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EWU-Wirtschaft mit voller Kraft voraus

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An der derzeitigen Konjunkturdynamik im Euroraum (neuen BIP-Daten, Stimmungsindikatoren der EU-Kommission) zeigt sich rückblickend ganz klar, dass die lockere EZB-Geldpolitik wirkt. Vorausschauend halten wir den aktuellen geldpolitischen Stimulus für zu stark. Außerdem sehen wir mit Blick auf die Staatsfinanzen der Euroraum-Länder keinen triftigen Grund, warum die EZB ein Ende von QE verzögern sollte.

Allianz SE
München, 30.01.2018

Laut vorläufiger Schnellschätzung von Eurostat ist das EWU-Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal letzten Jahres mit einer Verlaufsrate von 0,6% gewachsen. Damit expandierte der Euroraum annähernd weiter so kräftig wie in den Vorquartalen. Für das Gesamtjahr 2017 ergibt sich ein Wirtschaftswachstum von ansehnlichen 2,5%. Und auch für 2018 ist eine gute Basis gelegt – wir erwarten unverändert einen diesjährigen BIP-Anstieg von mindestens 2,2% im Euroraum.


Die ebenfalls heute veröffentlichten Stimmungsindikatoren der Europäischen Kommission liefern einen weiteren Beitrag zum positiven Bild: Wenngleich der Wirtschaftssentimentindikator (ESI) des Euroraums im Januar gegenüber dem Vormonat leicht auf 114,7 Punkte zurückging, liegt er noch immer so hoch wie seit über 15 Jahren nicht mehr. Zudem ist die Kapazitätsauslastung im Industriesektor gemäß den Umfrageergebnissen für das erste Quartal dieses Jahres auf 84,4% gestiegen. Sie liegt nun seit 12 Quartalen über ihrem langfristigen Durchschnitt von 81,1%.


An der derzeitigen Konjunkturdynamik zeigt sich unseres Erachtens rückblickend ganz klar, dass die lockere EZB-Geldpolitik wirkt (naturgemäß mit Zeit-verzögerung). Vorausschauend halten wir den aktuellen geldpolitischen Stimulus – die EZB-Bilanzsumme steigt weiter – für zu stark. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der in den Krisenjahren gestörte Übertragungsmechanismus der Geldpolitik auf die Wirtschaft wieder besser funktioniert.    

 
So hoffen wir, dass die EZB ihre QE-Käufe im Oktober einstellt. Der damit wahrscheinlich verbundene moderate Anstieg der Langfristzinsen erscheint uns für die EWU-Länder verkraftbar. Denn zum Ersten hilft die gute Konjunktur, die öffentlichen Budgetsalden zu verbessern: Das Budgetdefizit des Euroraums betrug jüngsten Daten zufolge im dritten Quartal letzten Jahres nur noch 0,3% (wobei das Gesamtbild allerdings durch einen deutlichen Haushaltsüberschuss in Deutschland „geschönt“ wird). Zum Zweiten werden die bisherigen Niedrigzinsen via Laufzeiten der Staatsanleihen nachwirken, d.h. die Durchschnittsverzinsung bzw. Zinslast anhaltend dämpfen. Zwar sind für die langfristige Tragbarkeit der öffentlichen Finanzen letztlich strukturelle Verbesserungen entscheidend. Dennoch sehen wir momentan keinen triftigen Grund, warum die EZB einen Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik mit Blick auf die Staatsfinanzen der Euroraum-Länder verzögern sollte.

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Claudia Broyer

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