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Erhebliche Renditeeffekte der EZB-Staatsanleihekäufe

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Die Renditen langfristiger Staatsanleihen mit guter Bonität befinden sich seit etwa zwei Jahrzehnten im Abwärtstrend. Verzinsten sich zehnjährige deutsche Staatsan-leihen um die Jahrtausendwende noch mit rund 5,5%, betrug die Rendite im April dieses Jahres zeitweise weniger als 0,1%. Diese rückläufige Tendenz kann sicher teilweise mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – deutlich niedrigeren Inflati-onsraten und einem überwiegend nur noch mäßigen Wirtschaftswachstum – erklärt werden, die Annäherung der Langfristzinsen an die Nulllinie ist aber damit nicht begründbar. Ein mächtiger Mitspieler bei der Zinsbildung am Rentenmarkt sind die Notenbanken. Sie bestimmen mit den Leitzinsen nicht nur weitgehend das Zinsniveau bei kurzen Laufzeiten, sondern nehmen mit ihren zunehmend direkten Markteingriffen auch in immer stärkerem Maße auf die langfristigen Renditen Einfluss.

Allianz SE
München, 02.06.2015

Dabei ist die Quantifizierung des Einflusses der Notenbanken auf das Renditeniveau schwieriger geworden. Konnten die Leitzinsen vor der globalen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise 2008/2009 als alleinige geldpolitische Handlungsgröße in Erklärungsansätze der langfristigen Zinsen eingefügt werden, sind unkonventionelle Maßnahmen der Geldpolitik inzwischen zusätzlich von erheblicher Bedeutung für die Zinsbildung. Insbesondere die Ankaufprogramme von Anleihen nehmen direkten Einfluss auf die Langfristzinsen, ohne dass dies mit irgendeiner Variation der Leitzinsen einhergeht.