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EZB sollte allmähliche Rückführung der Anleihekäufe ankündigen

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Die EZB wird sich diesen Donnerstag wahrscheinlich noch bedeckt halten, ob sie eine Beibehaltung ihres Anleihekaufprogramms (QE) oder eine allmähliche Rückführung ab dem zweiten Quartal 2017 beabsichtigt. Im Dezember wird sie eine Positionierung aber nicht mehr länger hinauszögern können. Wir erwarten, dass sie dann zwar noch keine konkreten Modalitäten für die Rückführung ihrer Anleiheverkäufe verkündet, aber die Märkte zumindest behutsam auf den schrittweisen Ausstieg aus QE vorbereitet. Mit der Anhebung des negativen Einlagensatzes sollte sie nach unserer Einschätzung schon bald beginnen.

Allianz SE
München, 17.10.2016

Die Konjunktur im Euroraum befindet sich weiter auf moderatem Aufwärtskurs und die Inflationsrate wird in den kommenden Monaten merklich steigen. Auch wenn das vor allem dem Wiederanstieg der Ölpreise zuzuschreiben ist, dürfte es auch die Inflationserwartungen weiter festigen. Bei der letzten Ratssitzung in diesem Jahr wird die EZB eine schwierige Abwägung zu treffen haben. Aus makroökonomischer Sicht spräche angesichts stabiler Wirtschaftslage alles für eine Rückführung des Anleihekaufvolumens (Tapering) ab April 2017. Das Preisniveau bewegt sich in die richtige Richtung, es gibt keine Deflationssorgen an den Finanzmärkten und die ultra-expansive Geldpolitik der EZB wird aufgrund inhärenter Wirkungsverzögerungen ohnehin noch geraume Zeit nachwirken.

Die Herausforderung für die Kommunikation der EZB wird es sein, Anspannungen am Rentenmarkt mit plötzlichen Zinssteigerungen zu verhindern. Die Finanzmärkte gehen weiterhin von einer sehr expansiven Linie der EZB aus, jedes Indiz für eine Korrektur dieser Politik könnte Reaktionen hervorrufen, zumal auch die amerikanische Fed ihren Kurs vorsichtiger Leitzinsanhebungen fortsetzen dürfte. In dieser Situation wird sich die EZB hinsichtlich der Modalitäten/Geschwindigkeit des „Tapering“ Flexibilität bewahren und ihre Politik von den Wirtschaftsdaten abhängig machen. Flexibilität sollte allerdings im symmetrischen Sinne verstanden werden. Sind die Wirtschaftsdaten deutlich schlechter als in den derzeitigen und in den neuen Dezemberprojektionen unterstellt, sollten die monatlichen Anleihekäufe nur langsam zurückgeführt werden, sollten sie besser ausfallen, ist eine zügige Rückführung des Programms zu empfehlen. Aus heutiger Sicht sollte ein Ende der Anleihekäufe, die starke Preisverzerrungen auf den Märkten auslösen, bis Ende 2017 möglich sein.

EZB-Vertreter haben sich dahingehend geäußert, dass erst der Exit aus den unkonventionellen Maßnahmen vollzogen wird und dann in einem zweiten Schritt mit dem Beginn des Ausstiegs aus der Nullzinspolitik zu rechnen ist. Allerdings halten wir die Abschaffung des negativen Einlagensatzes so bald wie möglich für wünschenswert. Die Strafzinsen führen nicht zu dem gewünschten Ergebnis, sie sind vielmehr eine große Belastung für die Profitabilität und Eigenkapitalbildung der Banken, die für die Stabilität des Finanzsektors wichtig sind.

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Michael Heise

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