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Die robusten PMIs signalisieren eine weiter solide Konjunkturentwicklung im Euroraum. Wir sehen keinen erneuten Lockerungsbedarf für die EZB. Anhaltende Fortschritte am Arbeitsmarkt halten wir für zentral sowohl als Konjunkturstütze als auch hinsichtlich des sozialen Klimas.

Allianz SE
München, 23.08.2016

Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex für den Industrie- und Dienstleistungsbereich im Euroraum ist im August geringfügig gegenüber Juli auf jetzt 53,3 Punkte angestiegen. Die Befragungsergebnisse fielen in Deutschland schlechter, in Frankreich besser aus als im Vormonat (siehe unten). In den anderen von der Umfrage erfassten EWU-Ländern bleiben die Stimmungsbarometer im expansiven Bereich allerdings auf zuletzt abgeschwächtem Niveau. Insgesamt rechnen wir für den Euroraum im laufenden Jahr weiterhin mit einem BIP-Anstieg von 1,5%.

In Deutschland fiel der Sammelindex nach dem deutlichen Anstieg im Vormonat wieder auf das Juni-Niveau von 54,4 Punkten zurück – hauptsächlich bedingt durch den Dienstleistungssektor. Der aktuelle Stand signalisiert aber nach wie vor  anhaltende Wachstumsdynamik und einzelne Indikatoren wie Auftragseingänge (inklusive jene aus dem Ausland) sowie Neueinstellungen bleiben klar im grünen Bereich. Mit den heutigen Umfrageergebnissen erscheint es gut möglich, dass der Wachstumsdämpfer – infolge von Unsicherheit insbesondere hinsichtlich der Folgen des Brexit-Votums – im dritten Quartal milder ausfällt als bisher angenommen. Auch aufgrund der guten Konjunktur im ersten Halbjahr ist für das deutsche Wirtschaftswachstum 2016 eine Zwei vor dem Komma wieder in Reichweite gerückt.

Der französische Einkaufsmanagerindex für den Industrie- und Dienstleistungsbereich hat im August kräftig auf 51,6 Punkte zugelegt. Damit liegt er so hoch wie seit Oktober letzten Jahres nicht mehr. Allerdings kommt die Verbesserung alleine aus dem Dienstleistungssektor, während der PMI für die Industrie auf nahezu unverändert schlechtem Niveau verharrt (48,5 Punkte). Nach den sehr erratischen BIP-Verlaufsraten im ersten Halbjahr (Q1: 0,7%; Q2: 0,0%) rechnen wir für die zweite Jahreshälfte mit einem im Durchschnitt gleichbleibenden Wachstumstempo von 0,3 bis 0,4% pro Quartal. So ergibt sich eine Prognose von unverändert 1,4% für den diesjährigen BIP-Anstieg in Frankreich.

Alles in allem sprechen die neuen PMIs dafür, dass die EWU-Stimmung von der Brexit-Entscheidung bislang relativ unbeeindruckt bleibt. Aus heutiger Sicht gibt es unseres Erachtens keinen Handlungsbedarf für die EZB auf der nächsten Ratssitzung im September. Besonders wichtig für die Stimmung, für das politische Klima und für die Wirtschaftsentwicklung im Euroraum ist, dass die Besserung am Arbeitsmarkt voranschreitet. Dies wird für die EWU als Ganzes nach unserer Einschätzung zwar nicht in großen Schritten aber weiter der Fall sein.

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Claudia Broyer

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