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PMIs nicht berauschend aber solide

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Auch wenn die Konjunkturdynamik im zweiten Quartal etwas schwächer als zu Jahresanfang ausfallen dürfte, befindet sich die EWU-Wirtschaft auf klarem Erholungskurs. Allerdings wirken politische Unsicherheiten als Hemmschuh. Die Inflation wird vorerst sehr niedrig bleiben und die EZB an ihrem expansiven Kurs festhalten. Insofern ist sowohl mit weiterhin niedrigen Renditen als auch mit einem für die Wirtschaftsentwicklung relativ günstigen Euro-Wechselkurs zu rechnen.

Allianz SE
München, 23.05.2016
Der zusammengefasste PMI für den Industrie- und Dienstleistungsbereich im Euroraum notiert im Mai bei 52,9 Punkten, damit ist er seit Februar in etwa stabil. Während die Befragungsergebnisse in Deutschland und Frankreich ge-genüber dem Vormonat klar besser ausfielen, gab es offenbar empfindliche Rückgänge in den anderen von der Umfrage erfassten EWU-Ländern. Der relativ schwungvolle Jahresauftakt im Euroraum mit einer BIP-Verlaufsrate von 0,5% war zum Teil eine Gegenbewegung zum recht schwachen Schlussquartal 2015. Auch wenn es etwas weniger dynamisch weitergehen dürfte, erwarten wir un-verändert ein diesjähriges Wirtschaftswachstum von 1,7% (zwei Zehntel mehr als im letzten Jahr und leicht über der Potenzialwachstumsrate).

In Deutschland konnten sich sowohl der Industrie- als auch der Dienstleistungs-PMI verbessern, sodass der deutsche Sammelindex im Mai auf 54,7 Punkte – den höchsten Stand seit August letzten Jahres – geklettert ist. Obwohl der Beschäftigungsaufbau gemäß der Einkaufsmanagerbefragung nun schon 31 Monate anhält, lassen die bisherigen Lohnabschlüsse keinen übermäßigen Auftrieb erkennen, sondern zeugen eher von Zweitrundeneffekten der niedrigen Inflationsraten (Einigung auf moderate Nominallohnsteigerungen angesichts des niedrigen vergangenen und erwarteten Preisanstiegs). Insgesamt sehen wir Deutschland weiter gut aufgestellt, um 2016 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von gut 2% zu erreichen.

Der französische Einkaufsmanagerindex für den Industrie- und Dienstleistungsbereich hat recht deutlich auf 51,1 Punkte zugelegt. Allerdings war hierfür hauptsächlich der Dienstleistungssektor verantwortlich, während der PMI für die Industrie bei unbefriedigenden 48,3 Punkten liegt. Nach dem guten Jahresstart mit einer BIP-Verlaufsrate von 0,5% rechnen wir für die nächsten Quartale mit einer Abschwächung auf 0,3-0,4% und im Durchschnitt 2016 mit annähernd 1,5% Wirtschaftswachstum. Bemerkenswert dabei ist, dass sich die Investitionen nichtfinanzieller Unternehmen in Frankreich erfreulich entwickeln (selbst im hypothetischen Fall, dass sie in den nächsten drei Quartalen stagnieren würden, ergäbe sich für das Gesamtjahr ein Anstieg von fast 3%).

Alles in allem bleiben die Perspektiven durchwachsen: Der Konjunkturaufschwung im Euroraum läuft, wird aber durch Unsicherheit der Wirtschaftsakteure gebremst (Stichworte: Brexit, Grexit, wachsender Einfluss populistischer Parteien, steigende Zurückhaltung in puncto europäischer Integration, etc.). Die EWU-Inflationsraten dürften sich im zweiten Halbjahr eindeutig von Null wegbewegen, die 2%-Richtmarke der EZB kommt aber nicht in Reichweite. Die sehr lockere EZB-Geldpolitik verankert die Renditen im Euroraum auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Auch im Lichte der voraussichtlich fortgesetzten zaghaften Normalisierung der Fed-Geldpolitik dürfte sich am relativ schwachen Euro (in der Größenordnung 1,10-1,15 USD/EUR) wenig ändern.

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Claudia Broyer

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