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2015 höheres Wachstum als 2014

Für das Jahr 2015 haben sich die Wachstumsaussichten zuletzt erheblich verbessert und es dürfte ein neuer Aufschwung in Gang kommen. Von außen erhält die deutsche Volkswirtschaft massive konjunkturelle Impulse. Der Ölpreis hat sich seit Mitte 2014 in Euro gerechnet halbiert. Der gewogene Außenwert des Euro ist zudem seit dem Frühjahr 2014 um über 5% gesunken und hat so die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure erhöht. Sofern diese sehr positiven zyklischen Rahmenbedingungen zumindest einige Zeit anhalten – wovon wir ausgehen – dürften beide Effekte zusammengenommen das Wirtschaftswachstum im Verlauf von 2015 um annähernd einen Prozentpunkt und im Jahresdurchschnitt um etwa einen halben Prozentpunkt verstärken. Wir heben unsere Prognose für das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts 2015 von 1,6% auf 2,0% an. In unserer bisherigen Prognose hatten wir bereits in begrenztem Umfang positive Ölpreis- und Wechselkurseffekte berücksichtigt.

Vom Verfall des Ölpreises dürfte insbesondere die Konsumkonjunktur profitiert. Wir schätzen, dass der reale private Verbrauch 2015 um 2,3% zunimmt und damit so stark wie zuletzt 2011. 

Trotz der positiven Konjunkturaussichten gibt es keinen Anlass für wirtschaftliche Euphorie. Die positiven Impulse von außen ändern nichts an den gedämpften mittelfristigen Wachstumsperspektiven der deutschen Wirtschaft infolge des mäßigen Investitionsniveaus. Auslastungsbedingt wird sich die Investitionstätigkeit 2015 zwar beleben; ein Investitionsschub, den Deutschland benötigt, ist aber nicht in Sicht. Wirtschaftspolitisch ist in den vergangenen Jahren wenig geschehen, um den Investitionsstandort Deutschland attraktiver zu machen. Die Maßnahmen der Großen Koalition – Mindestlohn, vermindertes Renteneintrittsalter, Mietpreisbremse – sowie steigende Gebühren und verschiedene Grunderwerbssteuererhöhungen auf Länderebene wirken eher dämpfend, werden aber durch stark positive externe Einflüsse nicht im Jahresergebnis durchschlagen. Die konjunkturellen Bedingungen sind gut und böten zusammen mit einer auf Investitionen ausgerichteten Wirtschaftspolitik Chancen für anhaltendes Wachstum in Deutschland.

Dr. Michael Heise

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Dr. Rolf Schneider

Allianz SE
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