Deutschland: Mäßiges Wachstum zum Jahresstart

Trotz der ungewöhnlich ungünstigen Witterungsbedingungen verzeichnete die Produktion im Baugewerbe lediglich einen Rückgang um rund ½%, da dem Produktionseinbruch im Bauhauptgewerbe ein kräftiger Produktionsanstieg im witterungsunabhängigen Ausbaugewerbe gegenüberstand. Der Witterung allein ist das mäßige Wachstum Anfang dieses Jahres also nicht zuzuschreiben. Für einen guten Start ins Jahr beim Wachstum sprach eigentlich auch, dass die Zahl der Erwerbstätigen im ersten Quartal mit rund 90 Tausend gegenüber dem Vorquartal ziemlich kräftig zugenommen hat.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt und beim Bruttoinlandsprodukt steht derzeit nicht im Einklang. Wie schon im gesamten Jahr 2012 lag die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen im ersten Quartal 2013 unter dem entsprechenden Vorjahresstand. Im ersten Quartal dieses Jahres betrug das Minus bei der Arbeitsproduktivität (bezogen auf das arbeitstäglich bereinigte Bruttoinlandsprodukt) immerhin 0,9% gegenüber dem ersten Quartal 2012. Rein konjunkturell ist diese schwache Produktivitätsentwicklung nicht zu erklären. Sollte sie sich fortsetzen, würde dies auf ein erhebliches Problem der deutschen Wirtschaft hindeuten. Allerdings könnten bei der Produktivitätsermittlung auch statistische Untererfassungen von Wertschöpfungskomponenten eine Rolle spielen.

Wir gehen von einer deutlichen Belebung der wirtschaftlichen Aktivität ab dem laufenden Quartal aus. Überraschungspotenzial gibt es beim privaten Verbrauch. Die Beschäftigungsentwicklung ist positiv und die Realeinkommen profitieren von den spürbar gesunkenen Inflationsraten. Ein Wirtschaftswachstum in der Größenordnung von 1% ist im Jahresdurchschnitt 2013 nach wie vor möglich

Dr. Rolf Schneider

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