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Wie Wasserstoff grüne Energie erzeugen kann

Im Jahr 1875 entwickelte  der Science-Fiction-Autor Jules Verne eine Idee , die damals als ziemlich absurd galt.

„Wasser wird eines Tages als Brennstoff verwendet werden, und der Wasserstoff und der Sauerstoff, aus denen es besteht, werden, einzeln oder zusammen verwendet, eine unerschöpfliche Wärme- und Lichtquelle sein, deren Intensität Kohle nicht erreichen kann", schrieb er in seinem Buch „Die geheimnisvolle Insel“.

Heute ist Vernes Prophezeiung auf dem besten Weg, Wirklichkeit zu werden. Der als „grünes Öl des 21. Jahrhunderts“ angepriesene Wasserstoff wird zunehmend als Alternative zu fossilen Brennstoffen propagiert.

Als „sauberer“ Verbrenner verspricht Wasserstoff, eine wertvolle Waffe im Kampf gegen den Klimawandel zu sein. Allianz Corporate Global & Specialty (AGCS), der Unternehmensversicherer der Allianz Gruppe, zeigt die Chancen und Risiken auf, die das Molekül bietet. 

H wie hohes Potenzial

Von Kindesbeinen an wird uns allen der Wert von Wasserstoff als Baustein von Wasser, dem Lebenselixier, vermittelt.

Unternehmen und Regierungen werden sich nun seines Potenzials für die Dekarbonisierung der Wirtschaft bewusst. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen setzt Wasserstoff bei seiner Verbrennung Wasser statt Kohlendioxid frei. Die Möglichkeiten in den Bereichen Energie, Mobilität und Industrie sind also vielfältig.

Zu den Großprojekten in diesem Bereich gehören das 20-Milliarden-Dollar-Projekt „North H2“ in der Nordsee bei Groningen in den Niederlanden und das 5-Milliarden-Dollar-Projekt Neom Mega-City in Saudi-Arabien.

Nach Angaben von McKinsey wird der jährliche weltweite Absatzmarkt für Wasserstofftechnologie in den nächsten drei Jahrzehnten auf 2,5 Billionen Dollar geschätzt.

Die Chancen

Was ist also so besonders an Wasserstoff? Eine ganze Menge:

Er kann Energie transportieren und speichern, Treibstoff für alle Verkehrsmittel liefern und fossile Kohlenwasserstoffe in Branchen wie der Stahlproduktion, der Petrochemie und Raffinerien ersetzen, die oft am schwierigsten zu dekarbonisieren sind.

Wasserstoff speichert mehr Energie pro Gewichtseinheit als die meisten anderen Kraftstoffe. Ein Kilo Wasserstoff kann einen Geländewagen bis zu 100 Kilometer weit antreiben.

Er kann aus kohlenstoffarmen Quellen hergestellt, gelagert, verflüssigt und durch Pipelines, Lastwagen und Schiffe transportiert werden. Wasserstoff in Brennstoffzellen kann für den Schwerlastverkehr in Zügen, Flugzeugen oder Schiffen verwendet werden. Er ermöglicht es nicht nur, ohne Kohlenstoffemissionen zu fahren, sondern hilft auch, längere Strecken zurückzulegen und schneller aufzutanken als batteriebetriebene Fahrzeuge.

Darüber hinaus handelt es sich um ein einziges Produkt, das in mehreren Sektoren wie der Strom- und Wärmeversorgung und der Mobilität eingesetzt werden kann.

Mehrere Projekte zeigen bereits die Möglichkeiten auf:

Der koreanische Automobilhersteller Hyundai hat seine erste Serie von Lastwagen mit Wasserstofftanks in die Schweiz geliefert, während der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp plant, bis 2030 Wasserstoff als Ersatz für Kokskohle in der Stahlproduktion einzusetzen. In Österreich hat ein Wasserstoffzug des französischen Eisenbahnunternehmens Alstom den regulären Betrieb aufgenommen.

Die Herausforderungen

Obwohl der Markt riesig ist, müssen noch einige Probleme gelöst werden, bevor wir das Potenzial von Wasserstoff für unseren Energiebedarf voll ausschöpfen können. Derzeit wird er hauptsächlich aus kohlenstoffreichen Quellen hergestellt. Produktion, Speicherung und Transport von Wasserstoff sind teuer, und die Effizienz muss noch gesteigert werden.

Außerdem sind die Liefer- und Wertschöpfungsketten für seine Nutzung komplex und müssen koordiniert werden. Darüber hinaus müssen noch neue Sicherheitsstandards entwickelt werden, und es wird einige Zeit dauern, bis Wasserstoff in der Gesellschaft akzeptiert wird.

Die mit Wasserstoff verbundenen Risiken betreffen vor allem die Brand- und Explosionsgefahr und Betriebsunterbrechungen, die mit einer  fehlerhaften Nutzung und Handhabung der entsprechenden Technologien sowie mit dem Transport des Produkts verbunden sind.

Im Gemisch mit Luft kann Wasserstoff Explosionen verursachen. Da er farb- und geruchlos ist, lassen sich undichte Stellen ohne spezielle Detektoren nur schwer erkennen. Um das Risiko einer Betriebsunterbrechung zu minimieren, muss die Unversehrtheit der verwendeten Systeme sichergestellt werden.

Der Transport von verflüssigtem oder komprimiertem gasförmigem Wasserstoff in Containern ist ebenfalls ein bekanntes Risiko.

Eine Chance für Versicherer

Zurzeit macht Wasserstoff weniger als 2 Prozent des europäischen Energieverbrauchs aus. Das könnte sich in Zukunft ändern. Im vergangenen Jahr hat die Europäische Kommission ihre Wasserstoffstrategie für ein klimaneutrales Europa angekündigt. Die Strategie beinhaltet das ehrgeizige Ziel, bis 2030 in Europa 40 Gigawatt an Elektrolyseur-Kapazitäten zur Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff zu schaffen.

In Anbetracht dieses Ziels werden die Versicherer in Zukunft wahrscheinlich einen erheblichen Anstieg der Nachfrage nach Versicherungen für den Bau und Betrieb von Elektrolyseanlagen und Pipelines für die Produktion und den Transport von grünem Wasserstoff verzeichnen.

Neben der Bereitstellung von Industrieversicherungen durch AGCS beteiligt sich die Allianz an der Wasserstoffwirtschaft durch den Besitz von Vermögenswerten. Allianz Capital Partners (ACP), ein Unternehmen vonAllianz Global Investors , ist einer der weltweit größten Infrastrukturinvestoren. ACP ist über seine Portfoliounternehmen bereits an mehreren Wasserstoffprojekten beteiligt. Insbesondere die Direktinvestitionen von ACP im Bereich der Strom- und Gasnetze arbeiten an Möglichkeiten, Wasserstoff durch Erdgas zu ersetzen oder zu mischen und dabei die bestehenden Netze zu nutzen.

Die Allianz ist dabei, ob es sich um die ersten Projekte zur Beimischung von Wasserstoff zu Erdgas in Großbritannien, Spanien und Portugal handelt oder um den ersten wasserstoffbetriebenen Zug in Großbritannien und Wasserstofftankstellen an deutschen Autobahnstationen. 

Einen ausführlichen Einblick in die Chancen und Risiken von Wasserstoff finden Sie hier  im entsprechenden AGCS-Bericht. 

Die Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) ist ein weltweit führender Anbieter von Industrieversicherungen und eine wichtige Geschäftseinheit der Allianz Gruppe. Wir bieten – über zehn speziellen Versicherungssparten – RisikoberatungSchaden- und Unfallversicherung und alternativen Risikotransfer für ein breites Spektrum von Firmen-, Industrie und Spezialrisiken.

Unsere Kunden sind so vielfältig wie die Wirtschaft. Sie reichen von den 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt über kleine Firmen bis hin zu Privatpersonen. Darunter sind führende Konsumgütermarken, Technologieunternehmen und die globale Luft- und Schifffahrtsindustrie ebenso wie Satellitenbetreiber oder Hollywood-Filmproduktionen. In einem dynamischen, multinationalen Geschäftsumfeld suchen sie bei der AGCS nach intelligenten Antworten für ihre größten und komplexesten Risiken und vertrauen auf unsere hervorragende Leistung im Schadensfall.

Weltweit beschäftigt die AGCS rund 4.400 Mitarbeiter an eigenen Standorten in 31 Ländern und ist über das Netzwerk der Allianz Gruppe oder von Partnern in über 200 Ländern und Gebieten vor Ort. Als eine der größten Schaden- und Unfallversicherungseinheiten der Allianz Gruppe verfügen wir über starke und stabile Finanzratings. Im Jahr 2020 erwirtschaftete die AGCS weltweit Bruttoprämien in Höhe von insgesamt 9,3 Milliarden Euro.

 

Die Allianz Gruppe zählt zu den weltweit führenden Versicherern und Asset Managern und betreut mehr als 100 Millionen*  Privat- und Unternehmenskunden in mehr als 70 Ländern. Versicherungskunden der Allianz nutzen ein breites Angebot von der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung über Assistance-Dienstleistungen und Kreditversicherung bis hin zur Industrieversicherung. Die Allianz ist einer der weltweit größten Investoren und betreut im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von etwa 793 Milliarden Euro. Zudem verwalten unsere Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors mehr als 1,8 Billionen Euro für Dritte. Mit unserer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in unsere Geschäftsprozesse und Investitionsentscheidungen sind wir unter den führenden Versicherern im Dow Jones Sustainability Index. 2020 erwirtschafteten über 150.000 Mitarbeiter für die Gruppe einen Umsatz von 140 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 10,8 Milliarden Euro.

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten.

*Einschließlich nicht konsolidierter Einheiten mit Allianz Kunden.

Pressekontakt

 

Heidi Polke
Allianz Global Corporate & Specialty

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:

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