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Für die Wirtschaft geht es 2018 bergab

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Die vorläufige Wachstumsschätzung für das vierte Quartal scheint auf den ersten Blick die anhaltende Widerstandsfähigkeit der britischen Wirtschaft nach der Brexit-Abstimmung zu unterstreichen. Allerdings dürfte es ab jetzt abwärts für die britische Wirtschaft gehen, denn die bereits erkennbare Wachstumsverlangsamung wird sich 2018 nochmals verstärken.

Allianz SE
München, 26.01.2018

In den drei Monaten bis Dezember lag das BIP-Wachstum mit +0,5% q/q leicht  über der Wachstumsrate des Vorquartals (+0,4% q/q). Detaillierte Ergebnisse zu den Komponenten liegen noch nicht vor. Für das Gesamtjahr 2017 liegt das BIP-Wachstum des Vereinigten Königreichs damit bei +1,8%. Dies ist die niedrigste Wachstumsrate der britischen Wirtschaft seit 2012.

Besser als die heute veröffentlichen Wachstumszahlen dürfte es allerdings kaum mehr werden. Im Gegenteil: Wir gehen davon aus, dass die Stärke der britischen Wirtschaft im Laufe des Jahres 2018 weiterhin nachlassen wird. Zwar hat die Brexit-Abstimmung kein wirtschaftliches Untergangsszenario eingeläutet, aber die klare Verlangsamung der britischen Wirtschaft, die durch die günstigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bisher etwas abgefedert wurde, dürfte immer deutlicher werden.

Ausschlaggebend für die Wachstumsverlangsamung ist die schwächelnde Inlandsnachfrage. Die Brexit-Unsicherheit wird sich dämpfend auf die Investitionen auswirken, während der britische Verbraucher im Jahr 2018 unter rückläufigen Reallöhnen und dem schwächelnden Immobilienmarkt leiden wird. Zwar profitieren die britischen Exporte derzeit von den günstigen globalen Wachstumsaussichten, doch die Hoffnung auf einen ausgeprägten und anhaltenden Exportboom infolge der starken Pfund-Abwertung ist aus unserer Sicht fehl am Platze. Schließlich haben die Exporteure die Preise erhöht, um angesichts des hohen Importanteils ihrer Waren die Gewinnmargen zu schützen. Auf jeden Fall wird der Wachstumsbeitrag des Außensektors nicht kräftig genug ausfallen, um die erwartete Abschwächung der Inlandsnachfrage auszugleichen.

Bereits in den vergangenen 18 Monaten hatte die britische Wirtschaft zunehmend damit zu kämpfen, mit den anderen EU-Ländern mitzuhalten und auch in diesem Jahr dürfte Großbritannien wirtschaftlich hinterherhinken: Während die Wirtschaft im Euroraum nach einem Plus von +2,5% im Jahr 2017 in diesem Jahr um weitere +2,2% expandieren sollte, erwarten wir für die britische Wirtschaft im Jahr 2018 ein BIP-Wachstum von nur +1,4% – eine der voraussichtlich niedrigsten Wachstumsraten in der EU.

Die sich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden ein entscheidendes Jahr der Brexit-Verhandlungen für Premierministerin Theresa May sicherlich nicht leichter machen.

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Katharina Utermöhl

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