Warnung: Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte wechseln Sie zu einem moderneren Browser wie Chrome, Firefox oder Microsoft Edge.

Schritt für Schritt zurück zu hoher Wachstumsdynamik

Gemäß der zweiten offiziellen Schätzung ist die US-Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres leicht geschrumpft. Das reale Bruttoinlandsprodukt verminderte sich um 1% (Jahresrate) gegenüber dem Schlußquartal 2013. Diese Schwäche reflektiert zweierlei: Zum einen hat der kalte Winter Produktion und Nachfrage behindert. Zum anderen hat sich der in der zweiten Jahreshälfte 2013 über der Grundtendenz liegende Zuwachs bei den Exporten und bei den Lagerinvestitionen korrigiert. Im ersten Quartal 2014 waren die Lagerinvestitionen nicht einmal mehr halb so hoch wie noch Ende 2013. Und die Exporte lagen nach dem spürbaren Rückgang lediglich um 0,7% über dem Niveau vom dritten Quartal 2013. Die jüngste Ausfuhrentwicklung unterzeichnet nach unserer Auffassung das nach Maßgabe der wirtschaftlichen Entwicklung der Handelspartner zu erwartende Wachstum klar. Ausgehend von den zuletzt erreichten Niveaus erscheint ein Wiederanstieg sowohl der Exporte als auch der Lagerinvestitionen sehr wahrscheinlich. 


Das Verlaufsprofil wichtiger (monatlich veröffentlichter) Indikatoren deutet darauf hin, dass der Schwäche der US-Wirtschaft im ersten Quartal eine ungünstige Entwicklung um die Jahreswende (Dezember, Januar) zugrunde lag. Per saldo hat sich die US-Wirtschaft seither aber spürbar erholt. Daran ändert auch die Zwischenkorrektur im April nichts. Einzelhandelsumsätze, Auftragseingänge für Investitionsgüter und Produktion im Verarbeitenden Gewerbe lagen im April trotz eines Rückgangs weiterhin klar über ihrem Durchschnitt im ersten Quartal.


Eine neuerliche Aufwärtsbewegung in den kommenden Monaten signalisieren die für Mai vorliegenden Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor mit deutlich über der Expansionsschwelle liegenden Werten. Dabei überzeugt nicht nur die sehr positive Beurteilung der Produktion, sondern auch die Einschätzung eines soliden Auftragsbestands.


Auch mehren sich inzwischen die Anzeichen dafür, dass die nach dem Anstieg der Hypothekenzinsen im vergangenen Jahr eingetretene Absatzschwäche bei Wohnimmobilien zum Ende gekommen ist und eine zumindest leichte Belebung der Verkaufszahlen eingesetzt hat. Diese wird eine Erholung bei den Wohnungsbauinvesitionen unterstützen, da dieser Nachfragekomponente die bei solchen Transaktionen anfallenden Maklergebühren zugerechnet werden.  


Alles in allem erscheint im 2. Quartal ein überdurchschnittlicher BIP-Zuwachs um etwa 4% (Jahresrate) erreichbar.

 

Thomas Hofmann

Allianz SE
Fon +49.69.24431-4912