Deutschland

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Die Deutschen werden immer reicher: Zum Ende des Jahres dürfte das gesamte Geldvermögen der privaten Haushalte um mehr als 5 Prozent auf knapp EUR 5.900 Mrd. gestiegen sein. Damit fiel der Zuwachs in etwa so stark aus wie vor zehn Jahren, 2007, dem letzten Vorkrisenjahr, als zuletzt eine Fünf vor dem Komma stand.

Angesichts der fortdauernden Niedrigzinsen kommt dieses kräftige Wachstum des Geldvermögens vielleicht etwas überraschend. Dahinter stehen aber eine unvermindert hohe Spartätigkeit, getragen von der robusten Entwicklung der Einkommen, sowie eine starke Performance der Aktienmärkte – die von den deutschen Sparern nicht mehr gänzlich ignoriert wird: 2017 zeigten sie etwas mehr Renditebewusstsein und engagierten sich wieder etwas stärker an den Kapitalmärkten, vornehmlich in Form von Investmentfonds. Nachdem sich der Dax in den Jahren seit der Krise mehr oder weniger kontinuierlich nach oben bewegt und dabei mehr als verdreifacht hat, kommt dieser vorsichtige Schwenk im Sparverhalten keine Sekunde zu früh.


An der generellen Präferenz der deutschen Sparer für liquide und risikoarme Anlageformen ändert dies dennoch wenig. Immer noch werden knapp 40% des Geldvermögens – über EUR 2.300 Mrd. – in Form von Bargeld und Bankeinlagen gehalten. Bei einer geschätzten reale Rendite dieser Anlageform von -1,4% in diesem Jahr belaufen sich die Kaufkraftverluste auf knapp EUR 35 Mrd. – dies entspricht immerhin 2% der privaten Konsumausgaben 2017. Bis zu einem wirklich langfristigen und renditeorientierten Sparverhalten haben die deutschen Sparer noch einen weiten Weg vor sich.

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Arne Holzhausen

Allianz SE
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