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EZB: Kein Tapering in Sicht

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Die EZB hält die lockere Geldpolitik bei: Zwar werden die monatlichen Anleihekäufe ab April auf 60 Milliarden Euro reduziert, allerdings bis mindestens Ende 2017 beibehalten. Diese vorfestgelegte, substantielle zeitliche Ausweitung von QE halten wir für konjunkturell nicht erforderlich und angesichts der wachsenden Risiken für die Finanzstabilität im Euroraum auch für gefährlich.

Allianz SE
München, 08.12.2016

Die Europäische Zentralbank hat heute verkündet, dass sie ihr Anleihekaufprogramm bis mindestens Ende 2017 fortführen wird. Ab April soll das monatliche Kaufvolumen auf 60 Milliarden Euro reduziert werden. Insgesamt weitet sich das QE-Programm damit um 540 Milliarden Euro aus auf 2,28 Billionen Euro. Sollte die Inflationsentwicklung in den kommenden Monaten hinter den Erwartungen zurückbleiben, lässt sich die EZB die Möglichkeit offen, sowohl das monatliche Kaufvolumen als auch den zeitlichen Horizont des Programms auszuweiten.  Von Tapering kann also keine Rede sein, wie EZB-Präsident Mario Draghi in der heutigen Pressekonferenz betonte. Die EZB hat nicht die Absicht ihre Präsenz in den Märkten zu reduzieren. Dies belegt auch Draghis überaus starre Auslegung von Preisstabilität, nämlich dass eine Inflationsrate von 1,7%  in 2019 – wie sie die EZB erwartet – nicht wirklich das Preisziel von nahe 2% erfülle.

Die Beibehaltung bzw. Ausweitung der geldpolitischen Maßnahmen, deren Wirkung fragwürdig ist und die erhebliche Verzerrungen von Preisen und Investitionsanreizen an den Finanzmärkten auslösen, sehen wir kritisch. Die Bedrohung für die Finanzmarktstabilität nimmt damit weiter zu. Das EZB-Anleihekaufprogram stellt eine deutliche Belastung für die Ertragslage und die Kapitalisierung der Banken im Euroraum dar. Darüber hinaus führen die Anleihekäufe der Notenbank bei Staatsanleihen und bei Unternehmensanleihen zu einer künstlichen Minderung der Risikoprämien, während die Lücken in der Altersvorsorge immer größer werden.

Kritisch zu sehen ist auch die asymmetrische Ausrichtung der EZB-Geldpolitik. Denn wenn die Inflationsentwicklung in den kommenden Monaten doch einen zügigeren Ausstieg erforderlich macht als derzeit erwartet wird, könnte dies zu bösen Überraschungen an den Anleihemärkten führen.

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Michael Heise

Allianz SE
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