Nicholas Opiyo erhält Deutschen Afrika-Preis 2017

Nicholas Opiyo, Anwalt für Menschenrechte und Gründer von Chapter Four Uganda, erhielt den Deutschen Afrika-Preis 2017. Verliehen wurde ihm die Auszeichnung vom Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Frank-Walter Steinmeier im Rahmen einer Veranstaltung im Berliner Allianz Forum.

Mehr dazu

German Africa Prize 2017, Allianz Forum - Image Credit: Michael Fahrig

Beim Deutschen Afrika Preis 2017 (von links):

  • Coenraad Vrolijk, Regional CEO Africa, Allianz SE
  • Nicholas Opiyo, Preisträger 2017 (Deutscher Afrika-Preis 2017)
  • Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident
  • Elke Büdenbender, First Lady
  • Dr. Markus Nitsche, Allianz Repräsentanz Berlin
Bild vergrößern

Nicholas Opiyo ist einer jener Menschen, die bei Konflikten nicht klein beigeben. Zwar sucht er nicht den Streit, geht einer Auseinandersetzung aber auch nicht aus dem Weg.

Opiyo kämpft dabei am liebsten mit Worten. Sein fulminanter Einsatz dieser Waffe hat ihm nicht nur eine juristische Karriere beschert, sondern ihm auch die Möglichkeit gegeben, viel für die Entmachteten und Unterdrückten zu bewirken. Dafür wurde der ugandische Anwalt für Menschenrechte im Allianz Forum in Berlin mit dem renommierten Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet.

Er erhielt die Ehrung vom Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Frank-Walter Steinmeier, der Opiyo als Schlüsselfigur für die demokratische Entwicklung Ugandas bezeichnete: Sein mutiger Kampf für Gleichberechtigung habe vielen Menschen in Uganda und anderswo Hoffnung gegeben.

Der Regional CEO Africa der Allianz, Coenraad Vrolijk, betonte in seiner Begrüßungsrede den beispielhaften Mut Opiyos und unterstrich dessen außerordentliches Engagement für eine nachhaltige Entwicklung Ugandas im Interesse einer besseren Zukunft für die jungen Menschen des Landes.

„Ich fühle mich überaus geehrt und freue mich sehr, dieses Jahr diese Auszeichnung zu erhalten“, sagte Opiyo in seiner Dankesrede. „Wer an die Rechte der Frauen, Kinder und Flüchtlinge glaubt – oder einfacher ausgedrückt, wer an die Menschenrechte in ihrer Gesamtheit glaubt, der muss die Rechte aller Menschen dann auch verteidigen.“

Opiyos bekanntester Fall wurde 2014 vor dem Verfassungsgericht von Uganda verhandelt: Der Anwalt spielte eine Schlüsselrolle bei der Aufhebung eines Anti-Homosexuellen-Erlasses, der drakonische Strafen vorgesehen hatte. Den Verurteilten hätten aufgrund dieses Erlasses lebenslange Haftstrafen gedroht.

Sein Erfolg kostete Opiyo seinen Posten als Generalsekretär der Uganda Law Society, nachdem die Christian Lawyers Fraternity des Landes gegen ihn Stimmung gemacht hatte, weil er gegen das Anti-LGBT-Gesetz vorgegangen war. Auf der Facebook-Seite des Preisträgers wurde eine Fülle von Beleidigungen gepostet und auf der Straße wurde er persönlich angegangen.
Opiyo nahm das alles gelassen hin. „Das ist gar nichts im Vergleich zu dem Leid, was die LGBT-Gemeinschaft erleiden musste“, unterstrich er damals. „Ich bin eine Person des öffentlichen Lebens. Ich kann das alles aushalten.“

Sein Triumph brachte Opiyo internationale Aufmerksamkeit, doch im eigenen Land war sein Name schon vorher bekannt. Die Laufbahn des 37-jährigen Anwalts ist geprägt von seiner Bearbeitung einiger der politisch brisantesten Fälle Ugandas sowie seinem Einsatz für die Machtlosen und gegen den Machtmissbrauch der Obrigkeit.

President Frank-Walter Steinmeier awards the 2017 German Africa Prize - Image Credit: Michael Fahrig

Bei der Preisverleihung im Berliner Allianz Forum:

Nicholas Opiyo, Anwalt für Menschenrechte aus Uganda und Preisträger des Deutschen Afrika-Preises, mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 

Schwierigkeiten vermeiden

Ironischerweise spielte der Versuch, nicht in ernsthafte Schwierigkeiten zu geraten, in Opiyos Kindheit und Jugend eine wichtige Rolle: Er wuchs in den Achtziger und Neunziger Jahren auf und damit in einer Zeit, die geprägt war von dem fortwährenden Konflikt zwischen Regierungstruppen und der Lord's Resistance Army (LRA). Jede Nacht legte er bis zu 16 Kilometer von seinem Haus bis in die nahe gelegene Stadt Gulu zu Fuß zurück, um dort zu übernachten.

Damit gehörte er zu den damals als „Night Commuters“ (nächtliche Pendler) bezeichneten Kindern, die ständig auf den Straßen unterwegs waren, um Orte aufzusuchen, die ihnen Sicherheit boten. Die Bedrohung, der sie dadurch entgehen wollten, bestand darin, möglicherweise entführt zu werden, um dann unter Zwang als Kindersoldat für die Truppen der extremistischen Widerstandsbewegung LRA rekrutiert zu werden. Die Übernachtung in der Stadt war zwar keine absolute Sicherheitsgarantie, aber im Allgemeinen sorgte dort die Präsenz von Regierungstruppen dafür, dass die Rebellen Abstand hielten.

Bei einem Einsatz von Armeekräften mit dem Ziel, Kollaborateure der LRA in der Stadt ausfindig zu machen, wurde eines Tages sein Vater festgenommen. Alle Männer über 18 wurden in ein Stadion getrieben und für mehrere Tage ohne Nahrung oder ausreichende Kleidung festgehalten. Durch einen Spalt in der Wand des Stadions beobachtete Opiyo, wie sein Vater geschlagen wurde.

Zwar wurde sein Vater drei Tage später wieder freigelassen, doch Opiyo hat den schrecklichen Vorfall nie vergessen. „Diese Ungerechtigkeiten waren Teil meines Lebens – ich habe sie mit eigenen Augen gesehen“, sagte er später. „Ich habe mit ansehen müssen, wie meiner Familie schreckliche Dinge zugestoßen sind, und ich habe mir gesagt, so geht es nicht weiter.“

Im Studium spezialisierte er sich dann auf Menschenrechte. Nach dem Abschluss seiner juristischen Ausbildung arbeitete er als Dolmetscher beim Internationalen Strafgerichtshof. Dieser ermittelte wegen Kriegsverbrechen, die während der gewaltsamen Konflikte mit der LRA begangen worden waren. In seiner Freizeit übernahm er Rechtsfälle und setzte sich dabei nicht selten kostenlos als Rechtsbeistand für schutzbedürftige und ausgegrenzte Menschen ein.

Zuletzt verteidigte er Aktivisten, die sich gegen Korruption wandten und für Demokratie eintraten; außerdem bearbeitete er verfassungsrechtliche Fälle und stritt dabei auch für die Abschaffung von Gesetzen, welche die Versammlungs- und Pressefreiheit einschränkten. 2013 gründete er Chapter Four Uganda, eine gemeinnützige Organisation, die Bürgerrechte schützt und die Durchsetzung der Menschenrechte in Uganda fördert. Mit ihrem Namen stellt die Vereinigung einen Bezug her zu den im vierten Kapitel der Verfassung der Republik Uganda aufgelisteten Rechten.

Deutscher Afrika-Preis

Für seine Rolle als Verteidiger des Friedens, der Demokratie und der Menschenrechte hat Nicholas Opiyo den Deutschen Afrika-Preis erhalten. Die Deutsche Afrika Stiftung verleiht den Deutschen Afrika-Preis seit 1993 und ehrt damit „herausragende Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise nachhaltig für Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Kunst und Kultur, soziale Marktwirtschaft und gesellschaftliche Belange einsetzen.“

Allianz in Afrika

Die Allianz ist schon seit über 100 Jahren in Afrika präsent und steht auch weiterhin zu ihrem Engagement in diesem Wirtschaftsraum. Sie ist in 17 afrikanischen Ländern vertreten und weiterhin auf Expansionskurs. In Afrika sind nur wenige Menschen und Unternehmen versichert. Die Allianz steht für die Überzeugung, dass Versicherungen eine notwendige Grundlage für die Entstehung erfolgreicher moderner Gesellschaften darstellen, da sie vor Risiken schützen und den Versicherungsnehmern ein Gefühl der Sicherheit geben. Die Allianz ist ein verantwortungsbewusster Corporate Citizen, der die Demokratie, Gleichberechtigung und Redefreiheit fördert.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

 

Disclaimer

Pressekontakt

Bettina Sattler
Allianz SE
Tel. +49 89 3800 16048

E-Mail senden

Mehr Informationen

14.12.2018

Feuer, Explosionen und Produktmängel bescheren deutschen Unternehmen die größten Schäden

mehr dazu

13.12.2018

Handel 2019: Krieg oder Frieden?

mehr dazu

12.12.2018

AREF II mit Sonnenenergie aus Frankreich und Italien nun komplett

mehr dazu