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Selbst schuld: Warum Männer kürzer leben als Frauen

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Frauen leben im Durchschnitt sechs Jahre länger als Männer. Bislang dachten Forscher, das hätte biologische Gründe. Aktuelle Studien mit Mönchen und Nonnen allerdings zeigen, dass die Unterschiede nicht in den Genen verankert sind. Warum haben Frauen, Mönche und Nonnen eine höhere Lebenserwartung als Männer in der allgemeinen Bevölkerung? Die Antwort lautet: aufgrund des Lebensstils, so der Bevölkerungswissenschaftler Marc Luy und die Allianz Ökonomin Michaela Grimm. 

 

Allianz SE
München, 11.09.2013

Allianz-Die Lebensweise der Mönche belegt: Männer können genauso lange leben wie Frauen. Wenn sie nur wollen.

Die Lebensweise der Mönche belegt: Männer können genauso lange leben wie Frauen. Wenn sie nur wollen.

„Es ist nicht so, dass Frauen länger leben, sondern vielmehr, dass Männer vorzeitig sterben", erläutert Marc Luy, Forscher vom Vienna Institute of Demography und Autor der „Klosterstudie“. Auch Michaela Grimm von Allianz Group Public Policy and Economic Research bestätigt dies: „Gut ausgebildete Frauen haben die besten Aussichten, eines Tages dem Club der Hundertjährigen anzugehören.“
 

Die Debatte über geschlechtsspezifische Lebenserwartung geht zurück auf die Mitte des 18. Jahrhunderts, als erstmals bekannt wurde, dass Frauen länger leben als Männer. Seit dieser Zeit spalten sich die Argumente bezüglich der Gründe in zwei große Lager. Luys Untersuchung an Nonnen und Mönchen, die in Klöstern leben, zeigt, dass der Lebensstil und das Umfeld die Lebenserwartung von Männern und Frauen stärker beeinflussen als biologische Komponenten.
 

Luy leitet eine Forschungsgruppe zu Gesundheit und Sterblichkeit. Ihn fasziniert das Thema seit seiner Studienzeit. An der Universität lernte er, dass Frauen im Nachkriegsdeutschland bis zu sechs Jahre älter werden als Männer. Die Kluft ist in den Vereinigten Staaten, England und Wales sogar noch größer. Das verblüffte ihn, und er wählte das Thema für seine Magisterarbeit.
 

„Ich tüftelte an einem Experiment, um den Ursachen für den früheren Tod der Männer auf den Grund zu gehen, als ich - dank meiner Mutter, die an einem Klosterinternat unterrichtete - erkannte, dass solche Experimente schon seit Tausenden von Jahren durchgeführt wurden, und zwar in Klöstern“, erinnert er sich.
 

„Dort leben Gemeinschaften von Mönchen und Nonnen unter ähnlichen Bedingungen, so dass sie ein nahezu  perfektes Beispiel sind, an dem man die biologischen Faktoren einerseits und die Umwelteinflüsse andererseits hinsichtlich der Lebenserwartung ablesen kann.“
 

Für seine Klosterstudie sammelte Luy Daten von 11.624 Mönchen und Nonnen aus zwölf Klöstern in Süddeutschland und bezieht sich dabei auf einen Zeitraum von mehr als vier Jahrhunderten bis zum Jahre 1995.
 

„Wer Verantwortung trägt, lebt länger“
 

In ‘Causes of Male Excess Mortality: Insights from Cloistered Populations’ und anschließenden Veröffentlichungen zeigt Luy ganz deutlich, dass eine 25-jährige Frau und eine gleichaltrige Nonne bis in die 1970er Jahre im Durchschnitt noch das Alter von 76 Jahren erreichen konnte. Im Vergleich dazu betrug die durchschnittliche Lebenserwartung eines 25-jährigen Mannes gerade mal 70 Jahre.
 

Mönche jedoch konnten sich auf fünf Jahre mehr als die allgemeine männliche Bevölkerung freuen. „Das war ein spektakuläres Ergebnis“, kommentiert Luy seine Erkenntnisse. „Das zeigt, dass geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Lebenserwartung von sechs auf ein Jahr verringert werden können, wenn die Lebensweise entsprechend angepasst wird. Am Ende scheinen biologische Faktoren nicht mehr als ein Jahr bei der unterschiedlichen Lebenserwartung von Männern und Frauen auszumachen.“
 

Kurzum, die Studie belegt, dass die Lebenserwartung nicht so sehr vom Geschlecht als viel mehr von der Lebensweise abhängt. Männer leiden einfach unter den Konsequenzen ihres gefährlicheren Lebensstils. Aber viele dieser sozialen, politischen, ökonomischen, demographischen und verhaltensbedingten Faktoren sind beeinflussbar, wenn Männer ihr Leben verlängern wollen.
 

Auch Allianz Expertin Grimm vertritt diese These: „Auf das Rauchen zu verzichten und sich körperlich fit zu halten, sind statistisch gesehen gute Ratgeber für den, der lange leben möchte.“
 

Als Luy seine Forschungsergebnisse präsentierte, führten die Mönche ihr langes Leben oft auf eine regelmäßige tägliche Routine zurück. „Andere wiesen auch auf den gleitenden Übergang ins Alter hin“, kommentiert Luy. Das Beibehalten von Verantwortung hielten ältere Mönche häufig für günstig.
 

Merkwürdigerweise zeigen die offiziellen Statistiken, dass die Kluft bei der Lebenserwartung sich offensichtlich seit Beginn der 1980er Jahr zu verringern scheint. Es ist aber nicht so, dass Männer aufholen, sondern vielmehr, dass Frauen in der allgemeinen Bevölkerung die abträglichere Lebensweise der Männer übernehmen.
 

Luy erklärt das so: „Immer mehr Frauen sind berufstätig und dem Stress ausgesetzt, der mit einer bezahlten Tätigkeit verbunden ist. Dabei eignen sie sich die Gewohnheiten der Männer an, um mit der Situation fertig zu werden, wie zum Beispiel verstärkter Alkohol- und Zigarettenkonsum.“
 

Dieser Artikel wurde ursprünglich in Projekt M veröffentlicht. Bearbeitet durch Allianz.com.

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