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Umfassende Rentenreform im Vereinten Königreich - Fluch oder Segen?

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Seit Anfang April gelten im Vereinten Königreich neue Richtlinien zur Altersversorgung. Sie eröffnen Rentnern noch nie dagewesene Freiheiten und finanzielle Spielräume. Was bedeutet das für den Einzelnen?

 

Allianz SE
München, 30.04.2015

Allianz-Dirk Hellmuth, CEO of Allianz Global Benefits

Dirk Hellmuth, CEO of Allianz Global Benefits

Die neuen Richtlinien sehen vor, dass Sparer ab ihrem 55. Lebensjahr freien Zugriff auf ihre bis dahin in der Pensionskasse angesammelten Rentenansprüche haben. Jeder kann frei wählen zwischen der einmaligen Kapitalauszahlung der Rente, einer lebenslangen Rente oder einer Kombination aus beiden Optionen. Das große Ausmaß an Flexibilität bietet viel Freiheit zur individuellen Gestaltung von finanziellen Bedürfnissen.

 

Angesichts der generell großen Unsicherheit, wie der Ruhestand am besten abgesichert werden kann, ist dies ein historisches Datum für das Altersversorgungsystem im Vereinten Königreich. In der Vergangenheit wurde häufig argumentiert, dass gesetzliche Vorgaben die Wahlmöglichkeiten der Vorsorgenden zu stark einengen und dadurch eine optimale Altersversorgung verhindert wird. Die freie Verfügungsgewalt über den Spartopf soll Abhilfe schaffen.

 

Moderne Art der Altersversorgung

 

Das Vereinte Königreich beschreitet mit der größeren Autonomie für Sparer einerseits einen vielversprechenden Weg.  Denn durch sie ist es möglich, die Altersversorgung an sich verändernde Lebensentwürfe, Brüche in Erwerbsbiographien, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen anzupassen, ja sie schlichtweg zu modernisieren.

 

Gleichzeitig steht dieses Vorgehen im Spannungsverhältnis zum legitimen Interesse des Staates, eine effiziente Altersversorgung für seine Bürger zu gewährleisten, etwa indem er die Kriterien für die  steuerliche Förderbarkeit von Altersversorgungsvehikeln definiert.

 

Freiheit könnte Sparer überfordern

 

Doch selbst wenn in diesem Spannungsverhältnis eine gute Balance gefunden wird, ist es nicht ohne Risiko, Sparer frei über ihre Altersvorsorgemittel verfügen zu lassen.

 

Studien zeigen zum Beispiel, dass Individuen sich mit Schätzungen bezüglich der eigenen Lebensdauer, der finanziellen Bedürfnisse sowie der inflationären Auswirkungen auf ihre Ersparnisse sehr schwer tun. Dementsprechend falsch schätzen sie häufig ihren Bedarf ein und sparen zu wenig privat.

 

Aktienkurse von Kreuzfahrtanbietern schnellen in die Höhe

 

Es sagt viel aus, dass in den Tagen nach der offiziellen Mitteilung zu den drastischen Reformen die Aktienwerte von Kreuzfahrtanbietern steil emporgeschnellt sind und die Anbieter von Rentenversicherungen auf dem Finanzmarkt abgestraft wurden. Laut Studien zum Konsumverhalten im Vereinten Königreich tendieren Rentner zu erhöhten Ausgaben im Bereich Ferien und Auto während in anderen Ländern die Abzahlung von Hypotheken sowie Investitionen in zur Miete überlassenen Wohnimmobilien im Vordergrund stehen. In Malaysia beispielsweise können angehende Rentner ihre ganze angesparte Summe abheben. 70 Prozent von ihnen verbrauchen laut der Zeitschrift Project M den Gesamtbetrag innerhalb der  ersten drei Jahre nach Renteneintritt.

 

Die gesamte Rente in drei Jahren verbraten

 

Gesteigerte Konsumausgaben können sich zwar positiv auf das vorübergehende individuelle Glücksempfinden und das Bruttosozialprodukt auswirken, reduzieren aber auch das für die Altersversorgung gedachte Einkommen. Wichtig ist, sich eventuell sogar mit professioneller Beratung um die finanzielle Planung des eigenen Ruhestandes zu kümmern. Das ist der entscheidende Erfolgsfaktor, um dem Risiko der Altersarmut vorzubeugen.

 

Neue Regelungen müssen verständlich sein

 

Der Erfolg der neuen Freiheiten steht und fällt damit, wie verständlich und damit leicht umsetzbar sie für die Sparer sind. Wahlmöglichkeiten und ihre Konsequenzen müssen klar sein. Ansonsten könnten Bürger aus Furcht vor nicht optimalen Entscheidungen lieber gar keine Vorsorge betreiben – und damit die einzig garantiert falsche Entscheidung treffen.

 

Dementsprechend braucht es Institutionen, die Bürger objektiv beraten. Das Vereinte Königreich stellt hierfür etablierte unparteiische und kostenlose Beratungsdienstleistungen durch Verbraucherschutzorganisationen zur Verfügung. Es bleibt abzuwarten, wie sie mit dem Ansturm an Anfragen umgehen werden und wie zielgerichtet sie die Bedürfnisse decken können.

 

Es wird spannend sein, die Geschehnisse zu verfolgen. Nicht nur, wie die Bürger in Großbritannien die neue Freiheit aufgreifen, sondern auch wie sich der Markt in England auf diese Veränderungen reagieren wird.  

 

 

 

Autor des Beitrages: Dirk Hellmuth, CEO of Allianz Global Benefits

 

Allianz Global Benefits GmbH: Die Einheit Allianz Global Benefits wurde von der Allianz  Anfang letzten Jahres gegründet. Sie bietet globale Lösungen für betriebliche Vorsorge an und adressiert die Bedürfnisse multinationaler Unternehmen. Ihre Lösungskonzepte umfassen nicht nur Produkte zur Absicherung von Krankheit, Tod, Berufsunfähigkeit, Unfall und Langlebigkeit der Arbeitnehmer, sondern auch kundenorientierte Dienstleistungen für die Hauptverwaltungen und Tochtergesellschaften der Firmenkunden.

  Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:

 

  Pressekontakt

Petra Brandes
Allianz SE
Tel.: +49.89.3800-18797
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