Die Zinseffekte der Geldpolitik

Mit fundamentalen ökonomischen Daten wie Inflation und Wirtschaftswachstum steht das Renditeniveau langfristiger Anleihen nicht mehr im Einklang. Die Abweichungen sind durch den Einfluss der Geldpolitik zu erklären..

  • Die EZB hat ihr Reaktionsmuster bezüglich wichtiger Fundamentaldaten wie Preisauftrieb und Kapazitätsauslastung inzwischen deutlich verändert. Würden frühere Verhaltensmuster noch gelten, hätte die EZB die Zinswende angesichts der gestiegenen Inflationsrate und der besseren Kapazitätsauslastung bereits eingeleitet. Da die Leitzinsen und das Anleihekaufprogramm auf die Langfristzinsen Einfluss nehmen, ist der Zusammenhang von Fundamentaldaten und Langfristzinsen stark gelockert.

  • Unser monetärer Erklärungsansatz für die langfristigen deutschen Zinsen weist im Schätzzeitraum 2000 bis Frühjahr 2017 mit einer erklärten Varianz von fast 99% eine sehr gute Anpassung auf. Der renditesenkende Effekt des EZB-Anleihekaufprogramms beträgt geschätzt 77 Basispunkte.

  • In drei Szenarien mit unterschiedlichen Annahmen zur EZB-Politik und zu den US-Zinsen schätzen wir sodann den möglichen Verlauf der deutschen Langfristzinsen bis Ende 2019. Je nach Szenario steigen die deutschen Langfristzinsen bis Ende 2019 auf 1,5 bis 2,5%. Dabei ist in allen drei Szenarien ein Auslaufen des Anleihekaufprogramms unterstellt

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