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China im Jahr 2011 – im Zeichen von Wachstum und Wandel

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Die Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft steigt rasch. Vor zehn Jahren belief sich sein Anteil an der globalen Wertschöpfung auf gerade einmal knapp 4%, in diesem Jahr werden es bereits 9,5% sein. Bislang galten die USA als die globale Wachstumslokomotive – eine Rolle, die nun aber mehr und mehr China zugesprochen wird. Grund genug, um die Frage nach den wirtschaftlichen Perspektiven Chinas im kommenden Jahr zu stellen. Zwei Themen dürften 2011 im Fokus des wirtschaftspolitischen Handelns stehen: der Kampf gegen konjunkturelle Überhitzungserscheinungen, ohne gleichzeitig das Wachstum zu gefährden, sowie die Reform des chinesischen Wachstumsmodells.


, 15.12.2010

China steht 2011 vor der großen Herausforderung, den in diesem Jahr eingeleiteten Ausstieg aus seiner äußerst stimulierenden Wirtschaftspolitik konsequent voranzutreiben, ohne dabei die Konjunktur „abzuwürgen“. Überhitzungserscheinungen sind bereits in verschiedenen Wirtschaftsbereichen ersichtlich: So bereiten die kräftige Kreditvergabe der Banken und die Entwicklung der Immobilienpreise bereits seit längerem Anlass zur Sorge. Zuletzt ist nun noch ein weiteres Problemfeld hinzugekommen, die Inflation. In den vergangenen Monaten hat sich der Verbraucherpreisanstieg spürbar beschleunigt.

Nach unserer Einschätzung dürfte der chinesischen Regierung die Gratwanderung einer „kontrollierten Wachstumsverlangsamung“ gelingen. In der Vergangenheit hat China gleich mehrfach bewiesen, dass es dazu im Stande ist. Gleichwohl sind die mit dieser Gratwanderung verbundenen Risiken nicht unerheblich. Mögliche (finanzielle) Belastungen hieraus sehen wir vor allem im Bereich der Staatsfinanzen und weniger in der Realwirtschaft angesiedelt. Sollte es beispielsweise in Folge eines kräftigen Anstiegs der notleidenden Kredite zu einer Schieflage im chinesischen Bankensystem kommen, wäre eine staatliche Kapitalspritze sehr wahrscheinlich. Das war bereits in der Vergangenheit der Fall.