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Bruttoinlandsprodukt überzeichnet Rezession – Preisbereinigung vernachlässigt “Terms of Trade”-Gewinne –

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Das reale deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik eingebrochen. Nicht im völligem Einklang damit steht die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Woran liegt es, dass sie nicht so schlecht ist, wie es der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts suggeriert?


, 26.05.2009

Dabei spielt in erster Linie eine Rolle, dass die Rohstoffpreise erheblich gefallen sind und dies die Kaufkraft der Einkommen gestärkt hat. Die starke Verbesserung der „Terms of Trade“, des Verhältnisses der Exportpreise zu den Importpreisen, findet bei der Ermittlung des realen Bruttoinlandsprodukts jedoch keine Berücksichtigung. In Zeiten sich verbessernder „Terms of Trade“ ist der Realeinkommensentwicklung einer Volkswirtschaft günstiger als die des realen Bruttoinlandsprodukts.

Der „Terms of Trade“-Gewinn betrug im 1.Vierteljahr 2009 gegenüber dem 1.Vierteljahr 2008 laut Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung 1,0 Prozentpunkte. Dies heißt nichts anderes, als dass sich das reale gesamtwirtschaftliche Einkommen (Realwert des BIP) um einen Prozentpunkt weniger ungünstig entwickelte als das reale BIP. Im 2. Quartal 2009 dürfte der „Terms of Trade“-Gewinn mit 1 ½ Prozentpunkten noch größer sein.

Wenn aber die Realeinkommen in begrenzterem Umfang gesunken sind, sind auch die Chancen für eine Konjunkturerholung besser, weil die Kaufkraft nicht in vollem Umfang fehlt. Insbesondere die Verbrauchsnachfrage wird nicht in dem Maße in den Sog der Rezession gezogen, wie es sonst der Fall wäre. Bei einem Exportanstieg von 10%, womit lediglich knapp die Hälfte des Exporteinbruchs aufgeholt würde, ist bereits mit einem BIP-Wachstum von rund 2½ % zu rechnen. Die deutsche Konjunktur könnte bei einer deutlichen Erholung des Welthandels überraschend kräftig an Schwung gewinnen.