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Die Inflation dümpelt weiter vor sich hin - egal

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Auch wenn das EZB-Inflationsziel noch nicht erreicht ist, sehen wir die Rückkehr in ein gesundes Preisumfeld im Euroraum: Bei den Dienstleistungspreisen zeigt sich eine Normalisierung, beim Lohnwachstum gibt es einen leichten Auftrieb und die Inflationserwartungen der Konsumenten bleiben aufwärts gerichtet. Die EZB kann sich damit zufrieden geben, zumal die kräftige Konjunkturentwicklung für eine in der Grundtendenz weiter anziehende Inflation spricht.

Allianz SE
München, 29.09.2017

Die Teuerungsrate des Euroraums verharrte der heutigen Schnellschätzung für September zufolge bei 1,5%. Auch die Kerninflation (ohne Energie und unverarbeitete Lebensmittel) zeigt mit 1,3% Vorjahresabstand keine Veränderung im Vergleich zu August. Für die kommenden Monate prognostizieren wir ähnliche Werte. Zum Jahreswechsel wird die Gesamtinflationsrate wegen eines hauptsächlich energiepreisbedingten Basiseffektes wahrscheinlich vorübergehend auf 1,2% absinken. Teuerungsraten „nahe unter 2%“ dürften aus heutiger Sicht erst gegen Mitte nächsten Jahres erreicht werden – vorausgesetzt der Euro wertet nicht weiter deutlich auf (nach unserer Schätzung reduziert ein dauerhafter Anstieg des Euro-Außenwertes um 5% die EWU-Inflationsrate um etwa ¼ Prozentpunkt).

Aktuell auffällig ist, dass die Inflation bei Dienstleistungen mit 1,5% markant höher liegt als jene bei industriellen Gütern ohne Energie mit 0,5%. Dies zeigt unseres Erachtens, dass in der Weltwirtschaft nach wie vor preisdämpfende Kräfte wirken. Demgegenüber stellt sich im mehr binnenwirtschaftlich beeinflussten Dienstleistungsbereich eine Normalisierung der Preisentwicklung ein. Eine gewisse Aufwärtstendenz lässt sich auch beim Lohnwachstum erkennen. So hat das Entgelt je Arbeitnehmer im zweiten Quartal auf 1,6% gegenüber Vorjahr zugelegt (der Tiefpunkt lag bei 1% im zweiten Quartal 2016). Des Weiteren geht aus den gestern veröffentlichten Ergebnissen der EU-Kommissionsumfrage hervor, dass die Inflationserwartungen der Konsumenten im September wieder auf das erhöhte Niveau von Anfang dieses Jahres geklettert sind, obwohl die aktuelle Inflation nun niedriger liegt als zu Jahresbeginn.

Dies alles spricht nach unserer Meinung für die Rückkehr in ein gesundes Preisumfeld im Euroraum. Damit kann sich die EZB durchaus zufrieden geben, auch wenn ihre Zielvorgabe noch nicht ganz erreicht ist. Grund zur Sorge um ihre Reputation sehen wir nicht, sondern die EZB sollte vorausschauend handeln, da insbesondere die kräftige EWU-Konjunkturentwicklung in der Grundtendenz ein fortgesetztes Anziehen der Inflation erwarten lässt.

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Claudia Broyer

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