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Mini-Inflation sollte EZB kalt lassen

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Der Preisdruck im Euroraum hat im Januar zwar leicht zugenommen, doch verharrt die jährliche Inflationsrate weiterhin nahe der Nulllinie. Preisdämpfend wirkt vor allem der dramatische Ölpreisverfall. Die anhaltende Mini-Inflation sollte der EZB jedoch keinen Anlass für weitere Lockerungsschritte geben, denn Deflationstendenzen sind keine zu erkennen und der zunehmend selbsttragende Konjunkturaufschwung im Euroraum bedarf keines weiteren geldpolitischen Stimulus. Die EZB läuft Gefahr mit häufigen geldpolitischen Korrekturen zur Verunsicherung der Marktteilnehmer beizutragen.

Allianz SE
München, 29.01.2016

Wie das europäische Statistikamt mitteilte, sind die Verbraucherpreise im Euroraum im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,4% gestiegen. Hauptgrund für den schwachen Preisauftrieb war der Absturz der Rohölpreise. Im Januar war der Preis für Öl der Sorte Brent zeitweise unter 30 US-Dollar pro Fass gefallen. Ohne Berücksichtigung der Energiekomponente würde die jährliche Inflationsrate bei 1,1% notieren. In 2016 erwarten wir eine durchschnittliche Steigerung der Verbraucherpreise um 0,4%.

Trotz der leichten Beschleunigung der jährlichen Inflationsrate gegenüber des Vormonats (Dezember 2015: 0,2%), bleibt eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Euroraum wahrscheinlich. In der letzten Pressekonferenz hat EZB-Präsident Draghi kaum einen Zweifel daran gelassen, dass im März zusätzliche Lockerungsmaßnahmen folgen werden (denkbar sind eine weitere Absenkung des Einlagensatzes auf -0,4% und/oder eine Ausweitung des monatlichen Anleihekaufvolumens auf 75 bis 80 Mrd. Euro). Allenfalls eine Fortsetzung der gegenwärtigen Erholung des Ölpreises könnte eine weitere Lockerung der Geldpolitik vermutlich noch verhindern.

Zwar will die EZB mit der Ankündigung im März ihre geldpolitische Ausrichtung zu überdenken dem Markt signalisieren, dass sie ihr Inflationsziel ernst nimmt. Doch dabei läuft sie Gefahr, wie bereits im Dezember die hohen Erwartungen der Marktteilnehmer zu enttäuschen. Darüber hinaus trägt sie mit häufigen geldpolitischen Korrekturen zur Verunsicherung bei: Als Hauptpunkte für möglichen weiteren Handlungsbedarf nach den erst im Dezember beschlossenen Maßnahmen nannte Präsident Draghi gestiegene Abwärtsrisiken wegen erhöhter Unsicherheit über die Wachstumsaussichten in den aufstrebenden Volkswirtschaften, der Volatilität an den Finanz- und Rohstoffmärkten und der geopolitischen Risiken. Auch steigt das Risiko negativer Nebeneffekte der ultra-lockeren Geldpolitik stetig.
Die EZB täte besser daran, sich angesichts der hauptsächlich ölpreisbedingten Inflationsentwicklung gelassen zu zeigen. Wir meinen gewisse Zuversicht ist angebracht, dass die Konjunktur im Euroraum 2016 an Schwung, Breite und Stabilität gewinnt und der Aufschwung zunehmend selbsttragend wird u.a. durch eine Belebung der Investitionen und eine fortgesetzte Besserung am Arbeitsmarkt.

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