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Jahresausblick 2010: Konjunktur und Kapitalmarkt

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Die Konjunktur im Jahr 2010 wird noch von den Nachwehen der globalen Wirtschaftskrise belastet sein. Dabei haben sich die wirtschaftlichen Perspektiven für Deutschland allerdings deutlich aufgehellt. Vor nicht allzu langer Zeit dominierte noch die Auffassung, die Konjunktur werde sich vor Mitte 2010 nicht erholen. Ein kräftiger Abschwung am Arbeitsmarkt werde zu einem spürbaren Rückgang des privaten Verbrauchs führen. Dieses Konjunkturbild vertraten u.a. die Forschungsinstitute in ihrem Gemeinschaftsgutachten vom April 2009 und kalkulierten für den Jahresdurchschnitt 2010 ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt von 0,5%. Skeptischer noch war die damalige Prognose des Internationalen Währungsfonds, der 2010 ein Schrumpfen der deutschen Wirtschaft um 1% vorhersah.


, 14.12.2009

Inzwischen ist die deutsche Wirtschaft allerdings bereits wieder in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen – dem zweiten und dritten – gewachsen. Die gesamtwirtschaftliche Produktion wird zum Jahreswechsel 2009/2010 deutlich höher sein als im Jahresdurchschnitt 2009. Allein dadurch hat sich die Ausgangslage für 2010 verbessert. Die befürchtete
und vielfach prognostizierte Jobkrise ist bisher nicht eingetreten, der deutsche Arbeitsmarkt hat sich erstaunlich robust erwiesen. Die Zahl der Erwerbstätigen sinkt nur moderat. Von daher halten sich auch die Kaufkraftverluste in Folge der Wirtschaftskrise in Grenzen. Die reale Verbrauchsnachfrage hat sich unterstützt von nahezu völliger Preisstabilität weitgehend auf ihrem Niveau gehalten. Im Zuge dieser Entwicklungen sind auch die meisten Konjunkturprognosen für 2010 in den letzten Monaten deutlich angehoben worden.

Nach unserer Einschätzung wird die deutsche Wirtschaft 2010 um 2,8% wachsen. Damit hätte sie Ende 2010 bereits zwei Drittel der Produktionsverluste aufgeholt, die sie durch die Wirtschaftskrise erlitten hat. Dies wäre zwar erfreulich, zeigt aber deutlich, dass das Aufholen nach der Finanzmarktkrise längere Zeit benötigt als nach früheren Rezessionen.

Starke Impulse der Finanzpolitik durch die beträchtlichen Abgabenentlastungen Anfang 2010 und die Umsetzung der Infrastrukturinvestitionen werden im 1. Halbjahr 2010 zu einem Wirtschaftswachstum von 3% (auf Jahresrate gerechnet) führen. Bereits im 2.Halbjahr 2010 wird sich die Konjunkturdynamik verringern (+2% Wachstum auf Jahresrate gerechnet), da u.a. die von den Konjunkturpaketen initiierten staatlichen Ausgaben allmählich auslaufen..