EWU

Stimmungstief überwunden

Trotz des schwierigen globalen Umfelds bleibt der Euroraum auf Wachstumskurs. Die akuten Sorgen um die Weltwirtschaft zu Jahresbeginn haben zwar zu kräftigen Finanzmarktturbulenzen geführt, doch die Konjunkturentwicklung zeigt sich davon wenig beeindruckt. Die weiterhin günstigen Rahmenbedingungen – insbesondere für den privaten Verbrauch – dürften 2016 sogar für eine leichte Beschleunigung der Wachstumsdynamik im Euroraum sorgen.

Die heute veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes (PMIs) sprechen für eine Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs im Euroraum. Der zusammen-gefasste PMI für den Industrie- und Dienstleistungsbereich legte im März 0,7 Punkte auf 53,7 Punkte zu. Die Verbesserung beruht vor allem auf der guten Entwicklung des PMI für den Dienstleistungssektor (54,0 Punkte im März nach 53,3 Punkten im Februar), während der Index für den Industriebereich nur um 0,2 Punkte auf 51,4 Punkte anstieg. Diese Frühjahrsbelebung wurde nach den heutigen Ergebnissen nicht von Deutschland sondern von Frankreich und den anderen von der Umfrage erfassten Ländern getragen. Mit den heutigen Ergebnissen sehen wir unser Bild bestätigt, dass die Konjunktur im Euroraum 2016 an Schwung, Breite und Stabilität gewinnt. Zentrale Impulsgeber – insbe-sondere für den privaten Verbrauch – sind dabei der niedrige Ölpreis, der wei-terhin relativ schwache Euro, die sehr lockere EZB-Geldpolitik und die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt. Wir erwarten für 2016 eine leichte Beschleuni-gung der Wachstumsdynamik: Nach 1,5% in 2015 dürfte das BIP im Euroraum um 1,7% zulegen.

Der deutsche Sammelindex lag im März unverändert bei 54,1 Punkten: Eine leichte Verschlechterung des PMI für den Industriesektor konnte durch eine geringfügige Verbesserung des PMI für den Dienstleistungsbereich ausgeglichen werden. Die ebenfalls heute veröffentlichten Ergebnisse des ifo-Tests von März belegen dagegen eine deutliche Aufhellung der Wirtschaftsstimmung. Demnach ist die Lagebeurteilung im zweiten Monat in Folge angestiegen und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober 2015. Auch die Erwartungen erholten sich nach dem Stimmungseinbruch der letzten zwei Monate. Nach einem guten Jahresauftakt – wir erwarten ein Wachstum von 0,6% im ersten Quartal – dürfte die deutsche Wirtschaft 2016 um 2,2% wachsen.

In Frankreich konnte der PMI-Sammelindex im März einen deutlichen Anstieg auf 51,1 Punkte verbuchen nach 49,3 Punkten im Februar. Getragen wurde die Verbesserung von der positiven Entwicklung des PMI im Dienstleistungssektor. Damit notiert der Sammelindex wieder über der Marke von 50 Punkten, ab der ein Wachstum signalisiert wird. Für das erste Quartal 2016 erwarten wir ein BIP-Wachstumstempo, welches geringfügig über der durchschnittlichen Ver-laufsrate des letzten Jahres (rund 0,3%) liegt. Damit halten wir an unserer Prognose von 1,5% Wirtschaftswachstum in Frankreich für das Gesamtjahr 2016 fest.

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