Europäischer Wachstums- und Beschäftigungsmonitor 2009

Die Rezession bremst die EU in diesem Jahr bei ihrem Ziel, der führende, wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt zu werden. Der jährliche Europäische Wachstums- und Beschäftigungsmonitor zeigt, dass alle Länder Europas von dem globalen Abschwung stark erfasst werden. Gegen Ende 2008 liegen nur noch sechs der 14 größten EU-Mitgliedstaaten auf der Zielgeraden des „Lissabon-Monitors“. Deutschland verliert überdurchschnittlich und fällt in der Tabelle auf Platz neun zurück.

Unser jährliche Europäische Wachstums- und Beschäftigungsmonitor zeigt, dass die Rezession im Verlauf des Jahres 2008 alle Staaten Europas erfasst hat. Der Monitor-Wert für das Wirtschaftswachstum hat sich 2008 gegenüber dem Vorjahr fast halbiert, der Wert für das Produktivitätswachstum ist sogar fast auf ein Drittel gesunken. Als Konsequenz werden für 2009 entsprechend negative Ausschläge im Arbeitsmarkt und den öffentlichen Finanzen erwartet, die den Monitor weiter belasten werden.

Finnland verteidigt seine Spitzenposition in der Tabelle aufgrund seines sehr guten Abschneidens in puncto Humankapital und stabiler Staatsfinanzen. Auch Polen kann trotz Mängeln bei der Beschäftigung seinen zweiten Platz behaupten, dank vergleichsweise hoher Wirtschaftswachstums- und Produktivitätswachstumsraten. Nur noch insgesamt sechs Staaten (Finnland, Polen, Niederlande, Griechenland, Schweden, Spanien) erreichen für 2008 noch einen Wert über 1,0, der eine Zielerreichung verspricht. 2007 hatten alle Staaten bis auf Italien diese Zielmarke erreicht. Alle 14 Staaten verzeichnen für 2008 gegenüber dem Vorjahreszeitraum spürbare bis sehr starke Einbußen zwischen 0,08 Punkten (Spanien) und 0,78 Punkten (Irland). Der Negativtrend wird sich auch 2009 in dem Monitor noch fortsetzen und weitere Staaten unter die Zielerreichungsmarke von 1,0 drücken.

Deutschland verliert 2008 überdurchschnittlich und rutscht von Rang 8 auf Rang 9. Bemerkenswert ist aber gerade jetzt die Stabilität der öffentlichen Finanzen auf gutem Niveau (1,4), die der Regierung etwas Flexibilität im Umgang mit der Krise erlaubt.

Die Niederlande, deren Wirtschaftswachstum weniger leidet, als das der Wettbewerber und die sogar Fortschritte beim Beschäftigungsindikator verzeichnen können, machen den größten Sprung nach vorn und klettern auf Rang drei. Irland, das aufgrund seiner Abhängigkeit von Export und Finanzwirtschaft besonders von der Krise getroffen wird, verliert am stärksten und sackt vom vierten auf den 13. Rang ab. Schlusslicht bleibt wie im Vorjahr Italien, dessen Wirtschaftswachstum und Arbeitsproduktivität sich nochmals deutlich verschlechtert haben.

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