In unsere Zukunft investieren, bedeutet langfristig zu planen

Christiana Figueres, Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), über die Ziele der Klimakonferenz von Paris (COP21) und die Risiken des Klimawandels für Investoren und die Weltwirtschaft.

 

Die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken haben das Potenzial, die Langlebigkeit von Investitionen weltweit zu untergraben. Grund dafür ist, dass der Klimawandel sich auf sämtliche Investitionen auswirkt. Er muss daher künftig im Fokus aller Anlageentscheidung stehen.
 
Das sollte niemandem neu sein. In jüngster Zeit mehrten sich Berichte und Einschätzungen dazu, in denen die Risiken, aber auch die Chancen für Investoren angesprochen wurden.
 
Zunächst einmal hat der im August veröffentlichte »Global Perspective & Solutions' Report 1« der Citibank errechnet, dass die erforderlichen Gesamtausgaben für CO2-arme Energie im kommenden Vierteljahrhundert 190 Billionen USD übersteigen werden.
 
„Untätigkeit“ wird uns teuer zu stehen kommen

Diese Zahl liegt unter den 192 Billionen USD, die der Bericht bei einem »business-as-usual-Verhalten« ermittelt hat und der zu der Schlussfolgerung gelangt, dass „Untätigkeit“ in Sachen Klimawandel uns teurer zu stehen kommt.
 
Im September erklärte Mark Carney, Gouverneur der Bank of England schließlich, dass der Klimawandel ein erhebliches finanzielles und wirtschaftliches Risiko für Investoren und die gesamte Weltwirtschaft darstellt.
 
Seine Prognose wurde von Christine Lagarde (Chefin des Internationalen Währungsfonds) bei der Jahrestagung der Weltbank-Gruppe und des Internationalen Währungsfonds noch bekräftigt.
 
Lagarde warnte davor, dass ein Versäumnis, die dringend erforderlichen Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen, die Menschheit unausweichlich inakzeptablen Risiken und Folgen aussetzen würde.
 
Das bedeutet, dass Investoren jetzt dafür verantwortlich sind, für mehr Investitionen in bessere Qualität und effizientere Infrastruktur zu sorgen. Damit können sie ihre Erträge langfristig maximieren. Trotz der ernüchternden Aussichten besteht Grund zu Optimismus.
 
Es gab zahlreiche vielversprechende Hinweise, dass sich die Investitionen bereits in die richtige Richtung bewegen. Betrachten wir das 100-Milliarden-Dollar-Paket für den Klimaschutz. Das ist ein Versprechen der Industrieländer an die Entwicklungsländer im Rahmen der internationalen Anstrengungen. Sie wollen den Anstieg der Welttemperatur unter zwei Grad Celsius halten.
 
Der Übergang zu einer klimaschonenden Welt

Einer Einschätzung der OECD zufolge haben die Finanzströme von Nord nach Süd im Rahmen dieses Pakets schon jetzt über 60 Milliarden USD erreicht.
 
Mit anderen Worten: Die Welt ist momentan dabei, ihre Zusage bis 2020 wie vereinbart einzulösen.
 
Und da Billionen von Dollar nötig sind, um den Übergang zur CO2-armen Wirtschaft zu fördern, stellen 100 Milliarden USD nicht nur eine politisch bedeutsame Säule der internationalen Kooperation dar. Sie sind auch ein entscheidendes Instrument, um die Ambitionen der verwundbaren und ärmsten Länder im Bereich des Klimaschutzes zu unterstützen.
 
Investoren spielen Schlüsselrolle

Vorausschauende Investoren können die Geschwindigkeit dieser Entwicklung beschleunigen und letztendlich den Umfang dieses unaufhaltsamen Übergangs zu einer klimaschonenden Welt positiv beeinflussen.
 
Als Kapitalgeber für Konzerne, kleine und mittelständische Unternehmen, Regierungen und Infrastrukturprojekte spielen Sie eine Schlüsselrolle. Sie sind es, die mit notwendigen Investitionen in einen geordneten Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen und in den Ausbau von Unternehmen im Bereich sauberer Energien und Technologien diesen Prozess unterstützen.
 
Sie eröffnen der Welt Wege zu einer gänzlich anderen Entwicklung.
 
Der »New Climate Economy's Report – Seizing the Opportunity 2« belegt dies mit Zahlen und empfiehlt jährliche Ausgaben von mindestens einer Billion USD in saubere Energien.
 
Derzeit belaufen sich die jährlichen Ausgaben weltweit auf etwa 270 Milliarden USD. Das ist eine weitaus höhere Summe als viele von uns noch vor zehn Jahren für möglich gehalten haben. Dennoch bleibt sie noch immer hinter dem tatsächlich notwendigen Maß zurück.
 
Investoren können Regierungen Vertrauen vermitteln
 

Im Vorfeld der Klimaverhandlungen im Dezember in Paris können Fondsverwalter und Investoren den Regierungen, die kurz davor stehen, eine neue weltweite Klimavereinbarung zu unterzeichnen, Vertrauen vermitteln.
 
Insbesondere in den unmittelbaren Wochen vor den Klimaverhandlungen können Zusagen und Ankündigungen der Investoren beweisen, dass sich die Kapitalströme hin zur Förderung eines richtigen und ambitionierten Übergangs verlagern werden.
 
Es gibt zahlreiche Chancen für Investoren, um ihre Vorreiterrolle in Klimafragen zu demonstrieren. Dazu gehört auch die Einbeziehung Ihrer Unternehmen in Sachen Klimawandel – etwa die Messung des CO2-Abdruckes Ihres Investmentportfolios, die Neuanlage der bisherigen CO2-lastigen Aktiva und die Untermauerung Ihrer Bemühungen durch Fürsprache.
 
Investitionen in klimaschonende Technologien sind lukrativ

Im Grunde gebietet es nicht nur die Vorsicht, in CO2-arme Technologie und Infrastruktur zu investieren, diese Investitionen sind zudem lukrativ.
 
Ein Unternehmen wie Allianz Global Investors, das Teil einer Gruppe mit einer 125-jährigen Geschichte ist, ist es gewohnt, langfristig zu denken. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass das Geschäft der kommenden Jahre nicht das gleiche wie das Geschäft der vergangenen 125 Jahre sein kann.
Christiana Figueres, Generalsekretärin der UNFCC
Christiana Figueres, Generalsekretärin der UNFCC

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:


 

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Nicolai Tewes
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