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Investitionen in Erneuerbare Energien: Der Allianz Climate & Energy Monitor nimmt China, Indien und die USA unter die Lupe.

Mit dem Pariser Klimaabkommen hat sich die Weltgemeinschaft darauf eingeschworen, die Erderwärmung auf maximal 2°C zu begrenzen. Da vermehrt von maximal 1,5°C die Rede ist, klingen 2°C nicht allzu ambitioniert. Doch schon dafür sind große globale Anstrengungen nötig: Bis zur Mitte des Jahrhunderts darf kein Strom mehr aus Kohle kommen und erneuerbare Energien müssen stark ausgebaut werden. 

China, Indien und die USA spielen eine zentrale Rolle in dieser weltweiten Energiewende. Die drei Länder machen mehr als die Hälfte der globalen Treibhausgasemissionen aus und sind die größten Märkte für erneuerbare Energien.

Schon kleine Veränderungen in diesen Märkten können große Wirkung haben. Der Allianz Climate & Energy Monitor stellt daher die Frage: Wie haben sich also die Investitionsbedingungen in den letzten Monaten in diesen wichtigen Märkten verändert? In den USA werden die Bundesstaaten wichtiger, da sich die politische Landschaft insgesamt verändert. China und Indien sind auf gutem Weg, die Energiewende anzuführen.

Kernergebnisse:

  • Die Investitionen in Energieinfrastruktur in China und den USA werden sich in den kommenden Jahrzehnten grob verdoppeln müssen, in Indien sogar verdreifachen, um das 2C° Limit nicht zu überschreiten.
  • Die Regulierung von erneuerbaren Energien muss sinnvoll und verlässlich sein, um ausreichend Kapital für die nötigen Investitionen anzuziehen. China und Indien sind momentan in dieser Hinsicht besser aufgestellt als die USA.
  • In allen drei Ländern steigt der Anteil der erneuerbaren Energien. Inzwischen übersteigen die neugebauten Erneuerbare-Energie-Kapazitäten, die neugebauten Kapazitäten, die durch fossilen Energieträger befeuert werden.
  • China nimmt zielstrebig Kohlekraftwerke vom Netz, um CO2-Emissionen und vor allem auch die Schadstoffbelastung in der Luft zu reduzieren; in Indien sieht es hingegen so aus, als würden bis 2022 neue Kohlekraftwerke gebaut.
  • Gute gesetzliche Rahmenbedingungen ermöglichen China und Indien, ihre selbstgesetzten Klimaziele zu erreichen. Die USA riskiert momentan ihre Klimaziele zu verfehlen, wenn die neue Regierung ihre Ankündigungen umsetzt.
  • Die USA ziehen weiterhin Investitionen in Erneuerbare an. Der Markt ist gut entwickelt und vor allem progressive Staaten wie Kalifornien und Texas bieten attraktive Investitionsbedingungen.
  • Ohne attraktive und verlässliche landesweite Rahmenbedingungen, sind erneuerbare Energien in den USA auf ihre steigende Wettbewerbsfähigkeit und eine ambitionierte Agenda in den Bundesstaaten angewiesen.

Investitionen in erneuerbare Energien müssen in den kommenden zwei Jahrzehnten weiter stark ansteigen, um die Pariser Klimaziele erreichen zu können. China und die USA müssen dafür ihre Investitionen ungefähr verdoppeln, während Indien sie sogar verdreifachen muss.

Um diese Investitionen zu ermöglichen, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen stimmen. Und um die Emissionen rasch zu reduzieren, gibt es keine Alternative zum Aus für dieKohleverstromung.

China und Indien sind auf einem guten Weg ihre selbstgesetzten Klimaziele zu erreichen. China will seine Erneuerbare-Energien-Kapazitäten bis 2020 um 38% erhöhen, verglichen mit 2015. Das bedeutet: 680 Gigawatt installierte Kapazität und circa 361 Milliarden USD Investitionsvolumen. Indien hat sein letztjähriges Ziel bereits um 43% für neue Wind- und 11% für neue Solar-Installationen übertroffen. Der Plan ist, bis 2022 Erneuerbare mit der Kapazität von 175 GW installiert zu haben.

Zum Vergleich: Deutschland, das im Allianz Climate & Energy Monitor 2016 den ersten Platz belegte, hat zur Zeit rund 100 GW Erneuerbare installiert. Ein neuer Windpark mit 10 Windkraftanlagen hat rund 0,04 GW Kapazität.

Der Kohleausstieg ist in beiden Ländern zentral. China stoppt Pläne für den Bau neuer Kohlekraftwerke und nimmt zielstrebig bestehende Kraftwerke vom Netz. Indien stellt Überlegungen an, ab 2022 keine neuen Kohlekraftwerke mehr zu bauen.

Auf makroökonomischer Ebene haben die USA ein besseres Investitionsklima als China und Indien. Erneuerbare-Energien-Investoren mögen den gut entwickelten Markt und die große Unterstützung für Erneuerbare Energien auf einzelstaatlicher Ebene.

Erneuerbare Energien boomen in den USA, letztes Jahr wurden mehr als 16 GW aus Wind- und Solarenergie installiert, was 60 Prozent der gesamten neu bereitgestellten Kapazität entspricht.

Zwar hat die neue US-Administration jüngst Schritte unternommen, die ein Wiedererstarken der Kohlenutzung fördern und wesentliche klimapolitische Regulierungsinstrumente, wie den Clean Power Plan, beschränken. Von weiteren Maßnahmen in diese Richtung ist auszugehen. 

Aber erneuerbare Energien haben dennoch gute Aussichten ihren Boom fortsetzen zu können, da die Technologiekosten weiterhin fallen und progressive Staaten wie Kalifornien und Texas weiterhin eine förderliche Agenda für Klimaschutz und erneuerbare Energien haben.

Das NewClimate Institute for Climate Policy and Global Sustainability ist ein Forschungsinstitut mit Fokus auf Ideen zum Klimawandel und deren Implementierung. Es betreibt Forschung, Politikberatung und Wissensaustausch um den Kampf gegen den Klimawandel und für nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Die Kernkompetenz liegt in den Gebieten Analyse und Bewertung von Klimapolitik, Klimafinanzierung, CO2-Märkte und nachhaltige Energie.
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