Asiens Wachstum künftig etwas moderater, aber vor allem ausgewogener

Die asiatischen Schwellenländer sind im vergangenen Jahr real um 7,4% gewachsen. Im Jahr 2010, das weltweit geprägt war durch eine kräftige Erholungsbewegung nach der vorausgegangenen schweren Rezession, hatte sich das Wirtschaftswachstum noch auf 9,6% belaufen. Maßgeblich verantwortlich für die moderatere Entwicklung im Jahr 2011 war ein schwächeres Wachstum des Welthandels. Er legte um lediglich 5,6% zu, nachdem sich das Plus 2010 noch auf knapp 15% belaufen hatte. Hierfür gab es mehrere Ursachen: Zum einen muss die geringere Dynamik des Welthandels zumindest teilweise natürlich als „Normalisierung“ gesehen werden. Zum anderen spiegelt sich in ihr aber auch die recht verhaltene konjunkturelle Entwicklung in den Industrieländern wider. Und nicht zuletzt wurde der Welthandel im vergangenen Jahr zumindest temporär durch die Natur- und Reaktorkatastrophe in Japan im Frühjahr und die Überschwemmungskatastrophe in Thailand im Herbst deutlich beeinträchtigt. In beiden Fällen kam es bedingt durch Unterbrechungen internationaler Lieferketten zu schwerwiegenden Produktionsausfällen. So kam beispielsweise die thailändische Industrie im vierten Quartal 2011 in weiten Teilen zum Stillstand. Das reale Bruttoinlandsprodukt brach saisonbereinigt um fast 11% gegenüber dem Vorquartal ein.

Auf Grund der schwächeren Exportdynamik bei gleichzeitig zumeist solider Importnachfrage verzeichneten Länder wie China, Indien und Thailand im vergangenen Jahr sogar einen negativen Außenbeitrag. Laut Berechnungen der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) war der Wachstumsbeitrag des Außenhandels im Falle Chinas 2011 -0,2 Prozentpunkte. Bei Indien belief sich der Negativbeitrag sogar auf 1,8 Prozentpunkte. Zunehmende Wachstumsimpulse gingen vielerorts indes vom Privaten Verbrauch aus. Bei China trug er 2011 mehr als 3 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum von 9,2% bei. Im Jahr davor belief sich sein Beitrag auf lediglich 2,1 Prozentpunkte und das bei einem höherem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von 10,4%.

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