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Konjunkturerholung setzt sich fort

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Die Konjunkturerholung im Euroraum hat sich im Schlussquartal 2015 fortgesetzt. Nach einem starken Jahresauftakt ist das Wachstumstempo im zweiten Halbjahr zwar etwas schwächer ausgefallen, aber bislang zeigt sich die Konjunktur im Euroraum noch relativ unbeeindruckt von den Sorgen um die globale Konjunktur und den Finanzmarktturbulenzen der letzten Wochen. Für 2016 sehen wir eine erneute Beschleunigung des Wirtschaftswachstums auf 1,7%. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die erhöhte globale Unsicherheit nicht die Realwirtschaft in Mitleidenschaft zieht.

Allianz SE
München, 12.02.2016

Wie das europäische Statistikamt mitteilte, ist die Wirtschaft im Euroraum im Schlussquartal 2015 um 0,3% gewachsen. Nach einem starken Jahresauftakt hat die Konjunktur damit im zweiten Halbjahr leicht an Schwung verloren. Im Gesamtjahr 2015 ist das BIP um 1,5% gestiegen.


Bisher scheint die Konjunktur im Euroraum die erhöhte Unsicherheit hinsicht-lich der globalen Konjunktur und die Panik an den Finanzmärkten relativ gut wegzustecken. Es liegen zwar noch keine detaillierten Ergebnisse zu den BIP-Komponenten vor, allerdings gehen wir davon aus, dass die Binnennachfrage, die sich zunehmend zur Konjunkturstütze entwickelt, die maue Entwicklung der globalen Wirtschaft etwas abfedern konnte.


Deutschland konnte sich im Wachstumsmittelfeld behaupten. Mit einer Ver-laufsrate von 0,3% ist das BIP im Schlussquartal 2015 genauso schnell gewach-sen wie bereits im Vorquartal. Für das gesamte Jahr ergibt sich so ein durchschnittliches Wachstum von 1,7%. Positive Impulse kamen vor allem aus dem Inland: Die Konsumenten und der Staat erhöhten ihre Ausgaben und auch die Anlageinvestitionen konnten ein Plus verbuchen. Die außenwirtschaftliche Entwicklung hingegen bremste das Wachstum zuletzt. Für 2016 erwarten wir ein Wirtschaftswachstum von 2,2%.


Die Ergebnisse für die zwei EWU-Schwergewichte Italien und Frankreich enttäuschten:


Italiens Wirtschaft konnte im vierten Quartal nur ein mageres Plus von 0,1% verbuchen. Im Gesamtjahr 2015 ist das italienische BIP somit um 0,6% gestiegen. Sorgen, dass die italienische Wirtschaft auf eine erneute Rezession zusteuert, halten wir für übertrieben. Es gibt verschiedene Anzeichen dafür, dass die Konjunktur 2016 wieder an Fahrt gewinnen dürfte: Die Stimmung bei den Konsumenten liegt auf einem 15-Jahreshoch, das Geschäftsklima notiert auf hohem Niveau und die Lage am Arbeitsmarkt bessert sich stetig. Wir prognostizieren einen BIP-Zuwachs von 1,1% in 2016.


Frankreichs Wirtschaft hat im Schlussquartal 2015 ebenfalls an Schwung ver-loren: Die Wirtschaftsleistung ist gegenüber dem Vorquartal nur um 0,2% gestiegen. Der Grund hierfür war insbesondere ein Minus beim privaten Konsum, was allerdings teilweise auf einen niedrigeren Energieverbrauch aufgrund der warmen Temperaturen zurückzuführen ist. Einen Lichtblick boten hingegen die Unternehmensinvestitionen, die um 1,3% zulegten – die höchste Wachstumsrate seit vier Jahren. Für 2016 erwarten wir ein BIP-Wachstum von 1,5%.


Aus der EWU-Peripherie gab es erfreulichere Neuigkeiten: Spanien konnte wieder einmal kräftiges Wachstum (0,8%) verbuchen, Zypern (0,4%) scheint nun auch endlich über den Berg zu sein und Portugal bleibt auf Wachstumskurs (0,2%). Nur Griechenland musste ein Minus beim BIP-Wachstum (-0,6%) verbuchen – als einziges EWU-Land neben Finnland (-0,1).


Für 2016 erwarten wir ein BIP-Wachstum von 1,7% im Euroraum. Wir gehen davon aus, dass der Aufschwung an Schwung, Breite und Stabilität gewinnt. Konjunkturmotor bleibt der private Konsum. Der Abbau der Arbeitslosigkeit, der 2015 an Fahrt aufgenommen hat, dürfte sich fortsetzen und für zusätzlichen Rückenwind sorgen. Auch die Investitionen werden voraussichtlich endlich wieder deutlicher zulegen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sich die er-höhte globale Unsicherheit nicht negativ auf die Realwirtschaft auswirkt.

  Kontakt

Katharina Utermöhl

Allianz SE
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