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Gute PMIs sollten Mut zu Tapering ab April machen

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Die heutigen Umfrageergebnisse belegen, dass die Konjunktur im Euroraum rund läuft. Anfang Dezember wird die EZB wahrscheinlich die schrittweise Rückführung ihres Anleihekaufprogramms (Tapering) etwas konkreter in Aussicht stellen. Zu hoffen ist, dass sie damit ab April 2017 beginnt, was ohnehin eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms über März nächsten Jahres hinaus bedeuten würde.

Allianz SE
München, 24.10.2016

Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex für den Industrie- und Dienstleistungsbereich im Euroraum ist im Oktober kräftig auf 53,7 Punkte angestiegen – den höchsten Stand seit Ende letzten Jahres. Die Verbesserung kam vor allem aus Deutschland, nicht aus Frankreich (siehe unten). In den anderen von der Umfrage erfassten EWU-Ländern erholten sich die Stimmungsbarometer, bleiben allerdings noch auf abgeschwächtem Niveau. Insgesamt rechnen wir für den Euroraum im laufenden Jahr weiterhin mit einem BIP-Anstieg von 1,5%.

In Deutschland verzeichnete der Sammelindex einen starken Anstieg von 52,8 auf 55,1 Punkte – hauptsächlich bedingt durch den Dienstleistungs- aber auch durch den Industriesektor. An den kräftigen Auftragseingängen aus dem Ausland zeigt sich, dass die Weltkonjunktur wieder besser auf Touren kommt. Der Beschäftigungsaufbau geht mit steigendem Auftragsbestand einher. Die heutigen Umfrageergebnisse stützen unsere Prognose von rund 2% deutschem Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr.

Der französische Einkaufsmanagerindex für den Industrie- und Dienstleistungsbereich ist im Oktober zwar leicht von 52,7 auf 52,2 Punkte zurückgegangen, doch bei genauerem Hinsehen überwiegen die positiven Ergebnisse die negativen. Denn der PMI für den Industriesektor kletterte nicht nur endlich über die 50-Punkte-Marke, sondern machte einen Sprung nach oben auf 51,3 Punkte. Demgegenüber fiel der PMI für den Dienstleistungssektor nach seinem deutlichen Anstieg im Vormonat empfindlich zurück, liegt mit nun 52,1 Punkten aber noch immer auf relativ hohem Niveau. Als positive Nachricht kommt hinzu, dass sich die Exportauftragseingänge in der Industrie so gut entwickeln wie seit Mai 2011 nicht mehr. Wir bleiben bei unserer Prognose, dass sich das Wachstumstempo nach „dem Ausrutscher“ im zweiten Quartal in den nächsten Quartalen auf etwa 0,4% beschleunigen wird und ein diesjähriger BIP-Anstieg von 1,4% in Frankreich erreichbar ist. 

Alles in allem läuft die Konjunktur im Euroraum rund und auch wenn sich die Inflationsraten in den kommenden Monaten zunächst hauptsächlich nur wegen des ölpreisbedingten Basiseffekts merklich nach oben bewegen, dürfte dies letztlich der Verankerung der Inflationserwartungen gut tun. Im Übrigen gibt es auch in den heutigen PMI-Umfrageergebnissen Hinweise auf zunehmenden Preisauftrieb. Bei der letzten Ratssitzung in diesem Jahr und mit Veröffentlichung der neuen Projektionen Anfang Dezember sollte die EZB im Sinne der „Forward guidance“ ein paar Monate im Voraus die schrittweise Rückführung des Anleihekaufvolumens (Tapering) ab April 2017 in Aussicht stellen (von völlig unerwarteten Ereignissen naturgemäß abgesehen). Dafür muss nicht „nahe unter 2%“ Inflation als Rechtfertigung erreicht sein. Vielmehr geht es darum, den ultra-lockeren Krisenmodus der Geldpolitik allmählich zurückzufahren. Herausforderung für die EZB wird sein, den Rentenmarkt nicht zu sehr zu belasten, zumal die Fed ihren Kurs vorsichtiger Leitzinsanhebungen fortsetzen dürfte. Einerseits gilt es, den Markterwartungen gewisse Orientierung zu geben, andererseits wird sich die EZB hinsichtlich der Modalitäten/Geschwindigkeit des Tapering sinnvollerweise Flexibilität bewahren.

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Claudia Broyer

Allianz SE
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