Anschnallen!

Im Juli fiel der ifo-Geschäftsklimaindex um 1,8 Punkte auf 95,7 - das niedrigste Niveau seit Frühjahr 2013. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen gingen deutlich zurück (-1,8 Punkte) auf 92,2 – den niedrigsten Stand seit der Euro-Krise. Die Einschätzung der Unternehmen zur aktuellen Situation hat sich nach einer Stabilisierung im Vormonat wieder klar eingetrübt und notiert nun nur noch bei 99,4 (-1,7 Punkte). Der Stimmungsrückgang im Juli war breit angelegt. Alle wichtigen Wirtschaftssektoren waren betroffen, mit Ausnahme des Baus, wo die Unternehmen hinsichtlich der Geschäftsaus-sichten sich wieder etwas optimistischer zeigten. Größtes Sorgenkind bleibt weiterhin das verarbeitende Gewerbe. Hier fiel der Rückgang so kräftig aus wie zuletzt während der großen Finanzkrise.

In der zweiten Jahreshälfte ist angesichts des verhaltenen Ausblicks für Welthandel und Automobilbranche sowie der anhaltenden erhöhten politischen Unsicherheit rund um Handel, Italien und Brexit bestenfalls mit einem Mini-Wachstum zu rechnen. Bisher haben Bau und privater Konsum die deutsche Wirtschaft noch über Wasser gehalten. Allerdings färbt die Industrieschwäche zunehmend auch auf andere Wirtschaftszweige ab. Je länger die aktuelle Schwäche der deutschen Industrie anhält, desto mehr wird sie auch private Investitions- und Ausgabenentscheidungen belasten. Insgesamt er-warten wir für 2019 noch ein BIP-Wachstum von 0,6%, allerdings ist das Risiko einer Rezession mittlerweile recht hoch.

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Katharina Utermöhl
Allianz SE