Ein Erklärungs- und Prognosemodell für die Preisentwicklung in Deutschland und im Euroraum

Seit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzmarktkrise 2008/2009 fluten die Notenbanken der großen Industrieländer die Banken nahezu unbegrenzt mit Liquidität. Die Europäische Zentralbank hat infolge der Schuldenkrise ihre Liquiditätsmaßnahmen sogar noch einmal massiv ausgeweitet.Was diese Politik für die Preisstabilität bedeutet ist umstritten. Die einen sehen darin ein hohes Inflationspotenzial, die anderen wiederum fürchten die Unwirksamkeit der Geldpolitik und sorgen sich um Deflationsrisiken.

Viel hängt davon ab, welches die relevanten Inflationsdeterminanten in der aktuellen Situation sind. Wir haben mit einem ökonometrischen Ansatz versucht, die Entwicklung des Preisniveaus in den letzten zwölf Jahren zu erklären. Bei einer ausreichenden Erklärungsgüte kann ein derartiger Ansatz auch als Prognosemodell verwendet werden.

Inflationstheorien gibt es vielfältige. Neben monetären Inflationstheorien lassen sich insbesondere „Demand pull“- und „Cost push“-Erklärungsansätze unterscheiden. Nach unserer Einschätzung ist der „Cost push“-Ansatz  der geeignetste, wenn es um einen Inflationsausblick auf ein, zwei oder drei Jahre geht. Klar ist aber, dass es „Kosteninflation“ über eine längere Zeit nur geben kann, wenn die monetären Voraussetzungen vorhanden sind – also eine expansive Geldpolitik.

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