Szenarien zur Staatsverschuldung in Europa

Die Risikoprämien, die eine Reihe von EWU-Ländern am Kapitalmarkt zu zahlen haben, bleiben hartnäckig hoch. Dies ist Ausdruck des fehlenden Vertrauens, dass diese Länder ihre Verschuldungsprobleme ohne Umschuldung meistern können. Aber nicht nur die Fi-nanzmärkte, auch die Politik scheint zunehmend die Notwendigkeit einer Umschuldung zu sehen. Es gibt Hinweise, dass eine Umschuldung Griechenlands von Seiten der EU und wichtiger nationaler Regierungen in Erwägung gezogen wird.

 Es existieren aber keine allgemein gültigen Kriterien, wann eine staatliche Umschuldung sinnvoll oder gar unumgänglich ist. „In Griechenland betrug der Schuldenstand im letzten Jahr 140 Prozent des BIP, in Japan fast 200 Prozent. Wie das Beispiel Japans zeigt, muss ein hoher Schuldenstand nicht unbedingt eine hohe Zinsbelastung bedeuten“, sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE. “Die Zinslast in Griechenland in 2010 summierte sich auf rund 6 Prozent des BIP – im Jahre 1995 lag sie noch bei etwa 11 Prozent. Diese Beispiele zeigen, dass der Zeitpunkt, wann genau ein Schuldenschnitt unausweichlich sei, nicht einfach zu bestimmen ist”, so Heise.

Die Ökonomen der Allianz haben die Schulden- und Zinslast von Griechenland, Irland, Portugal und Spanien anhand verschiedener Szenarien analysiert. Die Entwicklung des Schuldenstands und der Zinslast hängt entscheidend von der finanzpolitischen Disziplin, dem zukünftigen Wirtschaftswachstum und den Finanzierungsbedingungen an den Finanzmärkten ab.

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