonomen Fahrzeugen: die Sensoren werden von schlechtem Wetter beeinflusst oder die Sicht des Autos durch Hindernisse, wie zum Beispiel Gebäude an einer Kreuzung, beeinträchtigt.  "Was würde zum Beispiel passieren, wenn viel Schnee auf der Straße liegt,der die Straßenmarkierungen verdeckt?", so Lauterwasser. Damit ein automatisiertes Auto derartige Situationen versteht und bevor die Fahrzeuge für die breite Masse auf den Markt gebracht werden können, muss sicher noch mehr Fachwissen gesammelt werden.

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Ein neuer Fahrplan für den Versicherungsmarkt

KFZ-Versicherungen müssen sich ebenfalls mit diesen Veränderungen befassen.  Laut Carsten Krieglstein, Head of Liability bei der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), wird die Technologie für autonomes Fahren zu einem Rückgang an Fahrzeughaltern führen. Der Trend bei den Mobilitätskonzepten wird hin zu Fahrzeugflotten, Carsharing und selbstfahrenden Taxis gehen. Die Versicherer werden jährlich nicht mehr Millionen von Einzelversicherungen für Fahrer ausstellen, sondern vermehrt große Versicherungspolicen für Hersteller, Flottenbesitzer oder -manager verkaufen.


Eines steht fest, die Komplexität der Schadensabwicklung wird mit den Technologien für autonomes Fahren ansteigen, so Wolfram Schultz, der Global Practise Group Leader Liability, Heavy Industry and Manufacturing, AGCS. Künftig wird nicht mehr nur der Fahrer, Fahrzeughalter oder Mobilitätsdienstleister im Fokus stehen, sondern auch die Automobilhersteller, Autozulieferer, die Hard- und Softwarelieferanten, Netzbetreiber, Rechenzentren und weitere Kooperationspartner werden eine wichtige Rolle spielen.


Automobilhersteller werden eine Verlagerung in Richtung Produkthaftung erleben und die Versicherungsunternehmen müssen sich technisches Fachwissen aneignen, da es bei der Preisgestaltung nicht mehr rein um historische Daten und Fahrerprofile gehen wird.  Schultz geht davon aus, dass die Versicherungsindustrie mit steigenden Kosten für die Schadensabwicklung rechnen muss.  “Vollautonome Fahrzeuge verfügen über so viele Sensoren und Technologien, die angepasst und überprüft werden müssen, dass bereits kleine Schäden sehr viel mehr Kosten verursachen könnten als im Moment. Aufgrund der Vielzahl an eingebauter Technologie, wird die kleine Autowerkstatt um die Ecke diese Nachjustierungen nicht mehr durchführen können, da sie sich die notwendigen Test- und Einstellungsgeräte nicht leisten kann. Zusätzlich zu den Materialkosten wird dies die Kosten für Schadensansprüche noch weiter in die Höhe treiben."


Die gesetzlichen Regelungen für vollautonomes Fahren müssen möglicherweise dahingehend angepasst werden, dass ein Fahrzeug für einen Unfall verantwortlich gemacht werden kann. Das Wiener Abkommen über den Straßenverkehr, eine internationale Vereinbarung zum Thema Straßenverkehr und Sicherheit, wurde im März angepass,um Fahrerassistenzsystem mit einzubinden. Allerdings legt es noch immer klar fest, dass der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug haben muss und für jegliche Schäden verantwortlich ist. “In den nächsten Jahren werden wir noch immer das Konzept eines Fahrers verfolgen und das ist nur möglich,wenn der Fahrer das Fahrzeug auch fahren kann.", so Lauterwasser.  
Zum jetzigen Zeitpunkt müssen die Fahrer ihre Hände am Lenkrad und ihre Augen auf die Straße gerichtet haben.

Dieser Artikel ist eine gekürzte Fassung des Artikels, der in der 25. Ausgabe des PROJECT M erscheinen wird, ein Magazin der Allianz über Asset Management und Versicherung.

  Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

 

  Pressekontakt

Bettina Sattler
Allianz SE
Phone: +49 89 3800 16048

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