Deutschland

Ifo-Test: Die Bäume wachsen nicht in den Himmel

Der Geschäftsklimaindex  in der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands – eine Kombination aus Lagebeurteilung und Erwartungen – ist im Februar deutlich gesunken. Noch immer befindet sich der Index allerdings auf einem sehr hohen Niveau. Bemerkenswert ist aber, dass sich die Geschäftserwartungen der Unternehmen nun schon im dritten Monat in Folge eingetrübt haben. Konjunkturell wachsen die Bäume also nicht in den Himmel.  Wir interpretieren die Entwicklung als eine Normalisierung, die angesichts einer zunehmenden Euphorie ohnehin überfällig war. Sie ist aus unserer Sicht nicht der Auftakt zu einem wirtschaftlichen Abschwung. An unserer Prognose eines Wirtschaftswachstums 2018 um 2,4% in Deutschland ändert sich nichts.

Von Interesse ist natürlich, was konkret zu den verhalteneren Geschäftserwartungen beigetragen hat. Vermutlich strahlen die Inflations- und Zinssorgen, die an den Finanzmärkten in den letzten Wochen für Unruhe gesorgt haben, auch auf die Stimmung in der realen Wirtschaft aus. Die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen könnten sich durch einen Ausstieg der Notenbanken aus ihrer ultralockeren Geldpolitik nicht mehr ganz so günstig wie bisher darstellen. Von größerer Bedeutung dürfte allerdings sein, dass der gestiegene Außenwert des Euro die Exporterwartungen dämpft. Zudem dürfte die Sorge um verstärkte protektionistische Maßnahmen der USA und einen potenziellen Handelskrieg gewachsen sein. Letzteres ist aus unserer Sicht für die Konjunkturperspektiven von erheblicher Relevanz. Die aktuell kräftige Expansion des Welthandels könnte in einem Umfeld protektionistischer Tendenzen einen deutlichen Rückschlag erleiden.

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Dr. Rolf Schneider

Allianz SE
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