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EZB-Exit in Mini-Schritten bei wenig Inflationsdruck

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Auch wenn die Inflationsrate sich wieder von der 2%-Marke entfernt hat und nahe des jetzigen Niveaus verharren dürfte, wird die EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag voraussichtlich kein völliges „non-event“. Die EZB wird in ihrer Kommunikation wahrscheinlich vorsichtig umschalten, die Geldpolitik noch lange expansiv bleiben.

Allianz SE
München, 31.05.2017

Die Inflationsrate des Euroraums ist der heutigen Schnellschätzung für Mai zufolge auf 1,4% gesunken (nach 1,9% im Vormonat), u.a. wegen des weggefallenen Ostereffekts. Die Kerninflation (ohne Energie und unverarbeitete Lebensmittel) ging auf 1% Vorjahresabstand zurück. Unseres Erachtens wird sich die Gesamtinflationsrate im weiteren Jahresverlauf nahe 1,5% bewegen. Wir haben unsere Prognose für den Durchschnitt 2017 um ein Zehntel nach unten auf 1,6% angepasst. Die Kerninflation dürfte vom aktuellen Niveau in der Tendenz leicht steigen und damit den Abstand zur Gesamtinflation verringern.

Bei den nächste Woche zur Veröffentlichung anstehenden EZB-Projektionen erwarten wir sowohl hinsichtlich Inflation als auch Wirtschaftswachstum des Euroraums keine wesentlichen Änderungen. Die jüngsten durchweg positiven Wirtschaftsdaten sollten aber Grund genug sein, dass die EZB ihre Forward guidance anpasst. Sie dürfte den Lockerungsbias sowohl hinsichtlich Leitzinsen als auch QE aufgeben. Da ohnehin niemand mehr mit einer Leitzinssenkung oder einer Erhöhung des monatlichen Anleihekaufvolumens rechnet, sind nennenswerte Marktreaktionen unwahrscheinlich. Diese Änderung der Foward guidance wäre unseres Erachtens der erste Schritt, um dann vermutlich ab September über eine Reduktion der Anleihekäufe zu reden – aus heutiger Sicht rechnen wir Anfang nächsten Jahres mit einer Rückführung von monatlich 60 auf 40 Mrd. EUR.

Die EZB steht von ihrem Mandat her zurzeit nicht unter Handlungsdruck, denn die Teuerungsraten liegen leicht unter ihrem Ziel und ernsthafte Inflationsrisiken sind nicht auszumachen. Doch die ultra-lockere Geldpolitik passt nicht mehr zum guten Konjunkturumfeld. Zwar verweist die EZB in ihrem letzten Monatsbericht auf eine Unterauslastung an den EWU-Arbeitsmärkten, doch die Lage bessert sich stetig, wie u.a. die heutigen Daten zur Arbeitslosigkeit zeigen. Im April ist die Arbeitslosenquote des Euroraums auf den tiefsten Stand seit März 2009 gefallen. Unsere aktuelle Prognose, dass das Tapering Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein dürfte, der negative Einlagensatz in der zweiten Hälfte 2018 etwas angehoben wird und eine erste Erhöhung des Refinanzierungssatzes Anfang 2019 erfolgt, bedeutet eine noch lange lockere Geldpolitik.    

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Claudia Broyer

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