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Preisentwicklung spricht für Flexibilität der EZB nicht nur in eine Richtung

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Eine höhere Inflationszahl ist noch keine Trendwende, doch die aktuellen Preisdaten (und guten Einkaufsmanagerindizes) zeigen, dass Überraschungen in jede Richtung möglich sind. Auch wenn es auf der nächsten EZB-Ratssitzung noch zu früh dazu sein dürfte, sollte der einseitige Bias, das Anleihekaufprogramm bei schlechterer als erwarteter Entwicklung wieder auszuweiten, baldigst durch ein ausgeglichenes Statement ersetzt werden.

Allianz SE
München, 04.01.2017

Die EWU-Inflationsrate ist der heutigen Schnellschätzung für Dezember zufolge deutlich auf 1,1% gestiegen (November: 0,6%). Dies war neben Energiepreisen mitbedingt durch die Komponente unverarbeiteter Lebensmittel. Die Kerninflation (ohne Energie und unverarbeitete Lebensmittel) zog geringfügig auf 0,9% Vorjahresabstand an. Bereits im Januar wird die Gesamtinflationsrate des Euroraums weiter auf etwa 1,5% klettern und sich im späteren Jahresverlauf 2% nähern. Dabei macht sich auch der schwächere Euro-Wechselkurs via höhere Importpreise bemerkbar.

Bei der letzten EZB-Pressekonferenz wurde Präsident Draghi gefragt, ob die Anleihekäufe bei einer günstigeren als der erwarteten Entwicklung reduziert werden könnten. Er antwortete, dies sei im EZB-Rat nicht diskutiert worden – man scheine recht weit entfernt von solch einem „Luxus-Problem“.  Wir meinen jedoch, dass es allen Grund gibt, mehr Vertrauen in die EWU-Wirtschaftsentwicklung zu setzen. Dies untermauern beispielsweise die heute veröffentlichen Ergebnisse der Einkaufsmanagerbefragung. So stieg der Sammelindex für den Euroraum im Dezember auf 54,4 Punkte und liegt nun so hoch wie seit über 5 Jahren nicht mehr. Das Wirtschaftswachstum dürfte in diesem wie im letzten Jahr 1,6% erreichen.

Unseres Erachtens sollte die EZB ihre einseitige Bereitschaft möglichst bald aufgeben, das ab April 2017 von 80 auf 60 Mrd. Euro reduzierte Anleihekaufprogramm wieder auszuweiten, falls es ungünstige Umstände nötig machen. Vielmehr sollte sie sich ausdrücklich auch die Flexibilität zu einer schnelleren Verringerung der Anleihekäufe schaffen als derzeit geplant. Egal, ob dies dann beim Namen „Tapering“ genannt wird oder nicht, ist mit einer gewissen Aufwärtsbewegung der Renditen zu rechnen. Diese wird in Grenzen gehalten, da die EZB ihre Präsenz im Markt auf keinen Fall abrupt zurückfährt.

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Claudia Broyer

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