Die Risiken einer Euro-Aufwertung

Wohin geht der Euro an den Devisenmärkten? Seit Mitte 2012 ist unsere Währung gegenüber den 20 wichtigsten Handelspartnern immerhin um rund 9% gestiegen – was für viele Prognostiker angesichts der Wachstumsschwäche im Euroraum und der noch nicht bewältigten Schuldenkrise überraschend kam. Offenbar ist das Vertrauen der Märkte in die Zukunft der Gemeinschaftswährung doch nicht verloren gegangen. Das ist an sich sehr erfreulich.

Allerdings hat der starke Euro nicht nur positive gesamtwirtschaftliche Auswirkungen. Um dennoch mit den positiven zu beginnen: Aufwertungen verbilligen die Importe aus dem Ausland. Der Rückgang der Importpreise, den wir derzeit im Euroraum verzeichnen, dämpft den allgemeinen Verbraucherpreisauftrieb und stärkt so die Kaufkraft der Einkommen. Die im Vorjahresvergleich unter 1 % liegende Inflation hat die EZB Anfang November 2013 zu einer weiteren Zinssenkung veranlasst. Kehrseite der Aufwertung: Sie zehrt an der Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure und gefährdet so insbesondere die durch Kosteneinsparungen erzielten Fortschritte in den südeuropäischen Ländern. Für Unternehmen, die im Ausland Produktionsstätten aufgebaut haben, ist dieser Effekt nicht gegeben. Aber für sie bedeuten Abwertungen der jeweils nationalen Währungen rechnerisch geringere Umsatzzahlen und Gewinnzahlen in ihrer auf Euro basierenden Rechnungslegung.

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