Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf private Haushalte in der Eurozone

Seit 20 Jahren gehen die Zinsen zurück. In früheren Jahren war diese Entwicklung jedoch hauptsächlich eine Reaktion auf Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld und die rückläufige Tendenz war mehr oder weniger fundamental gerechtfertigt. Im Gegensatz dazu ist das aktuelle Niedrigzinsumfeld auf die Folgen der Finanzkrise zurückzuführen, insbesondere auf die ultra-lockere Geldpolitik. Angesichts der Konjunkturschwäche, des fragilen Bankensystems und der "Lowflation" mag die aktuelle Politik der EZB ihre Berechtigung haben. Doch sie hat auch ihren Preis. Niedrigzinsen sind für Sparer ein Fluch, für Kreditnehmer aber ein Segen. Außerdem wirkt sich die Geldpolitik nicht auf alle Mitgliedsstaaten der Eurozone gleichermaßen aus.

In der folgenden Analyse konzentrieren wir uns auf zwei Posten in der Bilanz von privaten Haushalten, die nicht nur am größten sind, sondern auch am deutlichsten auf Zinsschwankungen reagieren: Bankdarlehen und -einlagen. So können wir die Auswirkungen der expansiven Geldpolitik der EZB auf private Haushalte in der Eurozone seit 2010 quantifizieren.

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