Weiterhin kräftiger Beschäftigungszuwachs

Anzeichen einer konjunkturbedingten Eintrübung am Arbeitsmarkt gibt es von daher keine. Allerdings ist in Rechnung zu stellen, dass der Arbeitsmarkt tendenziell einen Nachlauf gegenüber der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat. Angesichts eines zunehmend flexibleren Arbeitsmarktes ist diese Wirkungsverzögerung heute aber bei weitem nicht mehr so ausgeprägt wie in früheren Jahren. Wäre die jüngste Konjunkturabschwächung sehr ausgeprägt, wären Bremsspuren am Arbeitsmarkt bereits sichtbar. Die Chancen, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr dieses Jahres trotz der geopolitischen Unsicherheiten moderat wächst, sind weiterhin günstig.

Im Vorjahresvergleich beträgt der Beschäftigungszuwachs seit Monaten 0,8%. Das entspricht genau der Zuwachsrate des realen Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal dieses Jahres. Positiv interpretiert bedeutet dies, dass das Wirtschaftswachstum sehr beschäftigungsintensiv ist, kritisch betrachtet weist es auf eine schwache Produktivitätsentwicklung hin. In der Tat sind die geringen Produktivitätszuwächse der letzten Jahre ein Schwachpunkt der deutschen Wirtschaft.

Dr. Rolf Schneider

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