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Konjunkturprognose 2009: Deutschland: Stagnation nach konjunktureller Vollbremsung

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Die deutsche Wirtschaft steuert nach Ansicht der Volkswirte von Allianz und Dresdner Bank auf eine Stagnation im zweiten Halbjahr 2008 zu. Schon im zweiten Quartal war der Konjunkturmotor ins Stocken geraten. Zum Herbst haben sich die Stimmungsindikatoren insbesondere wegen der Finanzmarktkrise weiter eingetrübt, auch die „harten Daten“ geben kaum einen Grund zum Optimismus.


, 30.09.2008

Unter der Annahme, dass die Finanzmarktkrise in den ersten Monaten des Jahres 2009 allmählich an Brisanz verliert, sehen wir allerdings gute Chancen für eine Konjunkturbelebung im nächsten Jahr. Sowohl von der Ölpreis- als auch von der Wechselkursentwicklung ist 2009 eine deutliche Entlastung zu erwarten. Ein Rückgang der Preissteigerung wird die Kaufkraft der privaten Haushalte, deren verfügbares Einkommen zur Zeit noch mit einer Rate von 2,5 % gegenüber dem Vorjahr ansteigen dürfte, erhöhen und könnte noch in diesem Jahr konjunkturstabilisierend wirken. Insgesamt sehen wir daher für 2009 einen realen BIP-Anstieg von 0,7 % (Prognose zuvor 1,5 %), nach 1,8 % (zuvor 2,0 %) in diesem Jahr.

Infolge der Finanzmarkt- und Immobilienkrise sowie aufgrund der Nachwehen der Energiepreisschocks ist die Weltwirtschaft in eine Schwächephase geraten. Wir rechnen in den USA nach einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 1,6 % in diesem Jahr auch 2009 mit einem verhaltenen Wachstum von 1,1 %. In Japan dürften es – nach 0,8 % in diesem Jahr – 2009 rund 1 % sein. Die Emerging Markets erweisen sich trotz einer deutlichen Wachstumsverlangsamung mit einem erwarteten BIP-Anstieg von 5,5 % in 2009 einmal mehr als Stütze der globalen Konjunktur. Alles in allem wird die Weltwirtschaft nach unserer Ansicht 2008 BIP-gewichtet um rund 2,6 % wachsen. Im kommenden Jahr dürften es dann 2,2 % werden. Dies ist zwar deutlich weniger als in den vergangenen Jahren, eine globale Rezession ist es aber nicht. Im Verlauf des Jahres 2009 dürfte die Weltwirtschaft dann wieder an Schwung gewinnen.

Auch im Euro-Raum überwogen im ersten Quartal noch die Auftriebskräfte aus dynamischer Investitionsnachfrage und lebhafter Exporttätigkeit gegenüber einem stagnierenden Privaten Verbrauch. Doch nach einem deutlichen Minus im zweiten Quartal, dürfte das zweite Halbjahr einer Durststrecke gleichen. Ungünstigere Aussichten am Arbeitsmarkt, eine hohe Inflationsrate sowie die Unsicherheit an den Finanzmärkten schlagen sich in einer eher flauen Konsum- und Investitionstätigkeit nieder. Alles in allem erwarten wir wegen des guten Jahresauftakts für das Gesamtjahr 2008 einen realen BIP-Zuwachs von 1,2 %. Im Verlauf des Jahres 2009 rechnen wir zwar mit einer allmählichen Belebung der Konjunktur – gestützt durch niedrigere Rohstoffpreise und die Abwertung des Euro. Die durchschnittliche Wachstumsrate dürfte aufgrund des niedrigen Ausgangsniveaus zu Jahresbeginn mit 0,7 % aber spürbar schwächer ausfallen als 2008. Die EZB dürfte bis Ende 2008 ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 3,75 % zurücknehmen. Im ersten Quartal 2009 dürfte dann ein weiterer Schritt auf 3,50 % folgen.